Man könnte …

Im verbleibenden Rest des Novembers könnte man …

Adventskalender basteln
wandern gehen
jemanden anrufen/besuchen, den man schon längst hätte anrufen/besuchen wollen
ins Kino gehen
die Kunst in der Natur wahrnehmen – Farben, Geräusche, Zugvögel am Himmel in erstaunlich geradlinigen Formationen, … – bestaunen und genießen
einen Abendspaziergang machen und in erleuchtete Fenster schauen
das tun, was einem gut tut – und das regelmäßig – und so die Seele weiten
einen Spieleabend organisieren
dem aktuellen Draussenkonzert lauschen: raschelndes Laub, krächzende Krähenvögel, brausender Wind, Zugvögel, …
mit einem Menschen aus einer anderen Generation/einem anderen gesellschaftlichen Milieu etwas unternehmen, Zeit verbringen und Vorurteile abbauen

Mal wieder ein Gastbeitrag von Himmelgraublau – dankeschön!

Wer?

Wer hat eigentlich verfügt

dass der mit dem vollsten Terminkalender

dem eiligsten Schritt

den meisten Kontakten

derjenige ist

der dir, Gott

am meisten dient?

Was ist mit denen

die dich in der Stille suchen

denen die Zeit mit dir so wichtig ist

dass sie ihren Tagesablauf

ihren Gebetszeiten unterordnen

nicht umgekehrt?

Und wer hat daraus

aus dem Tun und Sein vor dir

einen Wettbewerb gemacht

statt sie als

einatmen und ausatmen zu verstehen?

 

Ein Gastbeitrag von himmelgraublau – dankeschön!

im Juni könnte man…

picknicken
barfuß laufen – einen Tag lang – und dann noch einen – und noch einen…
Freunde zum Grillen einladen
in die Einsamkeit zurückziehen (mindestens einen Tag) – und schauen, was das mit einem macht
so viele Mahlzeiten wie möglich draußen genießen
neugierig auf Menschen sein – und für sie beten
sich unter einen Baum stellen – und wahrnehmen
Tagebuch schreiben
Erdbeeren pflücken, aber vor allem essen
einen spontanen Ausflug unternehmen – einfach so
zur Lieblingsmusik unterm Sternenhimmel tanzen
die anfallende Arbeit gern tun
über Pfingsten nachdenken
Spargel kochen
in der Hängematte abhängen mit einem Buch – oder mit geschlossenen Augen

(Ein Gastbeitrag von Himmelgraublau – dankeschön!)

Im März könnte man

das Erwachen & Aufblühen der Natur bewusst wahrnehmen
Fenster putzen & Licht hereinlassen in Wohnung & Leben
Frühlingsdeko rauskramen
wandern gehen
die Zeit vor Ostern bewusst gestalten, zB jeden Tag Gutes suchen, 7 Wochen lang
Kleiderschrank ausmisten
eine Saison nicht getragene Sachen verschenken, zB an eine Kleiderbörse für finanziell Schwächere
zu eigenen Fehlern stehn und um Entschuldigung bitten
sich in die wärmende Sonne setzen
und wahlweise ein Buch lesen oder die Augen schließen – und genießen
jemanden treffen, den man lang nicht gesehn hat
sich selbst einen Strauß Tulpen schenken
ans Meer fahren – und sei’s nur für einen Tag
am Morgen oder in der Abenddämmerung einem Freiluftgratiskonzert lauschen

p1000929

Der Tag danach

Der Tag danach
Es gibt ihn
den Tag danach
wo das Erstarrte
langsam auftaut
die Sonne hinter den Wolken hervorlugt
ganz vorsichtig zwar
aber nicht ohne Wirkung
gewiss, noch sind die Pfade
mehr Pfütze und mehr Modder
als gangbarer Weg
aber es geht
noch unsicher zwar
und mit Wegrutschen
aber ich fange mich
halte mich
und Schritt für Schritt
vorsichtig tastend
geht es voran
gewiss, noch kein Grün an den Bäumen
nur schwarz-braun-graues
scheinbar totes Geäst
gewiss, noch ist Eis und Kälte
nicht gebannt
gewiss, noch ist das Gras mehr gelb-grau-braun
als grün
gewiss, die nächsten Wolken
ziehn herauf
und ich weiß nicht, was sie bringen
Regen? Schnee? Eisregen?
Oder werden sie vom Wind weggepustet?
Oder setzt die Sonne sich durch
trotz der dunklen Jahreszeit?
was sie auch bringen
die Starre löst sich
langsam, ganz langsam nur
aber es gibt ihn:
den Tag,
den Frühling danach

herbst_08

Ein Nachmittag nur

Ein Nachmittag nur
in einer anderen Stadt
zurechtfinden
Umweg laufen
Privileg der Freizeit
Begegnung mit Menschen
und Bildern
und Menschen hinter den Bildern
mit ihren Themen
mit einer anderen Zeit
einer anderen Welt
mit vertrauten Menschen
ihren Gedanken
ihrem Erleben
ihren Themen
teils fremd, teils vertraut
neugierig sein
zuhören
beitragen
lachen
einlassen
ein Nachmittag nur
ein paar Stunden
in einer anderen Stadt

kunsthalle

Im Februar könnte man…

für ausreichend Schlaf sorgen
den Tag tanzend oder Trampolin hüpfend beginnen zur Lieblingsmusik
nen laaangen Spaziergang machen
und damit dem Winter trotzen
bowlen oder kegeln gehn
sich Zeit lassen
Musik machen oder singen
oder beides
jemanden besuchen
eine Matinée besuchen
einen Brief schreiben
an jemanden der einem wichtig ist
Keller entrümpeln
sich leiden mögen

wintermorgen

Im Januar könnte man…

den Weihnachtsbaum so lang stehen lassen wie er einem gefällt
Vögel füttern
einen gemütlichen Frauenfilmabend machen – mit Schnulze, Chips und Softdrinks oder Glühwein oder Eierpunsch oder…
ein Gedicht schreiben
Schlittschuhlaufen gehen
ein schönes großes Bonbonglas mit „Glücks- und Freudenmomente“ beschriften – und diese auf bunten Zetteln darin sammeln, Tag für Tag
Fotos sichten und was daraus machen – Fotobuch, Kalender, Karten
abends durch die Straßen flanieren und einen kurzen Blick in fremde beleuchtete Häuser erhaschen
in einen dicken Schmöker eintauchen
Menschen anlächeln – gerade auch sich selbst

januar

Zur Jahreslosung 2017

„Ich schenke euch ein neues Herz und lege einen neuen Geist in euch.“

Geistreiche Herztransplantation
aus alt mach neu
verwandle
Stein in Fleisch
Erstarrung in Lebendigkeit
Starrsinn in Flexibilität
Härte in Empfindsamkeit
Dummheit in Einsicht
Gewissenlosigkeit in Verantwortung
Gleichgültigkeit in Neugier
Überheblichkeit in Demut
Besserwisserei in Lernbereitschaft
Neid in Großzügigkeit
Vorurteil in Offenheit
Zerrissenheit in Frieden
Hass in Freundlichkeit
Angst in Mut
Verzweiflung in Zuversicht
Trauer in Trost
Gott-los in Geist-reich
Schlaffheit in Dynamik
Verkrustung in Aufbruch
heiße Luft in frische Brise
eingefahrene Wege in neue Pfade
und zeig mir meinen nächsten Schritt

Krippenkind

Krippenkind
Gotteskind
Menschenkind
hineingeboren
in Staub
Dreck
Gestank
eines Stalles
hineingeboren
in Anfeindung
Verfolgung
Angst
eines Flüchtlingskindes
hineingeboren
in Rastlosigkeit
Unvollkommenheit
Banalität
eines ganz normalen Lebens
meines Lebens
um nahe zu sein
zu verstehen
zu lieben
zu heilen
und
zu verwandeln
in ein Königskind