Herbstwald

Herbstwald

Gelbe Blätter strecken sich wie erwartungsvolle, bedürftige Hände der Sonne entgegen
lichtdurchlässig sind sie
und leuchten im milden Herbstlicht
Gelbe Blätter strecken sich wie erwartungsvolle, bedürftige Hände der Sonne entgegen
sie tragen ihre Farben in sich
und diese kündigen an: sie werden fallen, schon bald
Gelbe Blätter strecken sich wie erwartungsvolle, bedürftige Hände der Sonne entgegen
und leuchten im milden Herbstlicht

Ein Gastbeitrag von himmelgraublau – vielen Dank!

 

Ich bin dankbar

Ich bin dankbar
für den Kaffee am Morgen
für die Sonne, die den Herbstnebel auflöst
für eine helfende Hand, oder auch zwei
für Bücher und Geschichten, in die man abtaucht und die Zeit vergisst
für einen Plan der funktioniert
für ein weiches Bett nach einem harten Tag
Ich bin dankbar
für die Vögel, die mich mit ihrem Gesang wecken
und für meine Stimme, mit der ich Gott loben kann
für Gespräche in der Küche
für mein Handy, das mir ermöglicht in Kontakt zu bleiben, über Kilometer hinweg – und dass ich es einfach mal ausschalten kann
für tröstende Worte an dunklen Tagen
für das Gefühl, wenn der Schmerz nachlässt
Ich bin dankbar
für eiskaltes Wasser an einem heißen Tag
für die Wärmflasche, wenn ich friere
für Flammkuchen und Federweißen und für die Menschen, die sowas leckeres erfinden
für einen stillen Ort, wenn ich ein dringendes Bedürfnis habe
für ein Gesicht, dass mich anlächelt, einfach so.
für das Gefühl, gerade am richtigen Ort zu sein und das richtige zu tun
Ich bin unendlich dankbar

Ein Beitrag von himmelgraublau – vielen Dank!

 

Im September könnte man …

  • jede Woche einen (Halb-) Tag zweckfreie Zeit einplanen – dem inneren Gleichgewicht zuliebe
  • in Ruhe frühstücken und es genießen
  • Ausschau halten nach den kleinen Wundern des Tages
  • einen Text, der einem gefällt oder etwas bedeutet, in Schönschrift abschreiben – einfach so, für sich selbst oder zum Verschenken
  • jemandem ein Überraschungspäckchen schicken
  • singen – egal, ob allein oder im Chor
  • nach Apfelbäumen am Wegesrand Ausschau halten, Äpfel ernten und einen Apfelkuchen backen, Apfelmus kochen …
  • sich an einen Lieblingsplatz setzen und lesen
  • sich bei jemandem melden, bei dem man sich schon längst melden wollte
  • den Oberkörper ganz langsam, Wirbel für Wirbel, nach unten zur Erde hin abrollen, Arme locker nach unten hängen lassen, und sich vorstellen: alles, was gerade noch belastend auf den Schultern lag, rollt, purzelt über die Arme und Hände zu Boden – fort… dann langsam, Wirbel für Wirbel, wieder aufrichten, Kopf zuletzt
  • mit einem Lieblingsmenschen essen gehen – oder für ihn/mit ihm kochen
  • im Dunkeln nach draußen setzen und in die Luft lauschen und schnuppern
  • am Ende des Tages 10 Minuten aufschreiben, was einen beschäftigt – den Zettel dann zusammenknüllen und wegwerfen – loslassen

Sommerabende

Den Abend im Garten ausklingen lassen, einen sanften Engel schlürfend, sternenbestrahlt und von lieben Menschen umgeben.

Oder allein, mit einem Buch in der Hand, eingehülllt ins sanfte Licht der Windlichter, als Musik das Zirpen der Grillen. Es gibt Momente, die überstrahlen den Tag.

Ort schöner lauer Sommerabende mit netten Menschen

Ein Beitrag von himmelgraublau – dankeschön!

 

Lebensfrage

Wenn du wüsstest, du hättest noch ein halbes Jahr zu leben – was würdest du dann unbedingt noch machen wollen?

Ich möchte jeden Tag so leben, als könnte es mein letzter sein. Denn das einzige, was ich wirklich zu gestalten habe, ist die Gegenwart, der jetzige Augenblick.

Und was ich unbedingt machen möchte – egal, ob ich das halbe Leben, nur noch ein halbes Jahr oder gar nur den heutigen Tag vor mir habe:

gnädig, liebevoll, barmherzig, gewürzt mit einer guten Prise Humor zuallererst auf mich selbst, dann aber auch auf meine Mitmenschen zu schauen, zu segnen statt zu verachten oder zu verurteilen, zu ermutigen statt niederzumachen.

Ob mir das gelingt? Ich wünsche es mir von Herzen – ahnend, dass auch das letztendlich nur bruchstückhaft gelingen wird, wie so vieles in diesem Leben. Der Versuch zählt – und dann: hinfallen – aufstehen – Krone richten – weitergehen… egal, ob nur noch heute, ein halbes Jahr – oder das halbe Leben.

(kleine Erklärung: In der Schreibwerkstatt erhielten wir eine zu beantwortende Frage vom Nachbarn. himmelgraublau hat dies hier getan).

Ein Beitrag von himmelgraublau – vielen Dank!

 

Morgendreizeiler

Leben entdecken in allen Facetten
was Neues ausprobieren
ausbrechen aus dem Gewohnten

Von himmelgraublau – vielen Dank!

 

Segen für eine Pilgerin

Bequeme Schuhe und eine große Portion Neugier

Schokolakritzriegel und ein offener Blick

eine Rast mit Schinkenbrot und Weizenbier

und ein dankbares Gedächtnis

seien Gefährten auf deinem Weg.

(ein Beitrag von himmelgraublau – dankeschön!)