Über stachelbeermond

Ich mag Geschichten, die spannend sind und irgendwo hin wollen, sammle seltene Worte und lasse sie wie Drachen steigen... mein Blogzuhause: stachelbeeermond.com

4. Dezember

Heute morgen kam ich schwer in die Gänge. Es war auch viel kälter als sonst, zumindest gefühlt. Da kommt so ein Päckchen genau richtig. Heute gibt’s ein Knisterpäckchen.

Was da wohl drin sein mag?

Kekse!!! 😊🤗👍

Ich habe das Gefühl, ich muss wohl teilen… 😊

3. Dezember

Das Päckchen heute ist überraschend schwer, aber das ist auch kein Wunder, und wenn ich genauer hingesehen hätte, wäre mir wohl die kleine Beschriftung aufgefallen… der Adventsengel hat sie natürlich sofort entdeckt, keine Frage.

Den plattgedrückten Klebeengel habe ich befreit (es gibt Pläne für ein kleines Experiment, allerdings befinden sie sich noch im Entwicklungsstadium) und der Adventsengel hat eine Konversation mit ihm versucht. Die recht einseitig war. 😊 Mehr als „ich klebe, will kleben, klebe mich“ kam da nicht. Tja… und was war nun drin?

Ein tief verschleierter Feuerengel! Oder auch Teelicht genannt. Feuerengel gefällt mir besser… 😊 Leider muss ich sagen, dass eine Konversation auch hier nicht zustande kam, aber das macht ja nichts, er leuchtet auch ganz für sich sehr schön und er wird einen hübschen Dezemberplatz bei mir bekommen.

Pakete

Der Paketbote mit seinem merkwürdigen Lächeln ist weg. Ich drehe das Paket in den Händen und schüttele es probeweise. Nichts. Kein Geklapper. Jeder soll das bekommen?
Aha?
Kopfschüttelnd hole ich ein Messer und zerschneide die Klebestreifen. Ein bisschen neugierig bin ich schon, als ich den Karton öffne. Zwischen zahllosen Lagen Seidenpapier liegt ein kleines, rotes Stoffherz.
Aha?
Stoff? In Seidenpapier? Ich hole es hervor und drehe es zwischen den Fingern. Es sieht nach nichts Besonderem aus. Der rote Tweedstoff kratzt auf der Haut, und es passt genau in meine Hand. Ich bin ein bisschen enttäuscht. Mehr nicht? Das ist das Paketgeheimnis? Ein Herz aus Stoff?
Es liegt gut in der Hand, nicht zu leicht, nicht zu schwer. Der Tweed nimmt meine Körperwärme an. Mit schief gelegtem Kopf sehe ich mich dastehen, die Hand mit dem Herz ausgestreckt vor mir.
Als ob ich mein eigenes Herz hielte.
Wann habe ich mein Herz das letzte Mal jemandem entgegengehalten? Es ist lange her. Ich fühle mein Herz schlagen, und fast denke ich, das Herz in meiner Hand schlägt im selben Rhythmus. Vielleicht waren all die Lagen Seidenpapier ja doch nicht verschenkt.
Ich sehe auf mein Herz. Es fühlt sich lebendig an.
Wie das Leben selbst.

2. Dezember

Der Tag fängt früh und dunkel an und wird dann immer heller. Kerzen und leuchtende Sterne überbrücken die Zeit, bis der Tag sich ächzend dazu entschließt, die Augen zu öffnen. Es ist Zeit für Päckchen Nr. 2!

Ok, das ist ein bisschen geschwindelt, aber ich fand die 2 so hübsch, sie musste einen extra Auftritt haben 😊.

Das ist die Nr. 2 komplett!

Hübsch und kompakt, so mag ich das. Und was war drin?

Bacon-Salz! Oh! Sowas hatte ich noch nie, und auch mein Adventsengel guckt fragend (obwohl das ja sowieso sein Markenzeichen ist, aber da ist er empfindlich). Hmmm… ob ich das mal auf mein Frühstücksei mache? Probieren geht ja über studieren, oder? 😊

1. Dezember

Das erste Päckchen! Jedem Anfang… usw. Hübsch mitternachtsblau ist es, und ich habe das Gefühl, das Säckchen ist selbstgenäht…

Das Schild leuchtet so schön…

Und was war drin?

Ein Licht für dunkle Tage, wie schön und passend… mein Adventsengel schmiegt sich an das Licht, das kann man verstehen nach elf Monaten Keller… Auf der anderen Tütenseite lacht übrigens der Weihnachtsmann.

Advent heißt warten

Warten kann wahnsinnig machen. Wir warten auf Veränderung, auf bessere Zeiten, auf Hoffnung, auf einen Besuch, einen Impfstoff, auf gute Nachrichten. Warten ist eng verwandt mit Hoffnung, solange wir warten, ist Hoffnung da, auch, wenn sie nicht größer als ein Kiefernzapfensamen ist. Mein Adventsengel hat elf Monate lang darauf gewartet, dass wieder Licht in seinen Kellerkarton leuchtet. Auch eine Leistung. Und deswegen gibt es diesen Dezember nun doch den Adventskalender: 24 Menschen packen 24 x dasselbe Päckchen, dann wird aufgeteilt und 24 Glückliche haben einen Adventskalender! Ich habe lange überlegt, ob ich das dieses Jahr mache, eigentlich ist mir gar nicht danach, ein paar persönliche Umstände sind gerade ganz und gar nicht schön, aber solange da diese kieferzapfensamengroße Hoffnung ist… also. Auf in den Dezember.

Kompromisse

Adventstage
sind
Kompromisstage
jede Stunde
hart verhandelt
zwischen Traum
und Realität
viele Welten
wollen ihren Anteil
manchmal
erlischt
während unserer Verhandlungen
sogar der Stern
sekundenlang

Der Dienstag dichtet!  
Katha kritzelt hat diese Aktion ins Leben gerufen: Jeden Dienstag wird ein Gedicht aus eigener Herstellung veröffentlicht. Auch WortgeflumselkritzelkramMutigerlebenWerner KastensFindevogel, die Nachtwandlerin, Lindasxstories, Myriade, Gedankenweberei, 
MynaKaltschnee, Wortverdreher und Lebensbetrunken, die Wortverzauberte, Lyrikfeder, der BerlinAutor und Vienna BliaBlaBlub sind mit von der Partie.
Schaut doch mal bei ihnen vorbei, der Dienstag fängt besser an mit ein bisschen Wortzauberei!

Das Wunschpunsch-Erdbeerschwein

Das kleine geflügelte Schwein raste im Tiefflug durch die Korridore. Soviel Platz! Soviel Freiheit! Es quiekte entzückt und legte noch einen Zahn zu. Im Wunschpunsch war es zwar auch nett gewesen (unendliche Geschichten, kitzelnde Blubberblasen, Honiggeschmack mit Ginaroma), aber es war eben doch nur ein Wunsch unter unendlich vielen anderen gewesen, und es konnte sein Glück kaum fassen, dass tatsächlich jemand beim Trinken kurz an geflügelte Schweine gedacht hatte.
Jetzt war ihm nach Erdbeeren, ganz dringend brauchte es Erdbeeren, und während es an saftige, rote, duftende Erdbeeren dachte, flog es mit Karacho um eine Ecke, landete mitten im weichen Busen von Frau Mackenbrook und blieb stecken. Frau Mackenbrook ächzte überrascht und taumelte zwei Schritte zurück, dann pflückte sie mit spitzen Fingern das geflügelte Schwein aus ihrem BH und hob es vor ihre Augen. „Was haben wir denn da?“ murmelte sie mit zigarettenkratziger Stimme. „Was bist du denn?“
Das geflügelte Schwein quiekte fröhlich: „Ich bin ein Erdbeerschwein! Hast du eine Erdbeere für mich? Bitteeee!“ Es zappelte in Frau Mackenbrooks Hand und schlug ungeduldig mit den Flügeln.
„Ein Erdbeerschwein… du hast Glück, dass mich sowieso alle für verrückt halten.“ Frau Mackenbrook hielt das Schwein unnachgiebig fest. „Erdbeeren willst du? Falsche Jahreszeit, würde ich sagen.“
„Oooch…“ jammerte das Erdbeerschwein und ließ den Rüssel hängen, schniefte ein paarmal und fing an, jämmerlich zu schluchzen. Große, rosa Tränen kullerten ihm aus den Augen.
„Na, na… “ Frau Mackenbrook setzte das Erdbeerschwein auf ihre Handfläche und rieb sich mit der anderen über das kratzige Kinn. „Du musst ja nicht gleich weinen. Lass mich überlegen… Frau Schmidt hat immer Erdbeerlikör im Schrank. Wär das was?“
Das Erdbeerschwein sah mit großen, feuchten Augen hoch in Frau Mackenbrooks Gesicht. „Erdbeerlikör? Was ist das?“
Frau Mackenbrook lächelte versonnen. „Das ist ein Schluck Sommer, in Flaschen abgefüllt.“
„Sommer? Was ist Sommer?“
Frau Mackenbrook schüttelte den Kopf. „Du kennst keinen Sommer?“
„Nö! Ich bin doch erst ein paar Flügelschläge alt!“ quiekte das Erdbeerschwein.
„Na dann – immer mir nach!“ sagte Frau Mackenbrook und bewegte sich langsam den Korridor entlang auf Frau Schmidts Zimmer zu, während das Erdbeerschwein aufgeregt um sie herum Salti flog und dabei „Erdbeeren, Erdbeeeeren, Eeeeerdberen!“ sang.
„Das wird interessant“, murmelte Frau Mackenbrook und lächelte schnaufend, während sie sich am Handlauf festhielt.

29.11. – Advent im Seniorenheim | Adventüden

Der 1. Advent ist da! Und Fräulein Honigohr trifft alte Bekannte.

Irgendwas ist immer

Fräulein Honigohr schiebt den Kessel vor den Gemeinschaftsraum. Jetzt fehlt nur noch der perfekte Platz. Sie umrundet suchend einen Ohrensessel und erschrickt fast zu Tode, weil ein alter Mann darin sitzt. Er öffnet erst ein Auge, dann das zweite.
Ein Lächeln breitet sich auf seinem Graubartgesicht aus. »Du? Das freut mich aber!«
»Herrje! Du hast mich erschreckt! Was tust du hier?«
»Keine Umarmung? Kein Lächeln? Oh-oh, du bist immer noch sauer …«
Fräulein Honigohr kraust die Nase und spitzt die Lippen.
Der Graubartmann seufzt. »Na gut. Ich mache Urlaub. Diese alte Geschichte tut mir leid, aber ich bin nicht perfekt, auch, wenn das alle glauben möchten.«
Fräulein Honigohr guckt vorwurfsvoll. »Urlaub? Solltest du nicht arbeiten? Bei dir ist doch jetzt Hochsaison, oder?«
Der alte Mann winkt ab. »Ich muss nur zum Finale da sein. Hier gibt’s drei Mahlzeiten am Tag und keiner quatscht mich mit Wünschen voll. Außerdem ist es schön…

Ursprünglichen Post anzeigen 238 weitere Wörter

außerhalb

ich sitze auf der Bank am Fluß
mit meinen wurzeligen Eisenfüßen
der Fluß fliesst still und schnell
treibt Enten vor sich her
meine schweren Eisenfüße
verschmelzen mit den Ufern
treiben Wurzeln durch die Steine
Wind kämmt Wellen in mein Herbsthaar
es schwingt sacht im Wasserrhythmus
nichts außer dem gleitenden Fluß
ich versinke in der Zeit
bin außerhalb
außerhalb

Der Dienstag dichtet!  
Katha kritzelt hat diese Aktion ins Leben gerufen: Jeden Dienstag wird ein Gedicht aus eigener Herstellung veröffentlicht. Auch WortgeflumselkritzelkramMutigerlebenWerner KastensFindevogel, die Nachtwandlerin, Lindasxstories, Myriade, Gedankenweberei, 
MynaKaltschnee, Wortverdreher und Lebensbetrunken, die Wortverzauberte, Lyrikfeder, der BerlinAutor und Vienna BliaBlaBlub sind mit von der Partie.
Schaut doch mal bei ihnen vorbei, der Dienstag fängt besser an mit ein bisschen Wortzauberei!