Ländliche Glücksliste

Ländliche Glücksliste

  • ein klitzekleiner, kugelrunder, schwarzer Käfer auf dem Tisch neben mir
  • die violette Pflaume, die darauf wartet, gegessen zu werden
  • Stimmengewirr von der Terrasse
  • sich für oder gegen etwas entscheiden dürfen
  • und es tun
  • Gras unter nackten Füßen
  • ein langes Nickerchen unter Bäumen
  • leise (schöne) Orgelmusik aus der nahen Kirche
  • reife Kirschen
  • alles zu können und nichts zu müssen
  • Essen teilen
  • aufatmen

Ich weiß, eigentlich ist das kein Gedicht, aber ich konnte nicht anders, bei 23 Grad Außentemperatur im Oktober. Da kommen Sommererinnerungen hoch! Tschuldigung.
🙂

Der Dienstag dichtet!  Katha kritzelt hat diese Aktion ins Leben gerufen: Jeden Dienstag wird ein Gedicht aus eigener Herstellung veröffentlicht. Auch Wortgeflumselkritzelkram, Mutigerleben und ganz neu Werner Kastens sind mit von der Partie. Wer den Dienstag also mit Gedichten beginnen will: Herzlich willkommen!

Meer-Allgemeinplätze

  • die Ruhe da draußen!
  • es verläuft sich ja schon ganz schön
  • das Wasser ist ja gar nicht da!
  • plitsch-platsch, Schmodderzehen!
  • guck mal, die Möwen!
  • ob das grüne Algenzeug essbar ist?
  • halt mal still, ich will ein Foto machen!
  • es wird tiefer!
  • wann kommt das Wasser zurück?
  • Seeluft macht hungrig
  • iih, Wattwurmhaufen!
  • kannst du mich mal eincremen?
  • uh, alles voller Sand…
  • Qualleeeen!!!
  • ist das kalt!
  • heute gibt´s ja gar keine Wellen…
  • wer will ein Eis?
  • ich glaube, du hast einen Sonnenbrand…
  • riechst du das Salz?

Wer hat sich wiederentdeckt? Ich mich auf jeden Fall einige Male… 🙂

Herzensdank

ich war hungrig und durstig
meine Seele ein trocken gefallener Brunnen
trostlos und unendlich müde
Du schenktest mir
süße schwarze Brombeeren
rauschende Bäume im Wind
unaufdringliche Gesellschaft
Ameisen in meinem Schreibheft
gemeinsame Mahlzeiten
ein Bett mit Blick in den Himmel
und Stille
brausende, gurrende, knisternde Stille
ich bin immer noch müde
aber im Brunnen sehe ich mein Spiegelbild
lächelnd

Manchmal ist ein Urlaub nicht nur notwendig, sondern überlebensnotwendig 🙂 .

Der Dienstag dichtet!  Katha kritzelt hat diese Aktion ins Leben gerufen: Jeden Dienstag wird ein Gedicht aus eigener Herstellung veröffentlicht. Auch Wortgeflumselkritzelkram und  Mutigerleben sind mit von der Partie. Wer den Dienstag also mit Gedichten beginnen will: Herzlich willkommen!

letzter Arbeitstag

letzter Arbeitstag

mitten zwischen
Papier und Akten
den e-mails
dem Telefonklingeln
allem müssen und sollen
dem schieben und wollen
unter den Terminen
über den Deadlines
schiebt sich Freiheit ans Licht
durchdringt alle Lücken
streichelt den sperrigen Locher
legt sich blau vor den Bildschirm
lässt Buchstaben tanzen
und
der Tee
duftet nach Urlaub

Uuuurlaub! 🙂 Nächsten Dienstag werde ich eventuell nicht dabei sein, denn da bin ich weg, hurra!

Der Dienstag dichtet!  Katha kritzelt hat diese Aktion ins Leben gerufen: Jeden Dienstag wird ein Gedicht aus eigener Herstellung veröffentlicht. Auch Wortgeflumselkritzelkram und  Mutigerleben sind mit von der Partie. Wer den Dienstag also mit Gedichten beginnen will: Herzlich willkommen!

Urlaub, was ist das eigentlich?

Vielleicht so:

morgens aufstehen und keine Aufgaben haben
barfuß laufen, auch wenn es regnet
Ameisen beobachten
lesen – mehr lesen – noch mehr lesen
sich auf einen Fleck setzen und da so lange bleiben, bis einem die Beine einschlafen
neue Sommerkleider ausführen
seltsame Eissorten probieren
Seewasser zwischen den Zehen
Sommergedichte auf Postkarten schreiben
viel lachen
sehr viel schlafen
in fremde Kirchen gehen
dankbar sein
sich auf den vertrauten Alltag freuen

2017 hatte ich diesen Text schon einmal veröffentlicht, heute nun muss ich ihn einfach nochmal posten – denn ich habe ab heute Urlaub!!! Ich freu mich… Reaktionszeiten hier im Blog können dadurch etwas länger dauern, ein paar Dinge habe ich vorbereitet und jetzt tue ich erstmal wenig bis nichts. Und dann warte ich nochmal ab, trinke einen Tee und lese vielleicht ein Buch… 🙂

Urlaubsende

Ach!
Seliges Ausschlafen,
Frühstücksgefühle um neun,
frei sein für Bücher
und neue Freunde.
Leuchtende Pläne,
frische Gefühle,
Tagträume himmelhoch,
sich dehnende Stunden.
Eisvögel am Fluss,
Wasserlinsen im Haar,
eine kleine Weile
den Mond beim Wandern begleiten.
Vorbei, vorbei.
Ach!
Schön wars.
Gerne wieder!

Wattrausch

das Watt
es schmatzt
und schmotzt
es plitscht
und zischt
und blubbert
und schubbert
es quillt
und chillt
und schlammt
und schlonzt
es tropft
und spotzt
und kühlt
und spült
es salzt
und tanzt
und es kommt
oh wie es kommt
das Meer