Augustregen am Sonntagmorgen

  • zartes Glucksen in der Regenrinne
  • Gummistiefel mit Blumenmuster sind unterwegs
  • meine Topfpflanzen nehmen ein erfrischendes Bad auf dem Balkon
  • der Bürgersteig verliert seine Krähenmarkierungen und glänzt frisch poliert
  • anregender Regenduft in der frisch gewaschenen Wäsche
  • keine zwingenden Spaziergangsnotwendigkeiten in Sicht
  • die Tauben fliegen schnell und senkrecht
  • unerwartet hohe Regenwurmausbeuten bei den Amseln
  • singende Vögel im Regenrauschen
  • zufriedene vormittägliche Stille

🙂 Schön war dieser Morgen!

Ländliche Glücksliste

Ländliche Glücksliste

  • ein klitzekleiner, kugelrunder, schwarzer Käfer auf dem Tisch neben mir
  • die violette Pflaume, die darauf wartet, gegessen zu werden
  • Stimmengewirr von der Terrasse
  • sich für oder gegen etwas entscheiden dürfen
  • und es tun
  • Gras unter nackten Füßen
  • ein langes Nickerchen unter Bäumen
  • leise (schöne) Orgelmusik aus der nahen Kirche
  • reife Kirschen
  • alles zu können und nichts zu müssen
  • Essen teilen
  • aufatmen

Ich weiß, eigentlich ist das kein Gedicht, aber ich konnte nicht anders, bei 23 Grad Außentemperatur im Oktober. Da kommen Sommererinnerungen hoch! Tschuldigung.
🙂

Der Dienstag dichtet!  Katha kritzelt hat diese Aktion ins Leben gerufen: Jeden Dienstag wird ein Gedicht aus eigener Herstellung veröffentlicht. Auch Wortgeflumselkritzelkram, Mutigerleben und ganz neu Werner Kastens sind mit von der Partie. Wer den Dienstag also mit Gedichten beginnen will: Herzlich willkommen!

Briefe aus dem Paradies I

Briefe aus dem Paradies I

Potentielle Empfänger:

  • meine Angst
  • der Unglaube
  • der Zweifel
  • mein zukünftiges Ich
  • meine Eltern
  • die Freunde
  • die BILD
  • die ZEIT

Zehn Glücklichkeiten beim Frühstück

  1. Wach sein
  2. Gesellschaft
  3. Schokocreme
  4. Milchtee
  5. Wortballungen
  6. Sonnennebel
  7. warme Brötchen
  8. Johannisbeergelee
  9. Gelächter
  10. Vorfreude

Was ich mag

Was ich mag:

  • ungemähte Rasenstücke mit gelben Butterblumen und Gänseblümchen
  • in einem stillen Zugabteil sitzen und nur das leise Zischen der Fahrt ist zu hören
  • abfahren
  • ankommen
  • das Gewicht von drei neuen Büchern in der Einkaufstasche
  • freundliche Verkäuferinnen und Verkäufer aller Art
  • das Einsortieren meines unglaublichen Krimskrams in ein neues Portemonnaie
  • das Gefühl, wenn nasse Haare nach dem Duschen anfangen zu trocknen
  • vertraute Gespräche zu dritt bei einem Glas Wein
  • schöne Hände
  • und Füße

Was ich nicht mag:

  • Gespräche aller Art vor acht Uhr morgens
  • totgeschlagene Fliegen aufsammeln
  • gebratene Auberginen
  • schwitzen
  • zu enge Schuhe (auch, wenn sie schön sind)
  • pürierte Auberginen
  • schwarze, große Spinnen, wenn sie auf meinem Teppich sitzen und auf mich warten
  • Pläne, die nicht funktionieren
  • eingelegte Auberginen

Kleine Wochenendglücksliste

Glück ist:

  • Zeit haben und sich nicht langweilen
  • Schokolade zur rechten Zeit
  • Gäste einladen und Zusagen bekommen
  • Kindern zusehen und Zukunft riechen
  • am Straßenrand halten und nachdenken
  • Wörter erfinden und in die Welt entlassen
  • Herausforderungen annehmen und den ersten Schritt machen

… und eiskalte Erdbeerbowle könnte auch noch dazugehören, wenn ich so nachdenke…

Bahnfahren – Lust und Leid

Es folgt eine extrem subjektive Aufzählung, entstanden nach einer sehr speziellen Bahnfahrt, die mich an Grenzen gebracht hat, von denen ich vorher nicht wusste, dass ich sie habe:

Was das Bahnfahren weniger schön macht

  • überwältigender Haarpomadenduft vor mir
  • sehr interessante Handygespräche, die man leider nur zur Hälfte hört
  • mürrische Reisende, die widerwillig einen der vier von ihnen belegten Plätze freiräumen
  • ruckelnde und schubsende Züge mit Eigenleben
  • brutal ausgeleuchtete IC-Waggons – man sieht mehr, als man jemals wollte
  • seltsame Musik (oder schlimmer: Nur die Bässe der seltsamen Musik)
  • überreife Bananen hinter mir
  • WC-Nutzer ohne Zielgenauigkeit

Was das Bahnfahren schön macht

  • vorüberziehende Kulissen drinnen und draußen
  • freie Hände
  • die Auszeit
  • eigene Musik
  • nette Zugbegleiter
  • nette Mitreisende
  • zufriedene Stille, wenn alle ruhig vor sich hin fahren
  • die Abwesenheit von Autos
  • Schnelligkeit
  • Bücher trocken und sicher aussetzen zu können

Füße auf Fahrrad bei durchrasendem Zug. Es regnet.