Kleine Wochenendglücksliste

Glück ist:

  • Zeit haben und sich nicht langweilen
  • Schokolade zur rechten Zeit
  • Gäste einladen und Zusagen bekommen
  • Kindern zusehen und Zukunft riechen
  • am Straßenrand halten und nachdenken
  • Wörter erfinden und in die Welt entlassen
  • Herausforderungen annehmen und den ersten Schritt machen

… und eiskalte Erdbeerbowle könnte auch noch dazugehören, wenn ich so nachdenke…

Bahnfahren – Lust und Leid

Es folgt eine extrem subjektive Aufzählung, entstanden nach einer sehr speziellen Bahnfahrt, die mich an Grenzen gebracht hat, von denen ich vorher nicht wusste, dass ich sie habe:

Was das Bahnfahren weniger schön macht

  • überwältigender Haarpomadenduft vor mir
  • sehr interessante Handygespräche, die man leider nur zur Hälfte hört
  • mürrische Reisende, die widerwillig einen der vier von ihnen belegten Plätze freiräumen
  • ruckelnde und schubsende Züge mit Eigenleben
  • brutal ausgeleuchtete IC-Waggons – man sieht mehr, als man jemals wollte
  • seltsame Musik (oder schlimmer: Nur die Bässe der seltsamen Musik)
  • überreife Bananen hinter mir
  • WC-Nutzer ohne Zielgenauigkeit

Was das Bahnfahren schön macht

  • vorüberziehende Kulissen drinnen und draußen
  • freie Hände
  • die Auszeit
  • eigene Musik
  • nette Zugbegleiter
  • nette Mitreisende
  • zufriedene Stille, wenn alle ruhig vor sich hin fahren
  • die Abwesenheit von Autos
  • Schnelligkeit
  • Bücher trocken und sicher aussetzen zu können

Füße auf Fahrrad bei durchrasendem Zug. Es regnet.

Acht krumme Dinge, die eigentlich gerade sein wollten

  1. morgendliche Gedanken
  2. Bäume an der Küste
  3. Karaoke-Gesang
  4. eigenwillige Abkürzungen
  5. die Absätze meiner Lieblingsschuhe
  6. Sonnenstrahlen im Wasserglas
  7. Texte. Viele meiner Texte
  8. Lebenswege

Kleine Fluchten

  • nur noch fünf Minuten weiterschlafen
  • die Snooze-Taste sieben Mal drücken
  • Umwege machen
  • nicht ans Telefon gehen
  • in der Sitzung an heiße Schokolade denken
  • sich mittags in eine Kirchenbank setzen
  • während der zwei Minuten Ziehzeit beim Tee bleiben
  • die Mittagspause überziehen
  • einfach nicht hingehen
  • Musik
  • geliebte Kinderbücher erneut lesen
  • an der Urlaubsseife schnuppern
  • alte Postkarten lesen
  • ein Nickerchen machen
  • aufhören zu diskutieren

Wie flüchtet ihr?

Was ich in einer Woche Rom gelernt habe

  • man kann viel länger laufen als erwartet
  • schmerzende Füße sind noch lange kein Grund sich hinzusetzen
  • Straßen überquert man geschmeidig und elastisch wie der übrige Verkehr
  • es passen mehr Leute in einen Bus als die normale Norddeutsche je gedacht hätte
  • es passt auch viel mehr Kunst in einen hinein als vorher vermutet
  • ein Zuviel an Schönheit gibt es nicht
  • man muss nicht alles gesehen haben. Lücken beflügeln die Phantasie und erfordern ein Zurückkommen
  • zusammen reisen ist schöner als allein
  • ab und zu Pausen allein sind aber auch nett
  • probieren erweitert den Horizont, egal, was man probiert (bei cremegefüllten Blätterteigteilchen erweitert sich der Horizont eklatant!)
  • Quellwasser aus Bronzebrunnen schmeckt besser als Flaschenwasser
  • ein Garten in Rom ist ein kleines Stückchen gerettetes Paradies. Wirklich.
  • umsorgt zu werden ist schön (und gefährlich bequem)
  • man muss kein Wort verstehen in einer Morgenandacht. Segen und Amen reichen völlig aus
  • Rom ist… Rom.

Jetzt

  • halbrunder Mond vor rosa Abendwolken
  • schimpfende Vögel auf dem Weg ins Nachtquartier
  • erleuchtetes Fensterkino weit drüben
  • röhrende Vespas und kläffende Hunde im Viertel
  • durchdringendes Grillengezirp
  • erschöpfte Füße
  • müde Augen
  • hellwacher Kopf
  • auf dem Gang die Stimmen meiner Mitreisenden
  • randvoll mit Pantheon, Caravaggio, Bernini, Tiber und Gelato
  • unten bereiten die Nonnen das Abendessen für uns vor
  • ich darf frei entscheiden, ob ich heute Abend mitgehe oder nicht
  • unfassbar, wie gut es mir gerade geht

Was man zum Neugierigsein braucht

Vielen Dank an Anja, Claudia und Simone für das gemeinsame neugierige Suchen nach Dingen, die man zum Neugierigsein braucht! 🙂

(für eine kleine Give-Away-Gottesdienstaktion, laminiert und als Rubbelbild gestaltet)

Eigentlich ganz einfach, oder?