Augustregen am Sonntagmorgen

  • zartes Glucksen in der Regenrinne
  • Gummistiefel mit Blumenmuster sind unterwegs
  • meine Topfpflanzen nehmen ein erfrischendes Bad auf dem Balkon
  • der Bürgersteig verliert seine Krähenmarkierungen und glänzt frisch poliert
  • anregender Regenduft in der frisch gewaschenen Wäsche
  • keine zwingenden Spaziergangsnotwendigkeiten in Sicht
  • die Tauben fliegen schnell und senkrecht
  • unerwartet hohe Regenwurmausbeuten bei den Amseln
  • singende Vögel im Regenrauschen
  • zufriedene vormittägliche Stille

🙂 Schön war dieser Morgen!

für später

  • die unendlichen Vorbereitungen
  • unzählige Rückrufe und Erinnerungen
  • Maße. Hunderte.
  • ungezählte Rückfragen und Weiterleitungen
  • erstaunlich wenig Meetings
  • all die kleinen, unkomplizierten Dienstwege
  • die perfekt vorbereiteten Räume, ganz ohne mein Zutun
  • geniale Vorplanungen meines Kollegen
  • hunderte Wegweiser (in Farbe)
  • der Stau-Konvoi
  • das Lager bei 95 Prozent Luftfeuchtigkeit (gefühlt)
  • alles passt
  • die Umfunktionierung eines Raumes in ein Hochsicherheitsgefängnis
  • Packzeit
  • Männer, die ihr Handwerk können und das wissen
  • eine Woche ruhiger, konzentrierter Zusammenarbeit
  • wieder Vorplanungen
  • seltsame Träume von Dingen, die seltsame Wege gehen
  • insgesamt wenig Schlaf
  • eine ziemliche Menge Überstunden
  • experimentierfreudige, reiselustige Kollegen
  • Whatsapp
  • sehr viel Aufregung
  • Happy End
  • wie genial das alles war
  • was für ein Glückspilz ich bin

Briefe aus dem Paradies I

Briefe aus dem Paradies I

Potentielle Empfänger:

  • meine Angst
  • der Unglaube
  • der Zweifel
  • mein zukünftiges Ich
  • meine Eltern
  • die Freunde
  • die BILD
  • die ZEIT

mittagsfragment

13.57
Verbotenerweise ist das Fenster geöffnet. Es regnet. Auf der Scheibe liegen verlorene Eichenstückchen. Sie werden durch den Regen nicht abgewaschen. Vielleicht werden sie für den Rest der Zeiten dort kleben.

13.58
Eine Fliege hat mein Zimmer gefunden. Ich scheuche sie weg. Sie fliegt auf mein Bein. Ich scheuche sie weg. Sie fliegt auf meine Schulter. Ich scheuche sie weg. Sie fliegt auf meine Hand. Ich scheuche sie weg.

13.59
Das Bett ist weich. Die Fliege beobachtet mich. Ich schlafe ein.

 

Nein, das hat keinen tieferen Sinn. Ich fand es trotzdem faszinierend. Das Leben ist oft fragmentarisch, ohne Höhen oder Tiefen, es gleitet dahin wie Butter in einer heißen Pfanne. Das ist gleichermaßen beunruhigend und beruhigend, und das alles im selben Moment. Was wäre, wenn diese Momente nicht weniger wichtig sind als andere und wir sie nur nicht bemerken?

Meer-Allgemeinplätze

  • die Ruhe da draußen!
  • es verläuft sich ja schon ganz schön
  • das Wasser ist ja gar nicht da!
  • plitsch-platsch, Schmodderzehen!
  • guck mal, die Möwen!
  • ob das grüne Algenzeug essbar ist?
  • halt mal still, ich will ein Foto machen!
  • es wird tiefer!
  • wann kommt das Wasser zurück?
  • Seeluft macht hungrig
  • iih, Wattwurmhaufen!
  • kannst du mich mal eincremen?
  • uh, alles voller Sand…
  • Qualleeeen!!!
  • ist das kalt!
  • heute gibt´s ja gar keine Wellen…
  • wer will ein Eis?
  • ich glaube, du hast einen Sonnenbrand…
  • riechst du das Salz?

Wer hat sich wiederentdeckt? Ich mich auf jeden Fall einige Male… 🙂

Vor dem Frühstück

Ein kleines Lied singt in mir. Ich staune: Wo kam es her?
Schon lange hatte ich keinen singenden Begleiter mehr…

🙂

Gedichtspielen

Ich habe das Gedichtspiel kennengelernt, und, he, ich finde, das ist gar nicht übel geworden! 🙂 Vielen Dank an meine Mitspielerinnen!