Was ich in einer Woche Rom gelernt habe

  • man kann viel länger laufen als erwartet
  • schmerzende Füße sind noch lange kein Grund sich hinzusetzen
  • Straßen überquert man geschmeidig und elastisch wie der übrige Verkehr
  • es passen mehr Leute in einen Bus als die normale Norddeutsche je gedacht hätte
  • es passt auch viel mehr Kunst in einen hinein als vorher vermutet
  • ein Zuviel an Schönheit gibt es nicht
  • man muss nicht alles gesehen haben. Lücken beflügeln die Phantasie und erfordern ein Zurückkommen
  • zusammen reisen ist schöner als allein
  • ab und zu Pausen allein sind aber auch nett
  • probieren erweitert den Horizont, egal, was man probiert (bei cremegefüllten Blätterteigteilchen erweitert sich der Horizont eklatant!)
  • Quellwasser aus Bronzebrunnen schmeckt besser als Flaschenwasser
  • ein Garten in Rom ist ein kleines Stückchen gerettetes Paradies. Wirklich.
  • umsorgt zu werden ist schön (und gefährlich bequem)
  • man muss kein Wort verstehen in einer Morgenandacht. Segen und Amen reichen völlig aus
  • Rom ist… Rom.

Jetzt

  • halbrunder Mond vor rosa Abendwolken
  • schimpfende Vögel auf dem Weg ins Nachtquartier
  • erleuchtetes Fensterkino weit drüben
  • röhrende Vespas und kläffende Hunde im Viertel
  • durchdringendes Grillengezirp
  • erschöpfte Füße
  • müde Augen
  • hellwacher Kopf
  • auf dem Gang die Stimmen meiner Mitreisenden
  • randvoll mit Pantheon, Caravaggio, Bernini, Tiber und Gelato
  • unten bereiten die Nonnen das Abendessen für uns vor
  • ich darf frei entscheiden, ob ich heute Abend mitgehe oder nicht
  • unfassbar, wie gut es mir gerade geht

Was man zum Neugierigsein braucht

Vielen Dank an Anja, Claudia und Simone für das gemeinsame neugierige Suchen nach Dingen, die man zum Neugierigsein braucht! 🙂

(für eine kleine Give-Away-Gottesdienstaktion, laminiert und als Rubbelbild gestaltet)

Eigentlich ganz einfach, oder?

Kleine Freuden, wenn es besser wird

  • wieder Seitenschläfer sein
  • Socken anziehen in fünf Sekunden
  • überhaupt: Socken anziehen!
  • leichtfüßig aufs Fahrrad hüpfen
  • sich einfach irgendwo hinsetzen
  • und wieder aufstehen
  • normal gehen anstatt schlingern wie ein Dampfer bei Windstärke 8
  • den Einstieg ins Auto nicht wie die Besteigung des Matterhorns angehen müssen
  • durchatmen anstatt fluchen wie ein Bierkutschenfahrer
  • sich nicht stündlich fragen, wann das Bein wohl abfällt
  • viel besser gelaunt sein
  • und sehr, sehr dankbar sein

20 Möglichkeiten, einen Elefanten zu fangen

  1. Eine Maus auf ihn hetzen.
  2. Eine Grube graben und Äpfel hineinlegen.
  3. Vergorenes Obst auslegen und ihn betrunken machen.
  4. Die schönste Elefantenkuh mit den längsten Wimpern bestechen und ihn verführen.
  5. Mit einen Staubsaugerrohr als Elefant verkleiden, anschleichen und ihn überwältigen.
  6. Einen elefantastischen Irrgarten anlegen, in die Mitte Bananen legen. Wenn er bemerkt, dass die Lage hoffnungslos ist, Hilfe anbieten.
  7. Privatdetektiv engagieren.
  8. Erdnüsse auslegen und ihn abhängig machen. Dann ein Glas Erdnußbutter im Tausch für seine Freiheit anbieten.
  9. Mit Jeeps und Betäubungsgewehren.
  10. Mit einem Lasso.
  11. Mit Curare-Pfeilen.
  12. Solange auf ihn einreden, bis er aufgibt (die Taktik wendet mein Chef öfter an – funktioniert).
  13. Ihn zwingen, ein Schreibseminar zu besuchen und 20 Arten, Menschen zu fangen, aufschreiben zu müssen. Er wird aufgeben.
  14. Nachts auflauern und ihn bis zur Ohnmacht erschrecken.
  15. Mit einem großen Käfig.
  16. Spiegel aufhängen und ihn verwirren, bis er nicht mehr sicher weiß, wer er ist.
  17. Honig auslegen. Ameisen anlocken. Warten.
  18. Elefantengruppe infiltrieren und ihn an die Rüssel-Connection ausliefern.
  19. Eine Grube graben.
  20. In den Schlaf singen.

Puh. Das war harte Arbeit… hat aber Spaß gemacht 🙂 .

Was mich gerade glücklich macht

  • ankommen
  • nicht allein ankommen
  • die 4,7 kg schwere Melone mitgenommen zu haben
  • nigelnagelneue Sandalen
  • Schmerztabletten
  • auf dem Land zu sein
  • ein kühler Seminarraum
  • Holzfußboden unter den Füßen
  • nachlassender Rückenschmerz
  • ein neues Schreibheft anfangen
  • langsam aufhören zu schwitzen
  • seltsame Wege meines Navis
  • alles neu gerade!

Kleine Abschiede

Neulich saßen wir in einer gemütlichen Runde zusammen und hatten nicht viel zu tun… da habe ich gefragt, was für kleine Abschiede uns spontan einfallen. Es ruckelte ein wenig am Anfang, aber dann lief es! Hier sind unsere Kleinen Abschiede:

  • die Tür der Ferienwohnung hinter sich schließen
  • letzte Kirschen pflücken
  • das Buch zuklappen
  • Gemüseernte
  • abends die Haustür abschließen
  • der letzte Keks deiner Lieblingssorte
  • verwelkende Blumen
  • Winterklamotten einräumen
  • Telefonate beenden
  • ein drei Stunden altes Kaugummi ausspucken
  • Licht ausschalten vorm Einschlafen
  • letztes Kalenderblatt abreißen
  • Frisörbesuche 🙂
  • das Ende des Liedes, das man ewig hören könnte
  • aufhören mit Haarefärben
  • abgeliebte Kuscheltiere ins Regal stellen
  • abgrillen
  • Tannenbaum abschmücken
  • aufräumen nach der Veranstaltung
  • der erste Milchzahn verabschiedet sich
  • der erste zerbrochene Teller des 12teiligen Service
  • der letzte Schluck Bier (und keine Lust, neues zu holen)
  • der Abspann des Films
  • Geburtstagsende
  • das Ende der Kerze
  • das selbst gebaute Minifloß tatsächlich unwiderruflich abfahren zu lassen
  • entrümpeln
  • aufstehen und die gemütliche Runde auflösen

Vielen Dank an Tanja, Olli, Gerd, Sabine, Angela, Simone, Michael, Jürgen und Timon!