10 Arten, einen Urlaub zu beenden

10 Arten, einen Urlaub zu beenden

1. die letzte Mahlzeit essen, sich verabschieden, nach Hause fahren.
2. die letzte Mahlzeit essen, sich verabschieden, sich ins Auto setzen, ein bisschen weinen, nach Hause fahren.
3. die letzte Mahlzeit essen, sich verabschieden, sich auf die Terrasse setzen, ein herzzerreissendes Requiem schreiben.
4. die letzte Mahlzeit essen, sich verabschieden, den Strandkorb in der Eingangshalle umarmen und nie mehr loslassen.
5. die letzte Mahlzeit essen, sich verabschieden, zum Strand gehen, sich einbuddeln lassen und hoffen, dass einen niemand findet.
6. die letzte Mahlzeit essen, sich verabschieden, den Lottogewinn sinnvoll einsetzen, das Haus kaufen und ans Meer ziehen.
7. die letzte Mahlzeit essen, sich verabschieden, ein Baumhaus im Kiefernwald bauen und Selbstversorger werden.
8. die letzte Mahlzeit essen, sich verabschieden, am Strand im Wasser herumplantschen und Pläne schmieden, das Meer in die Mitte Niedersachsens umzusiedeln.
9. die letzte Mahlzeit essen, sich verabschieden, soviele Möwen anfüttern wie möglich, sie einspannen und mit ihnen davonfliegen.
10. die letzte Mahlzeit essen, sich verabschieden, nach Haus fahren und den nächsten Urlaub buchen.

Wie man Masken tragen kann

Wie man Masken tragen kann

– so, wie es sinnvoll ist
– unter dem Kinn (sinnlos)
– an einem Ohr baumelnd wie eine Doppelkirsche (sinnlos)
– die Nase freilassend, so dass man die Nasenlöcher in voller Schönheit sieht (merkwürdig)
– in der Hand (ziemlich sinnlos)
– gar nicht (ein Ärgernis) (die Attestbesitzer sind entschuldigt)
– vorübergehend nicht, wenn man rauchen, essen, trinken oder sich die Nase schnäuzen muss (meinetwegen)
– so stramm, dass die Ohren wie kleine Segel abstehen (ahoi)
– so locker, dass sie rutscht wie eine HipHop-Maske (yo, Bruder!)
– mit beschlagener Brille (Momente, in denen die Maske mit Leidenschaft gehasst wird)
– ohne beschlagene Brille, dafür halb blind (mehr Momente, in denen die Maske mit Leidenschaft gehasst wird)
– halb in den Mund gesogen, weil man zuwenig Luft bekommt (igitt)
– mit Kapuze und Schal kombiniert als erlaubte Totalvermummung (das ist neu)
– im Herbst und Winter als Kälteschutz (gar nicht so übel)
– mit Lachfältchen um die Augen, denn lachen kann man nicht nur mit dem Mund (hübsch)
– mit Haltung (nicht immer leicht)
– den anderen zuliebe (na gut)
– in der Hoffnung, dass es bald vorbei sein möge (bittebitte!)
– und ihr so?

10 unterseeische Geheimnisse

10 unterseeische Geheimnisse

  1. Meerpferde wiehern nicht, sie blubbern. Laut.
  2. Muscheln sind schlimme Tratschtanten. Gerüchte verbreiten sich bei Ihnen schneller als eine Flunder über die Muschelbank schwimmen kann.
  3. Meer und Sturm sind streitende Liebende. Zum Schluß versöhnen sie sich immer wieder.
  4. Quallen sind fast immer schlecht gelaunt.
  5. Luftbläschen kichern, wenn sie im Wasser nach oben steigen. Sie sind furchtbar kitzlig.
  6. Haie sind unfassbar eitel. Sie haben immer einen Kamm hinter ihren Kiemen für ihre seegrünen Mähnen.
  7. Walmänner werden immer freundlicher, je dicker sie werden.
  8. Sprottenschwärme sind die Mückenplagen der flachen Gewässer. Sie können es nicht lassen, alles und jeden anzuknabbern.
  9. Leuchttürme sind Riesenstecknadeln, die das Land festpinnen, damit es nicht wegschwimmt.
  10. Flamingofische mögen ihre rosa Schuppen nicht. Sie tragen jeden Morgen wasserfestes, grünes Make-Up auf.

 

was an mir vorbeiflog

was an mir vorbeiflog

  • faule Windräder mit träge rudernden Armen
  • verfrühte Herbstblätter
  • Nudelsalat
  • duftige Teewölkchen
  • klimatisierte Autokäfige
  • eine Menge Urlaubsmusik, immer links und rechts an den Ohren vorbei
  • lose Gedankenfäden, ungesponnen
  • Aufbruchswohligkeit
  • astronautische Neffenpläne zur Eroberung des Weltalls
  • mütterliche Gefühle für den nun verwaisten Balkon

Was man mit den Händen macht

Was man mit den Händen macht

  • Brotteig kneten
  • Tränen abwischen
  • Haare verschiedenster Lebewesen kraulen
  • zarte Worte auf Papier schreiben
  • beherzt ins Abflußsieb greifen
  • Sandburgen bauen
  • den Mittelfinger zeigen
  • segnen
  • mit der Seife spielen
  • Haare flechten
  • übers Holz streicheln und die Maserung spüren
  • in der Nase bohren
  • mit dem Pinsel Farbe verstreichen (und sehr zufrieden sein)
  • Pflanzen in Erde setzen
  • Sonnenmilch verteilen
  • Klavier spielen
  • überhaupt: Musik machen
  • zeichnen
  • alles anfassen um die Welt zu spüren

Gefühls-ABC oder wie ich genussvoll in Selbstmitleid badete

Gefühls-ABC oder wie ich genussvoll in Selbstmitleid badete

A = Angst haben

B = beleidigt vom Leben sein

C= Charme vermissen

D = sich dusselig fühlen

E = ehrlich sein

F = friedfertige Gedanken wegputzen

G = gefährlich knurren

H = herrje, herrje denken

I = irrational handeln

J = jammervoll die Mundwinkel hängen lassen

K = Kaninchen ins Loch verfolgen und fallen

L = leidvoll gucken

M = mysteriöses Unwohlsein haben

N = nerven!

O = sich opferig fühlen

P = Pissnelke! Pissnelke! denken

Q = qualvoll juckende Mückenstiche

R = reuevoll bereuen

S = sensibelste unter den Sensiblen sein

T = tumbe Gedanken denken

U = unruhig auf und ab stromern

V = vorwurfsvoll gucken

W = widerwillig aufbrechen

X = x-mal aufregen

Y = Yps-Hefte vermissen

Z = zerrissen sein

Und ihr so?

was schön ist

was schön ist:

  • ein Wiedersehen beobachten
  • keine Schlange beim Bäcker
  • das sündige Schokoladencroissant
  • der grauhaarige sehr alte Hund
  • Ententeenager schnurgerade aufgereiht, während Papa den Tag einschnattert
  • Domglockengeläut
  • eine Wahl haben
  • unfassbar gute Akkordeonspieler
  • sich Zeit stehlen
  • Sonnenflecken auf der Hand
  • morgens schon zu wissen: Zum Abendessen gibt es Eis. Mit Sahne.

Was ich im nächsten Jahr garantiert nicht tun werde

Was ich im nächsten Jahr garantiert nicht tun werde:

  • Fallschirmspringen
  • die Zugspitze zu Fuß erklimmen
  • Schuhe mit 10cm Absätzen kaufen (geschweige denn tragen)
  • anfangen, Auberginen zu mögen
  • mehr Sport machen (obwohl, überraschenderweise finde ich Spazierengehen seit einigen Wochen ganz cool)
  • aufhören, Schokolade zu lieben
  • weniger schreiben
  • Sachbücher lesen
  • meinen Neffen vernünftige Geschichten erzählen
  • auf ewig festlegen, was ich mag und was nicht
  • aufhören, Listen zu schreiben

Drei Wünsche hast du frei

Ich wünsche mir

  • eine Katze oder zwei
  • nette Nachbarn
  • immer jemanden zum reden
  • Tulpen das ganze Jahr über
  • Schokolade, die nie ausgeht
  • Freunde, die mich gern haben
  • Freunde, die ich gern habe
  • eine frische Brise, wenn sie not tut
  • den Liebesroman zur passenden Zeit
  • Marienkäfer auf meinen Blattläusen
  • leise Rasenmäher
  • einen Garten
  • ein Fahrrad, das mir passt
  • immer eine freie Sonnenbank
  • Disziplin, um Ideen nicht nur zu haben
  • Zeit, um Ideen umzusetzen
  • Mut für Veränderungen
  • Durchsetzungsvermögen an der richtigen Stelle
  • Verantwortung abgeben zu können
  • meine Klappe halten zu können
  • dass alle meine Lieben ewig leben
  • Fräulein Honigohr-Fähigkeiten für den kläffenden Nachbarshund
  • jeden Tag acht Stunden Schlaf
  • ein allwissendes Abo meiner zukünftigen Lieblingsbücher
  • Familienfeste mit Familie
  • allzeit Vertrauen
  • eine an- und ausschaltbare Teflonhaut
  • neue Hobbys
  • Gelassenheit

Oh. Das waren mehr als drei?

Worauf vertraue ich?

  • dass es immer weitergeht
  • auf unsichtbare Netzwerke zwischen Menschen
  • und deren Kraft, sie immer wieder neu zu formen
  • zwischen all dem Unschönen findet sich immer etwas Schönes
  • wenn wir danach suchen, werden wir es finden
  • auf die Farbe Gelb im Frühling
  • dass Schokolade glücklich macht
  • Vernunft und Unvernunft werden ein Leben lang streiten und die Vernunft wird niemals aufgeben
  • dass Fantasie alles erträglicher macht
  • an kleine Liebesbotschaften: Briefe. Videoanrufe. Fragen. Ein Schnurren.
  • dass Gedanken an Gott aufrichten
  • an die Macht der Worte
  • dass Worte Menschen öffnen
  • die vermissten Socken werden irgendwann wieder auftauchen
  • es ist immer irgendwo hell
  • die Vögel im Wald singen, auch, wenn ich nicht dort bin
  • jede Krise hat irgendwann ein Ende

Ich weiß, es ist eine Liste, aber besondere Zeiten erfordern besondere Maßnahmen. Wenn ihr mögt, macht es nach, es baut ungemein auf, je länger man sucht und schreibt.

Der Dienstag dichtet! 🙂  Katha kritzelt hat diese Aktion ins Leben gerufen: Jeden Dienstag wird ein Gedicht aus eigener Herstellung veröffentlicht. Auch Wortgeflumselkritzelkram, Mutigerleben, Werner KastensFindevogel, die Wortverzauberte und  Ein Blog von einem Freund sind mit von der Partie. Schaut doch mal bei ihnen vorbei, der Dienstag fängt besser an mit ein bisschen Wortzauberei!