sie gingen leichtfüßig

sie gingen leichtfüßig
wie Löwenzahnsamen
warfen die Wörter aus vollem Herzen
mit fliegenden Armen
erzählten es allen
fassten die Klagenden an beiden Händen
umarmten die Weinenden
verteilten die Wörter
wie Löwenzahnsamen
liessen zurück
leuchtende Spuren
der Hoffnung

(nach Lk 24,9)

Der Dienstag dichtet!  
Katha kritzelt hat diese Aktion ins Leben gerufen: Jeden Dienstag wird ein Gedicht aus eigener Herstellung veröffentlicht.
Auch Wortgeflumselkritzelkram
Mutigerleben
WernerKastens
die Nachtwandlerin
Myriade
Gedankenweberei
Wortverdreher
Myna Kaltschnee
Lebensbetrunken
der BerlinAutor
Vienna BliaBlaBlub
Red Skies over Paradies
Your mind is your only limit
Dein Poet
Geschichten mit Gott
Lindasxstories
Findevogel
und Traumspruch sind mit von der Partie.
Viel Freude bei allen Besuchen!

wenn

wenn meine Ängste sich zusammenrobben
sich knurrend ineinander verbeißen
die Wände hochklettern
an der Zimmerlampe baumeln
polternd auf Tisch und Teppich fallen
und Sätze schreien wie
„ich hab´s ja gesagt!“
„du wirst schon sehen!“
„nie wird das funktionieren!“
und ich
öffne Türen und Fenster
was dann?

Der Dienstag dichtet!  
Katha kritzelt hat diese Aktion ins Leben gerufen: Jeden Dienstag wird ein Gedicht aus eigener Herstellung veröffentlicht.
Auch Wortgeflumselkritzelkram
Mutigerleben
WernerKastens
die Nachtwandlerin
Myriade
Gedankenweberei
Wortverdreher
Myna Kaltschnee
Lebensbetrunken
der BerlinAutor
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Red Skies over Paradies
Your mind is your only limit
Dein Poet
Geschichten mit Gott
Lindasxstories
Findevogel
und Traumspruch sind mit von der Partie.
Viel Freude bei allen Besuchen!

Alles

„Hör mal“, sagst du.
„Ja?“ sagt Gott.
„Ich habe gehört, dass du alles über mich weißt. Stimmt das?“
„Ja“, sagt Gott.
„Oh“, sagst du. „Alles? Wirklich?“
Gott nickt.
„Das ist… ziemlich viel“, sagst du und fühlst dich unbehaglich.
Gott nickt wieder. Er hat seine Hände gefaltet vor sich auf den Tisch gelegt.
„Kann ich mein Veto einlegen?“ fragst du.
Gott schüttelt den Kopf. „Nein“, sagt er.
Du überlegst, an was du heute morgen schon alles gedacht hast. Eieiei. „Das gefällt mir nicht“, sagst du.
„Ich weiß“, sagt Gott und lächelt.
Du bist empört. „Aber ich habe doch wohl ein Recht auf Privatsphäre!“
„Bei mir nicht“, sagt Gott.
„Das geht doch nicht! Du darfst nicht die ganze Zeit in meinen Gedanken rumwühlen!“ rufst du wütend, „ich tue das bei dir doch auch nicht!“ Du lässt großzügig unter den Tisch fallen, dass du das gar nicht kannst. Hier geht es schließlich um Grundsätzliches.
„Ich habe dich gemacht“, sagt Gott und blickt dir in die Augen, „natürlich kenne ich alle deine Gedanken. Was wäre ich für ein Schöpfer, wenn ich nicht an dir interessiert wäre?“
„Aber… aber…“ stammelst du, „… trotzdem!“
„Und glaub mir, meine Gedanken willst du gar nicht kennen. Dein Kopf würde explodieren“, fügt Gott sachlich hinzu. Er lehnt sich zurück und nimmt einen Schluck Kaffee. „Ändert sich für dich was, wenn du weißt, dass ich deine Gedanken kenne?“
Du holst tief Luft. „Natürlich! Was glaubst du denn! Ich kann doch nie wieder in Ruhe denken, wenn ich weiß, dass du mitliest!“
Gott lacht laut los, verschüttet Kaffee und setzt seine Tasse zurück auf den Tisch. „Meinst du, ich würde peinlich berührt erröten? Es gibt absolut nichts, was du denken könntest, was ich nicht schon gedacht habe. Glaub mir!“
Du merkst, dass du rot wirst. „Du hast gut reden! Mir ist das peinlich! Ich will vieles gar nicht denken, aber es passiert einfach, da kann ich überhaupt nichts gegen tun!“
Gott legt kurz seine Hand auf deine und nimmt sie wieder weg. „Mach dir keine Sorgen. Es ist ok, wirklich. Solange wir miteinander reden, ist alles gut.“
Du bist nicht überzeugt. „Ich finde das unfair. Manchmal braucht man doch eine Auszeit! Um ganz bei sich zu sein!“
„Du bist doch ganz bei dir, oder etwa nicht?“ Gott sieht dich an. Dann schüttelt er den Kopf. „Ich kann es nicht ändern. Du bist bei mir und ich bin bei dir. So ist es.“
Du erinnerst dich. „Nähme ich Flügel der Morgenröte und bliebe am äußersten Meer… „
„… so würde ich dich auch dort halten und bei dir sein“, antwortet Gott.
Du überlegst. Auf den Flügeln der Morgenröte reisen, klingt verlockend. Das wolltest du schon immer mal tun, aber du hattest Angst. So weit weg, ganz allein. Wenn Gott dabei wäre… vielleicht ist dieses Konzept des alles Wissens und immer da seins doch nicht komplett übel. „Naja…“ sagst du schließlich widerwillig, „aber ich hasse es, wenn man mir ein schlechtes Gewissen macht!“
„Ich weiß“, sagt Gott.
„Ich kann ja versuchen, mir Mühe zu geben mit meinen Gedanken“, sagst du steif.
„Ach, lass das. Mir ist lieber, du bist ehrlich“, sagt Gott. Dann zwinkert er dir zu. „Und es ist viel interessanter, wenn du nicht versuchst, heilig zu sein. Weißt du noch, deine Franziskus-Phase vor ein paar Jahren? Das war anstrengend.“ Er schüttelt den Kopf. „Menschen sind nicht heilig, so habe ich euch nicht gemacht. Fürs Heiligsein habe ich meine Engel, das reicht mir völlig.“
Du atmest tief ein und wieder aus. Na gut. Dann wirst du eben weitermachen wie bisher.
„Genau“, sagt Gott. „Morgen, selber Ort, selbe Uhrzeit?“
Du nickst.
Und Gott ist verschwunden.

Corona-Tätigkeiten

  • der Wäsche beim Trocknen zusehen
  • Wolken deuten
  • erstaunt feststellen, dass die Eiswürfel geschmolzen sind
  • Seifenblasenpusten erwägen und verwerfen
  • Nachbarn sehen, die ich noch nie getroffen habe
  • Überlegungen tätigen, warum die Füße nicht gleichmässig bräunen
  • Ameisenpfade entdecken
  • die Bienen im Lavendel als ziemlich übereifrig einstufen
  • Laubbläser sehr, sehr lästig finden
  • das Aufwachen als Sport betrachten

Sommergrippe

  • das zarte Quietschen der Windmühle im Rucculatopf
  • im Lavendel hektisches Gesumm
  • der Tee schmeckt nach Heu
  • von sehr weit her segeln Bläser und Choräle im Blau
  • ein Zipfel Wolkenweiß zerfließt wie Butter in der Pfanne
  • leise knistert die Taschentuchtüte
  • eine Ameise erkundet mein linkes Bein
  • die Unfähigkeit, meine Augen länger als zehn Minuten offen zu halten
  • überrascht sein, was in zehn Minuten alles geht

Dein Schweinehund und die Schreibkrise

Du legst deinen Kopf aufs Tischtuch und seufzt leidenschaftlich vor dich hin. Was sollst du nur tun? Soviele Etüden zu schreiben und was ist in deinem Kopf? Ein Flohzirkus. Oder nichts. Und das immer abwechselnd. Wobei die gähnende Leere schlimmer ist als der Flohzirkus, da bist du wenigstens abgelenkt. Seit Jahren hast du nicht mehr so selten geschrieben wie in den letzten Wochen. Was waren das für wunderbare Zeiten, als du sogar morgens in der Regionalbahn Gedichte geschrieben hast! Du lässt deinen Kopf ein paarmal auf die Tischplatte plumpsen und schielst vorsichtig zu deinem Schweinehund hinüber, der dich nicht beachtet. Das ist wieder typisch, du leidest vor dich hin und dein Schweinehund sitzt im Liegestuhl auf dem Balkon und schlürft geräuschvoll Aperol Spritz. Er lässt den Strohhalm in sein Glas fallen und richtet sich auf.
„Was?“ fragt er durch die offene Balkontür und schiebt die Sonnenbrille hoch.
„Du bist echt nicht hilfreich“, sagst du vorwurfsvoll und legst dich mit beiden Armen schwer auf den Tisch. „Wie wenig wir uns doch kennen!“
Dein Schweinehund guckt verwundert. „Wieso? Natürlich kenne ich dich! Was ist denn?“
„Ich leide!“ sagst du nachdrücklich und lässt deinen Kopf auf die Arme fallen. Er fühlt sich sehr schwer an.
„Ach, Quatsch“, sagt dein Schweinehund, lehnt sich zurück, schiebt die Sonnenbrille wieder nach vorn und nimmt einen Schluck Aperol Spritz.
„Siehst du? So ist das immer!“ Du klingst weinerlich. „Nie bist du da für mich, wenn ich dich brauche. Ich habe die größte Schreibkrise seit ever, und was tust du? In der Sonne braten und massenhaft Alkohol trinken!“
Dein Schweinehund wedelt mit der Pfote. „Das ist heute erst mein Dritter. Du bist bloß neidisch.“
„Neidisch? Worauf sollte ich denn neidisch sein?“ Deine Stimme klingt ein bisschen gequetscht, es ist schwierig mit abgeknicktem Oberkörper sarkastisch zu sein, aber das hält dich nicht auf. „Vielleicht darauf, dass du in aller Herrgottsfrühe schon ekelhaft gut gelaunt bist? Oder dass du seit Stunden im Schatten sitzt, Aperol Spritz trinkst und es dir gut gehen lässt, während ich hier verzweifle?“ Du stützt deinen Kopf auf die Hände und starrst deinen Schweinehund anklagend an.
Er starrt zurück. Zumindest nimmst du das an, er hat ja immer noch die Sonnenbrille auf. Schließlich steht er auf, stellt seinen Aperol Spritz auf den Balkontisch und stapft ins Wohnzimmer. Er setzt sich neben dich und legt dir bedeutsam eine Pfote auf die Schulter. „Du spinnst ja“, sagt er, „jetzt hör mal auf, solche Kulleraugen zu machen und reiß dich zusammen.“
Du schnaufst entrüstet und willst etwas sagen, aber er lässt dich nicht zu Wort kommen.
„Ich tue bloß das, was ich am besten kann, und du könntest es mir ja ein einziges Mal nachmachen, anstatt in Selbstmitleid zu versinken.“
„Was? Was soll ich nachmachen?“ rufst du noch viel entrüsteter.
„Nichtstun. Tu doch einfach mal nichts!“ Dein Schweinehund klopft dir auf den Rücken und du fällst fast vom Stuhl. „Trink einen Aperol Spritz mit mir! Guck in den Himmel! Und denk nicht dauernd darüber nach, wie er aussieht und wie du das aufschreiben kannst. Guck ihn einfach an!“
Du bist sprachlos.
Dein Schweinehund nickt zufrieden. „Weisst du, man muss wirklich nicht dauernd etwas tun. Manchmal reicht es auch schon, einfach vor sich hinzugucken.“
„Das hat doch diese schwedische Schriftstellerin gesagt…“ erwiderst du matt.
„Na, da hat sie aber von mir geklaut“, sagt dein Schweinehund. „Ich gehe jetzt wieder nach draußen. Kommst du mit?“
„Ich überleg noch ein bisschen“, sagst du. Du spiegelst dich in seiner Sonnenbrille. Du siehst ziemlich müde aus.
Dein Schweinehund zuckt mit den Achseln. „Bring Eis mit, wenn du kommst, meins ist geschmolzen.“
Du siehst ihm hinterher. Eine kleine Brise zerzaust sein Fell, als er wieder in den Liegestuhl sinkt.
Vielleicht solltest du eine Sommerpause machen, denkst du, aber vorher probierst du es nochmal mit einer letzten Etüde. Das wäre doch gelacht.

Das war ein Beitrag zum Etüdensommerpausenintermezzo 2022, 7 aus 12 plus den Satz „Wie wenig wir uns doch kennen“. Ich habe sieben Worte untergebracht, ich habe dreimal nachgezählt. 😊 Vielen Dank an Christiane, die das alles organisiert! Und nun werde ich tatsächlich in die Sommerpause gehen und in den Himmel gucken, aus gut gefüllten Gläsern mit viel Eis nette Dinge schlürfen und den Sommer genießen. Außer, mir fällt doch noch was ein, was aufgeschrieben werden will. Dann lesen wir uns. 😊

unter dem Asphalt

unter dem Asphalt
liegt der Sand
und träumt
frühere Leben
tanzende Forellen
in kühlem Wasser
Sonnenstrahlen
über grünen Lilien
Libellen grüßten im Steilflug
heute schicken nur
die schwersten LKW
ein Beben
über seinen Rücken
unter dem Asphalt
liegt der Sand
und träumt

Dieses Gedicht ist ins Leben gerufen worden durch den Spruch: Unter dem Asphalt liegt der Strand. Der hat sich mir ins Gehirn gebohrt und nicht eher Ruhe gegeben, bis er angemessen verarbeitet war. 😊

Der Dienstag dichtet!  
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Viel Freude bei allen Besuchen!

Ausgelesen: Der kleine Buchladen zum großen Glück. Von Jackie Fraser.

Jaja, es ist ein Schmachtfetzen, ich weiß, ich weiß, ich leugne es gar nicht. Aber ein schöner, lustiger, gut geschriebener Schmachtfetzen mit überraschend viel Realitätsanteilen, und, was noch wichtiger ist, er ist nicht so puderzuckerklebrig süß wie viele andere dieser Schmachtfetzen. Und wenn die Freundin während des gemeinsamen Urlaubs dauernd darin liest, vor sich hin kichert und es empörenderweise nicht hergeben will, bevor sie es ausgelesen hat, ja dann: Dann liest man es halt danach und weiß jetzt, warum sie vor sich hin gekichert hat.
Der Inhalt: Thea erbt ein schottisches Cottage (keine genervten Seufzer, bitte!) und stellt fest, die Erbschaft ist ein klein wenig größer als vermutet. Rein zufällig ist gerade zuvor ihr bisheriges Leben in tausend Einzelteile zersprungen (auch Augenverdrehen hilft nicht, da müsst ihr durch) und so kommt ihr dieses Cottage ganz gelegen, um Wunden zu lecken und viel Abstand zu gewinnen. Noch viel zufälligerweise ist das Cottage das alte Pförtnerhäuschen eines Landadeligen, der im herrschaftlichen Anwesen am Ende der ewig langen Zufahrt wohnt (Klischeealarm!!!). Und nun die Überraschung: Für den Lord interessiert Thea sich nicht. Sie mag die Buchhandlung im kleinen schottischen Dorf, die rein zufälligerweise der Bruder des Lords betreibt… 😁
Ok, eine Ansammlung von harten Realitäten ist dieses Buch nun gerade nicht. Aber wer schon mal verzweifelt einen Liebesroman gesucht hat, der nicht tropft, wenn man ihn schräg hält und die Nase gestrichen voll hat von all den kleinen Cafés, Patisserien, kleinen Cottages am Meer und den anderen Sehnsuchtsorten plus zufällig gerade anwesendem Mann, der findet hier: Ein Cottage plus Mann. Das aber wirklich nett geschrieben, nicht überzuckert, mit einer Prise Sozialkritik und einer sympathischen Heldin. Ich habe es ausgesprochen gern gelesen und gleich im Netz geforscht, ob es noch mehr Bücher dieser Autorin gibt. Gibt es nicht! Das ist ihr erstes. Dann hoffen wir mal, sie verliert nicht die Lust am Schreiben. Ich warte!

Windesleicht

meine heimlichen Hoffnungen
spreizen sich
wie die Samen eines Löwenzahns
perfekt rund
grazil offen
herzenswunschleicht
wehe dem Luftzug
der es wagt
das perfekte Rund
auseinanderzuwehen

Der Dienstag dichtet!  
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Oink lernt Ameisen kennen

„Du“, sagt Oink, „was sind denn das für komische kleine Krabbler hier?“
„Ameisen“, sage ich.
„Die sind aber ganz schön beschäftigt, oder?“ Oink betrachtet eine Ameise, die zielstrebig irgendwohin läuft.
„Allerdings“, sage ich.
„Du klingst gestresst“, stellt Oink fest und betrachtet mich neugierig.
„Allerdings!“ sage ich mit Nachdruck. „Sie könnten sich woanders beschäftigen als auf meinem Balkon!“
„Unserem Balkon“, berichtigt Oink.
„Stimmt. Unserem Balkon.“
„Du magst keine Ameisen?“ fragt Oink.
„Nein. Es sind zuviele. Und ich möchte nicht, dass sie in unsere Wohnung laufen.“
Oink betrachtet die kleine Ameisenstraße auf dem Balkongeländer. „Weisst du, dass sie sich gar nicht unterhalten? Sie summen nur, die ganze Zeit ‚voran, voran, zurück, zurück‘. Das klingt ganz schön stressig.“
„Naja, für ihre innere Ruhe sind Ameisen jetzt nicht unbedingt bekannt“, brumme ich.
„Also, ich arbeite gern“, sagt Oink, „aber die ganze Zeit? Immer? Hm.“
„Ich mache auch gern mit dir Pause“, sage ich und freue mich schon auf die nächste.
„Hören die denn nie auf?“
„Nein“, sage ich, „für die ist es das Höchste, auf Achse zu sein, schaffe, schaffe, Häusle baue und kleine Ameisen machen. Pausen sind da überflüssig.“
Oink schnauft und starrt ungläubig auf die Ameisen im Lavendel. „Ich glaube, ich bin ganz froh, ein Oink zu sein. Ameise sein wäre nichts für mich. Ohne Pausen leben… brrrr.“ Er schüttelt seine rosa Ohren.
Ich nicke. „Na dann. Wie wär´s mit einer Tasse Tee?“
„Ja!“
Und dann beobachten wir friedlich Tee trinkend die emsigen Ameisen, während ein kleiner Wind sanft über Arme und Fell streichelt und auch über die Ameisen, denen das herzlich egal ist.