16.06.2018

Universelle Sprache im Schwimmbad, unabhängig von Alter, Geschlecht oder Hautfarbe:

„BrrrrrrrwhfffschlotterschlotterbrrrrrrrKALT!brrrrr…“
(wenn trockene Haut auf das kalte Wasser des Schwimmbeckens trifft)

Passt immer! 🙂

Glücklich sein

Und dann war es wieder da, dieses Gefühl von Glücklichsein, und das, obwohl der Tag nicht perfekt verlaufen war, nicht, wie er eigentlich nach meiner Vorstellung davon sein sollte, mit viel Zeit, Gelassenheit, einem Buch und genug Zeit, um gemütlich zu frühstücken. Stattdessen hatte der Tag viel zu früh angefangen, artete schon vor sieben Uhr morgens in Hektik aus, weil ich zu viele Dinge in zu wenig Zeit stopfen wollte, was natürlich nicht gelang, und während ich meine Tasche packte, zu heißen Tee trank und noch überlegte, welche Schuhe ich anziehe, klingelte es auch schon an der Tür. Überhaupt war ich ganz und gar im Zweifel, was die Pläne dieses Tages anging: Wollte ich das wirklich? Hatte ich nicht viel zu schnell zugesagt, im ersten Eifer nicht nachgedacht? Immerhin musste ich am nächsten Tag schon wieder arbeiten, sollte man da wirklich den ganzen freien Tag für andere verplanen?

Und dann passierte das, was mir häufiger passiert: Im Tun wurde alles immer besser. Und besser! Vielleicht ist das so, wenn man das macht, was einem wirklich gefällt: Singen. Schreiben. Zuhören. Gemeinsam arbeiten. Vögel belauschen. Eis essen mit Freunden ohne Sinn und Zweck. Das Tun steigt auf wie ein Vogel in die Luft, schwebt und fliegt und über allem liegt ein Glanz und man ist glücklich. Und der Schöpfer lächelt. Vielleicht sollte man viel öfter einfach tun ohne groß zu fragen, ob das denn auch sinnvoll, maßvoll und passend sei. Und dann sitzt man da, nach getanen Dingen, und guckt zu, wie das Glück aufsteigt, leicht wie eine Feder, geboren aus dem, was einen den Tag über erfüllt hat. Und draußen, gegenüber auf dem Dachgiebel, singt eine Amsel ihr Abendlied, das auch aufsteigt und sich mischt mit dem Glück. Braucht man mehr?

Domweih II

Heute Abend müde aus dem Zug gestiegen. Auf dem Weg nach Hause werde ich von einem Mann überholt, der einen großen Luftballonschlumpf an einer Schnur hält. Der Schlumpf ist fast größer als er, ich übertreibe hier natürlich absolut nicht, und er leuchtet fast schon unwirklich blau-weiß. Als der Mann mich überholt hat und vor mir wieder rechts einschwenkt (fast wie ein Auto nach dem Überholen, nur ohne den Blinker zu setzen, aber das kennen wir, ist auf der Autobahn ja auch nicht anders), zieht er die Schnur ein und den Schlumpf hinter seinen Rücken. Jetzt winkt er (der Schlumpf) mir bei jedem Schritt mit seinem kleinen blauen Arm zu und wippt dabei im Takt der Schritte seines Halters. Ich habe das untrügliche Gefühl, hier flirtet ein Schlumpf mit mir, und der Abend gleitet leicht ins Surreale ab. Prüfend sehe ich nach oben – ist der Himmel noch blau oder sehe ich da schon eine Spur Violett? Der Schlumpf winkt ekstatisch, als der Mann in leichten Trab fällt. Dann biegt er nach rechts ab, der Schlumpf lässt traurig den Kopf sinken, sein Arm knickt ab und wir verlieren uns aus den Augen.

Und nun treiben mich Fragen um. Wie kam der Mann an den Schlumpf? Warum war es kein Einhorn? Wo ging er hin und wer wartete dort auf ihn? Und – vermisst er mich? Der Schlumpf, meine ich. Fragen über Fragen. Und keine davon wird je beantwortet werden. Tragödien des Alltags!

Wunder können uns nur dann verzaubern…

Neulich im Gottesdienst wurden Karten verteilt. Solche hier:

Ich habe mich sehr darüber gefreut, sie waren mit soviel Liebe gemacht, alle unterschiedlich und einfach schön. Und die Aussage erst! 🙂

Es blieben ein paar übrig, ich habe sie mitgenommen und an ein paar Kolleginnen verteilt, einfach so. Selten hatte ich einen netteren Tagesanfang im Büro, es gab ausschließlich begeisterte Reaktionen. Vielen Dank an die kreativen Bastlerinnen! Und meine hängt nun neben dem Einhorn an der Pinnwand und erinnert mich regelmässig:

Himmelfahrtstag

Ich habe heute einen kleinen Ausflug gemacht. Auf der Strecke:

  • jede Menge aufgehübschte Bollerwagen mit hochprozentigem Inhalt und Menschenmassen drumherum
  • je ländlicher, desto mehr Bollerwagen
  • Schlangenlinie fahrende Männer
  • Fahrradgruppen mit Bierbecher am Lenker oder in der Hand
  • untergehakte Männer, die jeweils zu zweit die gesamte Breite des Fahrradweges brauchten – von links nach rechts, von rechts nach links…
  • entblößte Oberkörper (durchaus ansehnlich, aber, Jungs, da draußen waren höchstens 17 Grad! Brrrr!)
  • an Wiesenränder pinkelnde Männer
  • einsame, leere, traurige Bierflaschen am Wegesrand
  • gemischte Picknicks am Straßenrand (wie gesagt, 17 Grad draußen)
  • Männergruppen, die Synchrontanz zur Musik vom Bollerwagen machten
  • eine sehr gut gelaunte Mädchengruppe mit blinkenden Papphütchen
  • Gruppen in kurzen Hosen und T-Shirt contra Gruppen mit Funktionsjacken, Käppis, Schals und Wanderschuhen
  • tatsächlich zweimal Inlineskater
  • und weitere 3478 Radfahrer beiderlei Geschlechts und jeden Alters, tapfer gegen den Wind ankämpfend

Insgesamt war das ein extrem vergnüglicher Ausflug! Ich wünsche allen morgen früh eine gute Strategie zur Katerbewältigung 🙂 .

heute an der Ampel

Vor mir an der Fußgängerampel, zwei Männer Mitte zwanzig, Hemd, Hose, Schnürschuhe.

„Ja, das sagense alle, wennse das erste Mal hier zu Besuch sind: Schöne Stadt, viel Grün, hier kann man gut leben.“
„Mmh.“
„Aber wenn de dann erst mal drei Jahre hier lebst, ich sach dir! Da kennste alles. Man kann hier absolut nichts machen. Es gibt gar nichts. Langweilig, das ist es!“
„Mmh.“
„Ne Rentnerstadt, das isses hier.“

Boah. Fühle mich plötzlich viel älter. Bis eben dachte ich, ich würde in einer wirklich hübschen, attraktiven Stadt leben…

Falsche Frage

Du fragst: War´s das wert?
Oder lebten wir verkehrt?
Aus neu wird immer alt.
Vergangenheit verhallt.
Ich lächle. Ist das wichtig?
Das Jetzt zählt. Und das ist richtig.