1. Dezember

Das erste Päckchen! Hurra! Es wurde auch Zeit, das Schwein macht uns wahnsinnig, es rennt durch die Wohnung, als ob’s kein Morgen gäbe. Aber nun ist es soweit.

So eine hübsche Verpackung, die darf ein Zweitleben haben! Und was ist drin?

Bisschen Spannung aufbauen… 😊🐽 das Schwein schnuppert aufgeregt, es muss was Gutes sein.

Schokolade!! Hach… der Dezember fängt sehr gut an. Das Schwein fragt, wie wir die zwei Täfelchen denn jetzt aufteilen? Das wäre doch voll schwierig? Oder ob es einfach alles bekommt und wir anderen gucken morgen? Mein Adventsbegleiter lächelt fein. Ich glaube, das wird ein interessanter Dezember.

hoffnungsvoll

hoffnungsvoll
durch die Stadt laufen
jeden Stern und alle hellen Fenster
als Zeichen guten Willens sehen
die Kälte auf den Wangen
begrüßen als Lebendigmacherin
in den Gesichtern
das Lächeln suchen
nicht aufgeben
das ist Advent

Schwein gehabt

Große Dinge werfen bunte Schatten voraus, und so hat das Schwein es tatsächlich geschafft, meinen Adventsbegleiter früher als sonst vom Dachboden zu locken. Er hat mich gefragt, wie es denn so in der Welt stünde nach seinem elfmonatigen Winterschlaf, und meine Antworten haben ihn sehr nachdenklich aussehen lassen. Dem Schwein war das ziemlich egal. Es hat gefragt, ob wir wüssten, was für ein Schwein es sei, und als wir nur falsche Antworten gegeben haben, hat es uns die Auflösung gegeben: Ein Danke-dass-Sie-bei-uns-eingekauft-haben-Schwein sei es. Niemand hätte es einfach so haben wollen, es sei eine Draufgabe gewesen, eine oftmals unerwünschte, und er und seine Begleiter hätten neben erfreulichen auch einige sehr unerfreuliche Erlebnisse gehabt, aber das sei eben Teil des Lebensrisikos, und Teil des Lebens sei es auch, im Dezember morgens ein Geschenk auspacken zu dürfen, also er zumindest. Ob ich das auch so sehen würde?
Mir fiel nichts Gegenteiliges ein, nur, dass wir uns natürlich abwechseln würden, Teilen sei das Wort der Stunde. Das Schwein nickte. Dann nahm er meinen Adventsbegleiter und galoppierte mit ihm zum Adventskalendertisch, wo sie sich etwa eine Stunde lang über Art, Form und Verpackung der Päckchen austauschten, während ich Brote belegte, Tee trank und mich für die Arbeit fertig machte. Seitdem war ich noch nicht wieder zu Hause, aber ich weiß es in guten Händen. Der 1. Dezember kann kommen.

heute nahm ich

heute nahm ich
eins der Wörter
vom Friedhof
der ungesagten Dinge
mit ins Licht
und siehe
es war quicklebendig

Der Dienstag dichtet!  
Katha kritzelt hat diese Aktion ins Leben gerufen: Jeden Dienstag wird ein Gedicht aus eigener Herstellung veröffentlicht.
Auch Wortgeflumselkritzelkram
Mutigerleben
Werner Kastens
Nachtwandlerin
Gedankenweberei
Wortverdreher
Dein Poet
Geschichten mit Gott
Suses Buchtraum
Wortmann
Petra schreibt
Traumspruch
und Lyrik trifft Poesie
sind mit von der Partie.
Viel Freude bei allen Besuchen!

Was schön war. Samstag, 26.11.2022

  • der geschnorrte Keks (noch warm)
  • Hilfe beim Adventskalendertragen
  • jemandem eine Freude am Geburtstag machen
  • mit „Was schön war“ aufhören, weil am 1. Dezember etwas anderes beginnt

Freud und Wonn

Heute morgen galoppierte plötzlich ein Schwein über meinen Küchentisch, bremste mit allen vier Klauen gleichzeitig, dass die Toastkrümel nach allen Seiten davonflogen, und blieb vor meinem Milchglas stehen. „Ich hab gehört, hier gibt’s Geschenke? Kann ich auch eins haben?“
Ich nahm einen Schluck Milch und versuchte so zu tun, als ob morgendliche Schweine auf Frühstückstischen völlig normal seien, man will ja schließlich sein Gesicht wahren. „Wie kommst du darauf?“ fragte ich um Zeit zu gewinnen.
„Och, ich komm viel rum und da hab ich von dir und dem Adventskalenderengel gehört. Und Geschenke kann doch jeder gebrauchen!“ Das Schwein sah mich auffordernd an. „Freud und Wonn, verstehste?“
Ich richtete mich sehr gerade auf. „Nene, da hast du was in den falschen Hals bekommen, Freud und Wonn ist ein ganz anderes Kaliber, da geht es um Hoffnung, Freude, Zuversicht, Erwartung, lauter große Dinge, weißt du?“ Ich legte meine ganze Autorität in die großen Worte. Man muss Prioritäten setzen im Leben.
Das Schwein sah mich ungerührt an. „So’n Quatsch. Freud und Wonn kann überall her kommen. Die kleinen Dinge sind zwar klein, aber nicht weniger wert. Sieh mich an!“ Es sah mich mit seinen Punktaugen an.
„Ich… ich…“ Mir fiel nichts ein.
„Und du sollst doch die Türen hoch und die Tore weit machen, damit jeder durchkommt!“ Das Schwein grunzte.
Naja. Das Lied war zwar nicht ganz so gemeint, aber wenn die Hauptperson durch alle Türen und Tore durch war, konnten doch wirklich alle hinterhergehen, oder? Darüber musste ich nachdenken. „Na gut“, sagte ich, „du kannst mitmachen. Aber du musst meinen Adventsbegleiter noch fragen, ob er einverstanden ist. Und es geht erst am 1. Dezember los.“
„Super!“ rief das Schwein, „dann haben wir einen Deal! Dein Adventskalenderengel ist einverstanden, er hat gesagt, 24 Geschenke seien für einen sowieso viel zu viel. Dann sehen wir uns Donnerstag!“ Es grunzte zum Abschied und galoppierte über meinen Frühstückstisch davon.
Ich sah ihm hinterher. 24 durch drei ergab acht Geschenke, auch nicht übel. Freud und Wonn… ‚Macht hoch die Tür, macht weit die Tor…‘ summte ich vor mich hin, als ich die Küche aufräumte.