Was schön war. Dienstag, 22.6.21

  • die riesige, durchscheinende Pusteblume am Straßenrand
  • Mittsommerfest
  • die Glut zu schüren

Was schön war. Montag, 21.6.21

– wassergetränkte Kühle am Morgen
– mein Handy hat wieder Internet (wer braucht schon alte Daten, die werden überbewertet)
– einen guten, langen Zeitungsartikel gelesen

keine Katze, nirgends

matt piepst die Meise
Wolken gähnen
schieben lustlos Regenschleier hin und her
keine Katze, nirgends
Stille in mir
der Sommer hat Schlafmangel
und wasserblau geränderte Augen

Der Dienstag dichtet!  
Katha kritzelt hat diese Aktion ins Leben gerufen: Jeden Dienstag wird ein Gedicht aus eigener Herstellung veröffentlicht.
Auch Wortgeflumselkritzelkram
Mutigerleben
WernerKastens
die Nachtwandlerin
Myriade
Gedankenweberei
Emma Escamilla
Wortverdreher
Lebensbetrunken
der BerlinAutor
Vienna BliaBlaBlub
Heidimarias kleine Welt
Red Skies over Paradies
Your mind is your only limit
Dein Poet
Geschichten mit Gott
Lindasxstories
Findevogel
und Traumspruch sind mit von der Partie.
Viel Freude bei allen Besuchen!

Was schön war. Sonntag, 20.6.21

– das Spatzengeschrei im Apfelbaum während des Gottesdienstes
– mit den Händen beim Fahrradfahren durch die hohen Grashalme streichen. Warum musste das nochmal die letzten dreissig Jahre immer alles kurzgeschoren sein?
– die Erkenntnis, dass Teile meines Lebens Narrheiten waren und dass das völlig ok ist

Was schön war. Samstag, 19.6.21

– der kühle, schattige, wunderbare Wald
– sich des Glücks bewusst zu sein, Ventilatoren (Mehrzahl!) zu haben
– der magische Moment, als die Temperatur nachts von 28° auf 27,9° sank

Fräulein Honigohr badet im Sommer

Fräulein Honigohr sitzt im Schneidersitz auf dem Rasen und streichelt abwesend über die Gänseblümchen, die sich ihrer Hand entgegenstrecken. Herr Brummeck liegt neben ihr, schwitzt leise vor sich hin und stöhnt ab und zu über die Hitze, dann ist er wieder still und hört ihr zu.
Sie recherchiert Möglichkeiten. „Wir könnten draußen übernachten“, sagt sie, „oder wir machen eine Mondwanderung! Stell dir vor, wie der Mond sich silbern auf dem Fluß spiegelt! Wäre das nicht herrlich? Oder wir kochen schwedisch und picknicken auf einer Waldlichtung! Vielleicht gibt es schon Walderdbeeren…“ Sie lächelt versonnen.
„Aber nur mit Picknickdecke“, sagt Herr Brummeck träge, „die Ameisen haben mich beim letzten Mal fast aufgefressen.“
„Nur, weil du dich auf sie drauf gesetzt hast. Das war reine Notwehr.“
„Hm“, macht Herr Brummeck und wischt sich eine Schweißperle von der Nase.
„Wir könnten einen Flohmarkt besuchen oder eine Wanne mit kaltem Wasser rausstellen und die Füße reinhalten und ein Eis essen. Oder wir bauen ein Floß und fahren den Fluß hinunter. Oder wir fahren ans Meer und gehen schwimmen!“ Fräulein Honigohr kann nicht anders, sie muss dauernd lächeln. Es ist Sommer!
„Schwimmen?“ Herr Brummeck richtet sich auf und wirft einen Blick auf den See. Er guckt Fräulein Honigohr an und grinst. Es sieht verwegen aus.
„Nein! Das machst du nicht! Lass das! Iiiiieeeck!“ Fräulein Honigohr kreischt, aber es hilft ihr nichts: Herr Brummeck hat sie über die Schulter geworfen wie einen Sandsack und läuft mit ihr auf den Steg zu. Im Laufen ruft er: „Wir könnten auch ins Wasser springen!“ Und dann springt er.

Das war ein Beitrag zu den abc-Etüden, sehr kurz vor knapp, aber eher gings nicht, ich funktioniere nämlich ab 26° nicht mehr vollständig, und die letzte Woche lag da aber sowas von drüber! Herrje. Wo war ich? abc-Etüden. Dieses Mal kam die Wortspende von Ellen mit ihrem Blog nellindreams, einzufügen waren die Worte Picknickdecke, recherchieren und verwegen und organisiert wird das Ganze von Christiane – vielen lieben Dank dafür! Und jetzt geh ich ein Eis essen. 😊

Was schön war. Freitag, 18.6.21

  • endlich die Entscheidung treffen, was es zum Abendessen gibt. Hat ja auch nur fünf Tage gedauert.
  • ein klimatisiertes Büro
  • Besuch haben. Und alle schwitzen. 😊

Was schön war. Donnerstag, 17.6.21

  • ein kleines Abschiedsfest veranstalten
  • Vorgesetzte mit Feuchtigkeit in den Augen
  • abends die Fenster öffnen und den Luftzug genießen, obwohl es draußen noch wärmer ist als drinnen

Was schön war. Mittwoch, 16.6.21

– jemandem einen Gefallen tun zu können
– Heuhaufenschlangen auf den Feldern und jede Menge Trecker unterwegs
– mit zwei offenen Fenstern und wehenden Haaren Cabrio spielen

Was schön war. Dienstag, 15.6.21

  • die lang nicht getragene Jacke ganz unten aus dem Stapel fischen und so tun, als ob sie neu wäre
  • vielleicht habe ich mein neues Essgeschirr entdeckt
  • mit Freunden (teilweise sehr lang nicht gesehen) draussen sitzen, ein bisschen frieren, Schwalben beobachten