Wie klingt der Frühling?

Wenn der Frühling kommt, dann zieht ein leises Rauschen durch die Luft. Es ist süßer als der Wind und zarter als die Lieder der Vögel, und es duftet nach nasser Erde, Schneeglöckchen und frischem Frosteis auf dem Rasen. Die Amseln und Meisen versuchen zaghaft erste, kurze Melodien, aber oft verstummen sie, weil ihnen der Winter noch in den Kehlen steckt.
Die Farben kommen zurück wie der Boléro von Ravel, erst nur ein zurückhaltendes, vorsichtiges Weiß, dann gesellen sich Gelb und Blau dazu und fangen erste Frühlingsgespräche von Blüte zu Blüte an, dann brandet das Rosa in den Kirschblüten auf wie eine mächtige Woge aus Streichern, Rot und Violett und Orange setzen Tupfer auf das Farbenmeer wie die Triangle ihre Töne über das Orchester hinweg schickt, und zum Schluß kommt das Grün in allen Bläser- und Pauken-Schattierungen als Crescendo! Wenn das Farbenorchester schweigt, ist das Meer ruhig und es ist Mai.
Wenn der Frühling kommt, fliesst das Blut in den Adern schneller und wärmer, die Freude am Leben kitzelt in Augen und Nase und lässt uns manchmal niesen. Wir lachen schneller und lauter und schnuppern an Maiglöckchen, wenn gerade niemand hinsieht. Unsere Haut fühlt sich weicher an und sehnt sich nach Licht und Wärme, bis es fast wehtut und wir Hosen hochkrempeln und Sandalen anziehen, auch, wenn es eigentlich noch zu kühl ist. Der Wind fährt durch junge Blätter und altes Winterlaub und raschelt von kommenden Sonnentagen, und wenn es regnet, öffnet sich die Erde und lässt Samen und junge Triebe ans Licht. Dieser Regen ist willkommen und warm.
Wenn es Frühling wird, öffnen wir die Türen und Fenster und lehnen uns weit hinaus, direkt hinein ins Leben. Wir atmen tief ein. Wir sind lebendig.

Das war ein Beitrag zum #WritingFriday, organisiert von Elizzy. Das Thema war, beschreibe einer blinden Person den Frühlingsanfang. Gar nicht so einfach, echt jetzt.

Zelten

Mit verschränkten Armen stand sie auf der Terrasse und sah zu, wie er das kleine Zelt aufbaute. Es war lächerlich. Er würde erfrieren. Nachts war es kalt, heute morgen hatten sie minus -2,1 Grad gehabt und Raureif auf dem Rasen. Selbst die Forsythien sahen aus, als ob sie Schnupfen hätten, und ihr Mann wollte zelten. Im Garten. Und dabei hatten sie sich nicht mal gestritten.
Sie ging kurz hinein, holte die graue Strickjacke und ihren Kaffee, dann ging sie wieder hinaus und sah ihm weiter zu. Sie machte sich Sorgen. Was ging in ihm vor? Seit vierzehn Jahren kannte sie ihren Mann und er hatte in dieser ganzen Zeit nie gezeltet. Nicht einmal. Und auch davor hatte er nicht zu den Outdoor-Liebhabern gehört, die mit einer dünnen Plane zwischen sich und der Welt zufrieden waren. Zumindest hatte sie das bis jetzt gedacht. Vielleicht hatte er ihr nicht alles erzählt? Kannte sie ihn überhaupt?
Das Außenzelt stand. Ihr Mann kam stolz lächelnd zu ihr auf die Terrasse und ihr Herz schlug eine Kleinigkeit schneller.
„Na, was sagst du? Jetzt nur noch den Innenteil einhängen und fertig!“
„Mh-mh. Möchtest du noch einen Kaffee? Und sag mir doch nochmal, warum genau du heute Nacht zelten willst.“
„Naja, wann, wenn nicht jetzt? Ich werde nie wieder soviel Zeit haben. Ich nehme an, du hast keine große Lust, im Urlaub zu zelten, oder? Und wenn ich wieder arbeite, mache ich es auch nicht. Du, den Kaffee würde ich nehmen.“ Er sah auf seine schmutzigen Schuhe und dann auf sie, also ging sie in die Küche und holte ihm einen Becher.
Als sie zurückkam, stand er versonnen da und blickte auf das halb aufgebaute Zelt. „Weisst du, ich war nie ein Zelter. Meine Eltern hatten immer Ferienwohnungen, und als Jugendlicher bin ich mit Rainbow Tours gefahren. Wir zwei fliegen irgendwohin und wohnen im Hotel. Also hab ich es nie ausprobiert. Vielleicht gefällt es mir, und ich weiß das gar nicht. Ich kann doch nicht sechsunddreissig Jahre alt sein und nicht wissen, ob mir Camping gefällt!“
Sie stellte sich neben ihn und nahm einen Schluck Kaffee. „Es ist seltsam. Gerade habe ich gedacht, vielleicht kenne ich noch gar nicht alle Seiten von dir. Ich meine: Zelten! Du! Aber weisst du was? Es gefällt mir. Dich nicht ganz zu kennen, meine ich.“ Sie stieß ihn leicht an.
Er legte seinen Arm um sie und zog sie an sich. „Du hast nicht zufällig Lust, heute nacht mit mir draussen zu schlafen? Wir könnten den Sonnenuntergang beobachten. Und ich verspreche, ich halte dich warm.“ Er grinste, und ihr Herz schlug wieder eine Kleinigkeit schneller. Gott. Sie konnte diesem Mann einfach nichts abschlagen.

Das war ein Beitrag zu den Extraetüden, die von Christiane organisiert werden – vielen Dank dafür! Die Regeln lauten maximal 500 Wörter, darin unterzubringen sind fünf von sechs vorgegebenen (siehe Bild). Ihr dürft gerne nach meinen Worten suchen 🙂 .

Worauf vertraue ich?

  • dass es immer weitergeht
  • auf unsichtbare Netzwerke zwischen Menschen
  • und deren Kraft, sie immer wieder neu zu formen
  • zwischen all dem Unschönen findet sich immer etwas Schönes
  • wenn wir danach suchen, werden wir es finden
  • auf die Farbe Gelb im Frühling
  • dass Schokolade glücklich macht
  • Vernunft und Unvernunft werden ein Leben lang streiten und die Vernunft wird niemals aufgeben
  • dass Fantasie alles erträglicher macht
  • an kleine Liebesbotschaften: Briefe. Videoanrufe. Fragen. Ein Schnurren.
  • dass Gedanken an Gott aufrichten
  • an die Macht der Worte
  • dass Worte Menschen öffnen
  • die vermissten Socken werden irgendwann wieder auftauchen
  • es ist immer irgendwo hell
  • die Vögel im Wald singen, auch, wenn ich nicht dort bin
  • jede Krise hat irgendwann ein Ende

Ich weiß, es ist eine Liste, aber besondere Zeiten erfordern besondere Maßnahmen. Wenn ihr mögt, macht es nach, es baut ungemein auf, je länger man sucht und schreibt.

Der Dienstag dichtet! 🙂  Katha kritzelt hat diese Aktion ins Leben gerufen: Jeden Dienstag wird ein Gedicht aus eigener Herstellung veröffentlicht. Auch Wortgeflumselkritzelkram, Mutigerleben, Werner KastensFindevogel, die Wortverzauberte und  Ein Blog von einem Freund sind mit von der Partie. Schaut doch mal bei ihnen vorbei, der Dienstag fängt besser an mit ein bisschen Wortzauberei!

Tau-Gedanken

Wenn du ein Tau hast, hast du vieles.
Vielleicht ist dir das nicht bewusst? Das macht nichts.
Ein Tau ist nicht einfach nur ein Tau. Ein Tau ist viele.
Am Anfang des Taus war die erste Faser, die zum Faden wurde. Aus drei oder fünf Fäden machte ein Mann mit rauen Händen und Geduld eine Litze, lang und schön. Die Litzen wurden zum Seil geschlagen, und aus dem Seil entstand am Ende das Tau.
Ein Tau ist viele.
Alle in ihm sind unauflöslich miteinander verbunden. Sie können sich dehnen und stauchen, strecken sich unter Belastung und halten große Kräfte gemeinsam aus.
Taue sind treu. Wenn du sie gut behandelst, dienen sie dir jahrelang ohne nachzulassen.
Wenn du ein Tau hast, hast du vieles.

Ausgelesen: Nevermoor. Fluch und Wunder. Von Jessica Townsend.

Sodele, hier haben wir ein Buch, das mir von einer meiner liebsten Buchvorschlägerinnen wärmstens empfohlen wurde, und zack! hatte ich es auch schon in meinem Regal stehen! Es sieht ein bisschen wie ein sehr aufgemotztes Kinderbuch aus, und die Hauptakteurin ist auch ein Kind, die zehnjährige Morrigan Crow. Aber allein schon der Name dieses Kindes! Hallo! Mit einer solchen Tradition ausgestattet verspricht das einiges, und so ging ich mit großen Erwartungen an das Buch heran.

Die zehnjährige Morrigan Crow ist verflucht, eine Unglücksträgerin und muss an ihrem elften Geburtstag sterben. Die Anfangsstimmung ist also mehr als trübselig. Die Erwachsenen um sie herum denken in erster Linie an sich und in zweiter auch an sich, und so behandeln sie Morrigan, als wäre sie schon tot. Für alles Unglück dieser Welt von Hühneraugen bis hin zu Krankheiten wird sie verantwortlich gemacht und gefürchtet. Als ihr die Stunde ihres Todes schon unangenehm dicht auf den Pelz rückt, taucht in letzter Sekunde ein Mann auf, der sie rettet: Jupiter North. Er nimmt sie mit nach Nevermoor, den geheimen Freistaat, der versteckt vor allen anderen Staaten ein wundersames Dasein führt. Hier gibt es Vampirzwerge, sprechende Katzen (eindeutig eine Reminiszenz als die Grinsekatz), ab und zu ein Einhorn, aber auch eine Menge Menschen, einige davon mit ein paar mehr Fähigkeiten als die anderen. Sie wohnt im Hotel Deucalion, das Jupiter North gehört und auf jeden Fall zu den Hauptcharakteren des Romans gehört. Es verändert seine Räume nach Lust und Laune und ist eine der Attraktionen in Nevermoor – ein Hotspot für abendliche Gesellschaften jeder Art. Und wenn ich jeder Art schreibe, meine ich auch jeder Art!

Morrigan lernt neue Freunde kennen und ihre neue Welt ebenfalls, und was sich da auftut, ist ein knallbunter Kosmos voller liebenswerter Figuren und Szenen. Ich kam mir beim Lesen vor wie ein Kind im Süßwarenladen, immer gab es noch einen Knallfrosch oder Lakritze in Fischform oder grüne Brausedrops, und wenn man dachte, jetzt kenne ich aber wirklich alles, kamen Colaschnüre und Schokoschaum um die Ecke. Es macht große Freude, sich in diesem Buch aufzuhalten und an Morrigans Seite Nevermoor und alles darin zu erkunden. Das es nebenbei auch noch darum geht, Morrigans besonderes Talent zu entdecken, Prüfungen zu bestehen, um an einer ganz besonderen Schule aufgenommen zu werden und um einen Schurken, der hinter der nächsten Schattenlinie auf seinen Einsatz wartet – geschenkt. Klar, alles zusammen genommen setzt die Geschichte zusammen, aber was sie so besonders macht, ist der detailverliebte Blick auf die Figuren und vor allem auf die Spielorte. Das Hotel Deucalion hat es mir besonders angetan. Hier ein kleiner Auszug aus den Besonderheiten dieses Hotels:

„Alles bestens, Sir“, bestätigte der Portier mit seinem starken schottischen Akzent. „Die Herren des Paranormalen Notdienstes waren am Donnerstag hier und haben sich um unser kleines Geisterproblem im fünften Stock gekümmert. Ich habe die Rechnung an die Buchhaltung weitergeleitet. Außerdem hat die Verkehrsbehörde Nevermoor gestern eine Nachricht geschickt – man benötigt Ihren Rat wegen irgendwelcher Echos an der Fadenschein–Strecke. Ach ja, und jemand hat vier Alpakas im Wintergarten zurückgelassen. Soll ich die Rezeption bitten, eine Durchsage zu machen?“
„Alpakas! Donnerwetter. Sind die Tiere einigermaßen zufrieden?“
„Sie mampfen sich gerade fröhlich durch unsere Orchideensammlung.“
„Dann kann das warten…“

Und so weiter. Und ich habe noch nichts über den Rauchsalon, den wachsenden Kronleuchter oder Zimmer erzählt, die sich der Stimmung ihrer Bewohner anpassen. Wer möchte nicht in so einem Hotel wohnen? Ich schon!

Das Buch war eine Entdeckung, es ist ein All-Age-Buch, und so habe ich auch schon den zweiten Band gelesen und hatte vorher echte Sorge, ob die Autorin das Niveau wohl halten kann. Tja, was soll ich sagen: Sie kann. Wer also in diesen nicht einfachen Zeiten eine Aufmunterung vertragen kann, sich für ein paar Stunden in eine bunte Parallelwelt begeben möchte, dem seien Band 1 und auch Band 2 der Nevermoor-Reihe wärmstens empfohlen. Ach ja: Unterstützen Sie Ihren lokalen Buchhändler! Viele liefern Bestellungen aus oder es gibt andere Möglichkeiten der Übergabe.

Die Stachelbeere lebt!

Ich möchte mal kurz vermelden, dass die Namensgeberin meines Blogs überlebt hat! Hurra! Und das, nachdem ich in den letzten Wochen tägliche, besorgte Blicke auf sie geworfen hatte, weil sich so gar nichts tat… aber nun:

Sie ist so stachelig wie eh und je…

… und hat mich auch schon gleich wieder gepiekst und wollte mich nicht aus ihren Fängen lassen. Insofern: Der Sommer kann kommen!

Das Huhn, der Dieb und die Frau (Stadtmusikanten alternativ)

Das Huhn, der Dieb und die Frau (Stadtmusikanten alternativ)

Es war einmal ein Huhn, das nur jeden zweiten Tag ein Ei legte, nicht in die Norm passte und ein böses Ende als Suppenhuhn nehmen sollte. Da beschloss es, fortzulaufen, denn etwas besseres als den Tod würde es überall finden. Es nahm Anlauf, flog über den Zaun und machte sich auf den Weg.
Tief im Wald traf es einen Dieb. Der Dieb hatte Brot gestohlen, denn er war hungrig gewesen. Er versteckte sich vor den Dorfbewohnern, die mit spitzen Forken und scharfen Sensen nach ihm suchten. Da sagte das Huhn: „Komm mit mir, etwas besseres als den Tod findest du überall, und gemeinsam sind wir stark!“ Der Dieb willigte ein, schnürte sein Bündel mit dem Brot und sie machten sich auf den Weg.
Hinter dem Wald blieben sie an einer Kreuzung stehen und sahen auf den Wegweiser. Links ging es nach Bremen, rechts zur Räuberhütte und geradeaus schlängelte sich der Weg zur Farm des Osterhasen. Unter dem Wegweiser saß eine Frau. Sie sah traurig aus, denn ihre gesamte Karottenernte war von den Arbeitern des Osterhasen gefressen worden. Da sagte das Huhn: „Komm mit uns, etwas besseres als Schuldnerberatung und Gelächter der Arbeitshasen findest du überall, und gemeinsam sind wir stark!“ Die Frau willigte ein, nahm den Sack mit den letzten Karotten und sie machten sich auf den Weg.
Zwei Meter weiter blieben sie stehen. „Wohin wollen wir?“ fragte das Huhn.
„Nicht zurück zur Hühnerfarm!“, sagte der Dieb. „Dort werde ich gesucht.“
„Nicht zur Räuberhütte!“, sagte die Frau. „Dort verstecken sich die Karottendiebe.“
„Gut“, sagte das Huhn, „dann gehen wir geradeaus zum Osterhasen. Mit dem habe ich sowieso noch ein Hähnchen zu rupfen. Schließlich legen wir die Eier, für die er den ganzen Beifall kassiert.“ Und so gingen sie geradeaus zur Farm des Osterhasen.
Der Tag ging zur Neige, es wurde dunkel und kühl. Die Frau fror, und der Dieb borgte ihr seinen Schal. Das Huhn musste eine Pause machen, um ein Ei zu legen, das die Frau und der Dieb sich teilten. Sie aßen es zusammen mit dem gestohlenen Brot und den restlichen Karotten, und die Frau streute ein paar Krümel für das Huhn aus. Als sie weitergingen, war es Nacht.
Da sahen sie in der Ferne ein Licht leuchten. „Was ist das?“ fragte die Frau.
„Ein Himmelsfenster?“ fragte das Huhn mit schwankender Stimme, denn es war nicht daran gewöhnt, in der Nacht draußen zu sein.
„Ich sehe nach“, sagte der Dieb und verschwand wie ein Schatten in der Dunkelheit. „Es ist das Sommerhaus des Osterhasen“, berichtete er, als er zurück kam. „Er malt goldene Eier an und singt dabei, und auf dem Tisch stehen Wein und Käse, Schinken und Bier.“
Das Huhn und die Frau starrten ihn an. „Was können wir tun?“ fragte das Huhn.
„Nun“, sagte die Frau, „das ist einfach. Ich sage euch, was ihr tun müsst. Folgt mir.“ Das taten sie, und als sie am Sommerhaus des Osterhasen ankamen, schien das Licht warm und behaglich aus den Fenstern. Das Huhn flog auf und flatterte gegen die Fensterscheiben, bis sie aufsprangen, und schrie, so laut es konnte: „Pass auf, pass auf, die Menschen kommen, die Menschen kommen!“
Der Osterhase sprang auf und sah sich hektisch um. Das goldene Ei, das er in der Pfote hielt, fiel mit einem dumpfen Geräusch auf seinen langen Fuß, und er heulte auf. Da erschien die Frau vorm Fenster, schwang ihren leeren Karottensack um den Kopf und schrie: „Du bist es! Du bist es! Ich hab es gewusst! Betrug! Betrug! Du bist der Eierdieb! Du stielst die Eier!“
Der Osterhase jaulte auf und sprang durch das offene Fenster. Mit humpelnden Sprüngen machte er sich davon, so schnell ihn seine Pfoten trugen.
Das Huhn, die Frau und der Dieb sahen sich an und lachten. Dann sammelte der Dieb mit geschmeidigen Bewegungen alle goldenen Eier auf, die er finden konnte und tat sie in sein Bündel. Obendrauf packte er Wein und Käse, Schinken und Bier, und als sie sich alle ein wenig aufgewärmt und ausgeruht hatten, verließen sie das Sommerhaus und verschwanden in der Dunkelheit.
Als sie wieder an der Kreuzung ankamen, schien der Mond auf sie herunter.
„Was wollen wir nun tun?“ fragte die Frau.
„Wir könnten uns trennen“, sagte der Dieb. „Die Räuberhütte scheint interessant zu sein.“
„Hm“, sagte die Frau. „Ich wollte immer schon mal die Hühnerfarm sehen.“
„Ach, ihr Langweiler“, sagte das Huhn. „Das kennt ihr doch alles schon! Lasst uns gemeinsam nach Bremen gehen und dort die goldenen Eier verkaufen. Dann machen wir ein kleines Theater auf und spielen unsere Geschichte vor Publikum, und wir bekommen eine Statue auf dem Marktplatz. Na? Was ist?“
„Hm“, sagte der Dieb. „Darf ich ab und zu Geldbörsen stehlen?“
„Hm“, sagte die Frau. „Darf ich Karotten im Garten anpflanzen?“
Das Huhn seufzte. „Na klar. Los jetzt, auf geht´s!“
Und so zogen sie weiter nach Bremen, und wenn sie nicht gestorben sind, leben sie glücklich und in Frieden bis heute in einer alternativen WG im Viertel.

Das ist die hübsche Tiffy, die heute dazu beiträgt, Missverständnisse über dumme Hühner aus der Welt zu schaffen. Hühner können auch ganz anders!