jetzt

Liegestuhlgedöse
Sonnenflecken tanzen im Gesicht
wärmen die Knie
die Hühner unterhalten sich leise
bei Kaffee und Würmern
ein kleines Flugzeug
wirft neugierige Blicke zu Boden
zählt blaue Swimmingpools
Gelächter von fern
dahinter erfüllt ein
Rasenmäher seine strenge Pflicht
Wolken zupfen weiß an trockenen Blättern
ein Zug rattert vorbei
verspricht Ferne
ich bleibe
döse

Der Dienstag dichtet! 🙂  Katha kritzelt hat diese Aktion ins Leben gerufen: Jeden Dienstag wird ein Gedicht aus eigener Herstellung veröffentlicht. Auch WortgeflumselkritzelkramMutigerlebenWerner KastensFindevogel, die WortverzauberteLyrikfederDer BerlinAutorNachtwandlerinLindas x Stories, Myriade, Gedankenweberei, Myna KaltschneeWortverdreher und Lebensbetrunken sind mit von der Partie. Schaut doch mal bei ihnen vorbei, der Dienstag fängt besser an mit ein bisschen Wortzauberei!

 

Einkaufsliste

Einkaufsliste

Milch
Knäckebrot
Mohnblumensalz
Sommerfrische, streufähig
1 Tüte Himmelblau
2 Beutel Hühnergurren
aufblasbare Sonnenflecken
schönste Blütenzier, 1 Armvoll
Vanilleeis
Mehl

Der Dienstag dichtet! 🙂  Katha kritzelt hat diese Aktion ins Leben gerufen: Jeden Dienstag wird ein Gedicht aus eigener Herstellung veröffentlicht. Auch WortgeflumselkritzelkramMutigerlebenWerner KastensFindevogel, die WortverzauberteLyrikfederDer BerlinAutorNachtwandlerinLindas x Stories, Myriade, Gedankenweberei, Myna Kaltschnee, Wortverdreher und Lebensbetrunken sind mit von der Partie. Schaut doch mal bei ihnen vorbei, der Dienstag fängt besser an mit ein bisschen Wortzauberei!

Hummelflugmorgen

Hummelflugmorgen

im Tiefflug
an meinem besonnten rechten Ohr vorbei
rast eine Hummel
teilt Waldmeisterduft in zwei Hälften
erledigt frühmorgendliche
Hummeleinkäufe:
Erdbeerpollen
Stachelbeersirup
Holunderküchlein

Gartenthriller

zwischen dürren Grashalmen
ein torkelnder Käfer
schwerfällig sucht er den Ausgang
er wird beobachtet
Katzen-Netflix

Sommerpause

Sommerpause

ich möchte an Blumen schnuppern
den Bienen zusehen
zwanzig Bücher lesen
mit Freunden ein Glas Wein trinken
über Belangloses plaudern
tief und traumlos
in Hängematten schlafen
Hühner füttern
ihre nestwarmen Eier sammeln
gedankenlos in blauen Himmel schauen
ich möchte spielen
Sommerpause

Der Dienstag dichtet! 🙂  Katha kritzelt hat diese Aktion ins Leben gerufen: Jeden Dienstag wird ein Gedicht aus eigener Herstellung veröffentlicht. Auch WortgeflumselkritzelkramMutigerlebenWerner KastensFindevogel, die WortverzauberteLyrikfederEin Blog von einem Freund,  NachtwandlerinLindas x Stories, Myriade und Gedankenweberei sind mit von der Partie. Schaut doch mal bei ihnen vorbei, der Dienstag fängt besser an mit ein bisschen Wortzauberei!

was schön ist

was schön ist:

  • ein Wiedersehen beobachten
  • keine Schlange beim Bäcker
  • das sündige Schokoladencroissant
  • der grauhaarige sehr alte Hund
  • Ententeenager schnurgerade aufgereiht, während Papa den Tag einschnattert
  • Domglockengeläut
  • eine Wahl haben
  • unfassbar gute Akkordeonspieler
  • sich Zeit stehlen
  • Sonnenflecken auf der Hand
  • morgens schon zu wissen: Zum Abendessen gibt es Eis. Mit Sahne.

früher Sommermorgen

leise Melancholie
verwebt in Molltönen
steigt auf ins Himmelblau
wiegt sich sanft
über goldenen Feldern
leise klopft
die Zukunft an mein Leben
fragt
wie es sein wird
so oder anders

Der Dienstag dichtet! 🙂  Katha kritzelt hat diese Aktion ins Leben gerufen: Jeden Dienstag wird ein Gedicht aus eigener Herstellung veröffentlicht. Auch WortgeflumselkritzelkramMutigerlebenWerner KastensFindevogel, die WortverzauberteLyrikfederEin Blog von einem Freund,  Nachtwandlerin, Lindas x Stories, Myriade und Gedankenweberei sind mit von der Partie. Schaut doch mal bei ihnen vorbei, der Dienstag fängt besser an mit ein bisschen Wortzauberei!

morgens

weiße Blusen, rote Nägel, blauer Himmel,
Morgenwind im Haar
vielversprechender Start
in monochrom

Der Garten wird größer

Der Garten wird größer

Der Garten ist eine trostlose Öde, immer schon. Er gehört ein bisschen den Erdgeschossmietern, zum größten Teil aber niemandem, wenn man von den Amseln absieht. Die Erdgeschossmieter feiern und spielen ab und zu darin, pflanzen oder gießen tun sie nicht. Der Rasen ist trocken und sonnenverbrannt, die ehemalige Hecke besteht aus einem wurzeligen Erdwall. Ein einsamer, namenloser Busch wächst zwischen Zaun und Hauswand. Ein namenloser Busch vor einer kahlen Hauswand hinter einem Metallzaun, der einen trockenen Erdwall begrenzt. Geht es trostloser?
Vor ein paar Tagen, an einem warmen Abend, ist irgendetwas in mich gefahren. Es hat mich in den Keller gehen lassen, mir dort den Liegestuhl in den Arm gedrückt und hat mich neben den Busch auf das trockene Gras gesetzt. Etwas seltsames geschah. Der Garten wurde größer. Der Himmel höher. Der namenlose Busch wurde zum grünen Lebewesen. Kleine, graue Schmetterlinge flatterten über das Gras. Amseln erschraken sich beim Staubbaden, als sie sich umdrehten und mich sahen.
Es gibt mehr Radfahrer in unserer Straße, als ich vermutet hatte. Ich kenne jetzt die Schatten. Ich weiß, wann sie wo sind. Es stört kein bisschen, dass mich jeder sehen kann. Ich kann ja auch alle sehen. Neulich hat der Nachbar gelächelt und gegrüßt. Mein linker Arm hat einen kleinen Sonnenbrand, weil der Schatten nicht so wollte wie ich.
Ich werde den Busch Harry nennen. Harry, fahr schon mal den Schatten vor, ich komme gleich. Der Garten hat sich verändert, obwohl sich nichts verändert hat. Er ist groß geworden. Ein kleines Stück davon gehört jetzt mir. Und den Amseln natürlich.

Drachensommer

kalte Schuppenwolken über den Wiesen
schimmern drohend marmorblau und weiß
Drachentage