Sommerabende

Den Abend im Garten ausklingen lassen, einen sanften Engel schlürfend, sternenbestrahlt und von lieben Menschen umgeben.

Oder allein, mit einem Buch in der Hand, eingehülllt ins sanfte Licht der Windlichter, als Musik das Zirpen der Grillen. Es gibt Momente, die überstrahlen den Tag.

Ort schöner lauer Sommerabende mit netten Menschen

Ein Beitrag von himmelgraublau – dankeschön!

 

August

August

langsamer Abstieg
zufriedene Stille
schläfrige Tage
Laubteppiche rollen sich aus
mit Zwetschgen
Mirabellen
und Apfelmustern
Wespen summen im vergorenen Obst
Sonnenflecken spielen verstecken
mit dem Herbst

Juli II

Vollendung
Sonnensehnsuchtsziel
Regen ausgeschlossen
Letztjahresmuscheln rauschen am Ohr
Verkehrslärm wie Meeresbrandung
unter den Fußsohlen heißer Asphalt
wäre es doch Sand
warm rönne er durch die Finger
und Zehen
Aufbruch
immer dem Möwengeschrei hinterher

Juli

verlassene Büros
verwaiste Schulen
die Stadt atmet aus
verlangsamt sich
blauweiße Cafés
Plastikmuscheln vor Gipsleuchttürmen
Eiskaffee im Strohhalm
Stadtlärmbrandung
am Ohr rauscht die Muschel
Sonnenbrillen spiegeln seeblau
der Kaffee schmeckt salzig
Meeressehnsucht

An der Kreuzung

Nachmittags, an einer sehr belebten, großen Kreuzung. Vier gutgenährte, mittelalte Bauarbeiter mit Helm in der Hand und im Blaumann stehen redend auf dem Fahrradweg.
Von vorn kommt eine junge Frau mit dem Fahrrad, klingelt mit der rechten Hand, winkt mit der linken und lächelt. Ihre Röcke wehen hell im Fahrtwind.
Die Bauarbeiter gucken auf, treten synchron einen Schritt zurück, heben alle die Hand, lächeln zurück und blicken den flatternden Tüllwolken einen Moment lang versonnen hinterher. Dann unterhalten sie sich weiter.

Ich mag Sommertage in der Stadt, auch, wenn es erst Mai ist. 🙂

Die Wiese

Du denkst, es ist nur eine Wiese.

Ein bißchen Gras mit Mücken.

Ein Bach, zu klein, um drin zu baden.

Hier ist doch nichts!

Die Wiese stellt sich taub.

Grüngolden träumt sie neben klarem Wasser.

Die Sonnenbank am Bach verführt:

Nur kurz die Augen schließen…

In leichte, feine Netze wirst du eingewoben.

Hundert kleine Herzen schlagen neben dir,

Sanftes Rauschen trägt die leisen Stimmen weit empor.

Sieh! Trieb nicht gerad ein Walnußschalenboot vorbei?

Mit eichelfarbnem Segel?

Was ist das für ein Tor im Schilf dort vorn?

Hängt da nicht ein Ausguck in den Zweigen?

Sei wach. Und alle kleinen Wiesendinge werden groß.

Heute!

 

Heute werde ich die Wolken genießen und mich hinaufträumen.

Den Wind spüren und lachen.

Ich werde barfuß laufen und Erdbeeren essen und lesen.

Vielleicht werde ich eine Blume pflanzen und mich beim Gießen mit ihr freuen.

Ich werde ein langes Nickerchen machen und langsam aufwachen. Mir die Schwere meiner Lider gönnen.

Ich werde keine Nachrichten hören.

Wenn ein Marienkäfer vorbeikommt, werde ich Zeit für ihn haben.

Vielleicht schreibe ich ein kleines Gedicht.

Und dankbar werde ich sein.