Über Stachelbeermond

Die Farbe des Weltuntergangs wird ein gräuliches Schwarz sein, ich mische deswegen jeden Tag Weiß mit Gelb und Grün. Man tut, was man kann. An langen Sonntagen, wenn es schneit und stürmt, hole ich morgens ein oder zwei Brötchen und weigere mich, danach das Haus zu verlassen. Meine Familie interessiert mein Hobby keinen Deut und meine Freunde lächeln milde. Ich glaube, sie halten mich für ein wenig abseitig, aber sie sind viel zu höflich, um mir das direkt zu sagen. Deswegen mag ich sie.
Meistens bin ich nicht voll und ganz in der Welt, sondern in Teilen. Die abwesenden Teile beschäftigen sich mit dem Himmel, der Form der Wolken oder der Maus unter der Holzbank. Mein Leben schmeckt nach einer Mischung aus Erdbeer und Lakritz, mit einer Spur Spinnwebe. Manchmal sehe ich zwischen den Spinnweben schweren, grauweißen Himmel, der auf die Felder drückt. Sie ächzen leise. Die Freiheit in all dem wohnt im Dazwischen, in den Spalten der Lakritzschnecken, unter den Erdbeersamenkörnchen und in den Regentropfen. Wenn ich sie doch mal nicht finden kann, suche ich nach ihr, da bin ich ausdauernd. Die Freiheit ist schnell und wendig, aber ich habe Geduld und einen Käscher aus Spinnweben.

Alles Veröffentlichte und auch alle Fotos sind von mir. Ich wünsche viel Freude beim Lesen.

Stachelbeermond


Und dann gibt es noch Himmelgraublau, die hier ab und zu als Gast auf meiner Seite zu Besuch ist. Gedanken zum Leben, Werden und Sein – Momentaufnahmen aus Alltag und Sonntag – aus dem Notizbuch befreit.

Und auch hier: Alle Texte sind von Himmelgraublau, die Fotos dazu entweder von ihr oder von mir. Viel Freude daran!

Himmelgraublau

5 Gedanken zu „Über Stachelbeermond

  1. Sehr geehrte Frau Feuerzikade,

    ich habe heute eine Menge gelernt über Honigohren, weißen Fäden und Erdbeerschweinchen, Mieslingen und vieles mehr. Vieles aber habe ich noch gar nicht gelesen, aber die Dinge die ich sah sind sehr sehr schön und mit viel Witz, Geist und Wärme geschrieben.
    Wir entdecken, dass auch die kleinen Dinge mit viel Phantasie gestaltet eine Welt für sich sein können und viele versteckte interessante Dinge enthalten, wenn man genauer hinsieht.
    Bei mir ums Eck wohnt eine ältere Frau, die Ihnen ein wenig gleicht. Sie schreibt von Zeit zu Zeit schöne Gedichte in schön geschwungener Schrift an ihr Fenster. Dann bleibe ich immer stehen und lese diese Geschichten und bin enttäuscht, wenn die Fenster keinen Schriftzug mehr tragen.

    Auf jeden Fall ist es gut, dass es Menschen wie Sie gibt. Sie sorgen für kleine Glücksmomente und versetzen uns in eine Traumwelt in die wir immer gehen können wenn die Welt uns wieder eine Ohrfeige verpasst hat.

    Noch einen Buchtipp zum Schluß: Wenn Sie auch Astrid Lindgren mögen wie ich (habe ihre Biographie auf schon gelesen). Gianni Rodari (italienischer Kinderbuchautor) schreibt auch sehr viele tolle phantasievolle Dinge. Ich liebe ihn und habe ein paar Bücher im Bücherregal. Der gefällt Ihnen bestimmt auch gut.

    Machen Sie weiter so. Bleiben Sie uns erhalten. Und viel Glück auf fürs nächste Jahr.

    Gefällt 2 Personen

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