Ausgelesen: Felsenfest. Von Jörg Maurer.

„Der Kriminalroman sollte die Oper des schwarzen Humors sein.“ So weit der Autor selbst über seine Bücher, und eigentlich ist dem nichts hinzuzufügen – er erfüllt seine eigenen Anforderungen exakt. Auch dieses Buch aus der Reihe um Kriminalkommissar Jennerwein spritzt nur so vor Satire, treffsicheren Kinnhaken unter alle möglichen Kiefer, sehr abseitigem Humor und einer ungebremsten Lust am Fabulieren. Hier gibt es tatsächlich mal kein besseres Wort, Fabulieren passt perfekt zu den nonchalanten Ausflügen in scheinbar zusammenhanglose Textausflüge in seltsame Randgebiete, die dann in serpentinenartigen Bögen zurück zur Hauptgeschichte mäandern und den Leser glucksend vor Vergnügen und leicht atemlos zurücklassen.

In diesem Fall geht es um ein Klassentreffen, das nicht gut ausgehen wird, soviel ist dem Leser schnell klar. Ein netter, geselliger Ausflug auf einen angenehm zu besteigenden Berggipfel entwickelt sich zu einer Geiselnahme, die nicht alle überleben werden. Hubertus Jennerwein hat nach einem seltsamen Anruf ein seltsames Gefühl, das nicht trügt – es sind seine ehemaligen Klassenkameraden, zu deren Klassentreffen er seit Jahren nicht mehr geht, und sie sind in Not. Wird er helfen können?

Das könnte ein dramatischer Plot sein, und ist es auch, aber mit diesem Schriftsteller außerdem ein großes Vergnügen. Treffsicher und mit sehr spitzer Feder zeichnet er seine Figuren, manchmal sehr grell, aber nicht zu grell, und es beschleicht einen die Ahnung, verdammt, das könnte tatsächlich so passiert sein – oder gerade irgendwo passieren, gerade, weil es so verrückt ist. Dazu der tiefschwarze Humor, bei dem man sich nicht immer sicher ist, ob man nun lachen darf oder doch lieber nicht: Die Kriminalromane von Jörg Maurer sind ziemlich einzigartig. Ich weiß gar nicht, ob sie in andere Sprachen übersetzt wurden, aber auf jeden Fall dürften diese Texte für jeden Übersetzer auf der Kippe zwischen spannender Herausforderung und hoffnungsloser Überforderung stehen. Wie man unschwer erkennen kann, mag ich diese Kriminalromane sehr und freue mich, dass ich noch nicht alle gelesen habe. Außerdem ist Jörg Maurer fleissig – jedes Jahr ein neues Buch, Nachschub ist also garantiert. 🙂

Ausgelesen: Halbmast. Von Sandra Lüpkes.

Keine Ahnung, warum, aber in letzter Zeit lese ich wieder mehr Krimis. Und gerne auch mal welche, bei denen ich vorher keinerlei Ahnung habe, worum es geht oder wie der/die Autor/Autorin schreibt. Am liebsten gehe ich in der Stadtbibliothek am Regal entlang, gucke auf die Titelrücken und ziehe einfach eins heraus und nehme es mit. So auch bei diesem Buch, das mich erfreulich überrascht hat. Wenn man schon ein Risiko eingeht, ist es doch immer schön, wenn es kein Totalausfall wird!

In Halbmast geht es um die Überführung eines neugebauten Kreuzfahrtschiffes aus der Werft über die Ems in die Nordsee – hat hier jetzt jemand eventuell eine große, norddeutsche Reederei vor Augen, die riesige Kreuzfahrtschiffe baut und sie dann in millimetergenauen Aktionen in die Nordsee überführt? Tja, ich auch, und zwar das gesamte Buch über. Ich nehme mal an, dass die  Reederei bei Erscheinen des Buches nicht übermässig erfreut war, sie kommt darin nämlich nicht besonders gut weg. Eine Fotografin soll die Überführung zusammen mit einem Journalisten begleiten und eine Reportage darüber machen. Anfangs läuft alles glatt, dann gibt es ein paar seltsame Vorfälle und als der Journalist spurlos verschwindet, beginnt die Fotografin zu ahnen, dass auf dem Schiff und in der Reederei nicht alles so reibungslos läuft, wie man es ihnen gerne weismachen möchte…

Das Buch ist solide Krimikost. Für ausführliche Charakterstudien ist nicht genug Platz auf den 256 Seiten, vor allem auch, weil die Autorin Nebenhandlungen eingebaut hat, auf die ich gerne zugunsten der Haupthandlung verzichtet hätte. Es ist schön norddeutsch kühl gehalten, der Hauptfigur kommt man ein bisschen näher, alle anderen bleiben einem mehr oder weniger fremd. Der Hauptfokus liegt auf dem Vorantreiben der Handlung und auf dem ungewöhnlichen Handlungsort, dem Kreuzfahrtschiff. Politische Interessen, schlechte Arbeitsbedingungen und Schwarzarbeit werden erwähnt, aber nur gestreift. Man hätte mehr aus dem wirklich interessanten Plot machen können, aber mal ehrlich: Aus den meisten Büchern könnte man mehr machen. Wenn der Autor sich dagegen entscheidet, ist das sein gutes Recht, und so ist das Buch wunderbar geeignet für eine lange, langweilige Zugfahrt oder einen Nachmittag auf der Sonnenliege im Garten. Es wird nicht mein einziges gelesenes Buch von Sandra Lüpkes bleiben.

Ausgelesen: Grand Crux. Von Martin Walker.

Ich war erst einmal in meinem Leben in Frankreich (und es hat mir sehr gefallen), aber ich habe schon eine Menge Bücher gelesen, die in Frankreich spielen. Im literarischen Sinne bin ich also eine Frankreich-Expertin! Dazu beigetragen hat auf jeden Fall die Serie um Bruno, Chef de police, von Martin Walker (der selber Schotte ist, aber mittlerweile in Frankreich lebt). Ich vermute mal, seine Bücher sind französischer als die Franzosen selbst, aber da ich Deutsche bin, kann ich das nicht beurteilen. Eigentlich ist es auch nicht wichtig – dazu gefallen sie mir viel zu sehr!

Martin Walker schreibt über Bruno Courrèges, der in der Kleinstadt Saint-Denis im Périgord in Südfrankreich lebt und arbeitet. Er ist „Dorfpolizist“ (so Bruno über sich selbst) und ist direkt dem Bürgermeister von Saint-Denis untergeordnet. Bruno ist ein Mann der Tat und der kurzen Wege. In Saint-Denis kennt er jeden und jeder kennt und schätzt ihn. Er lebt mit einem Basset in einem kleinen, malerischen Haus am Stadtrand, reitet, jagt, sucht Trüffel in seinem eigenen Stückchen Wald und kocht gern und gut. Ein großer Freundeskreis umgibt ihn, und wenn es wieder mal beziehungstechnisch nicht klappt, tröstet er sich mit einem Ausritt mit Freunden und einem anschließendem traditionellen französischen Essen, selbstverständlich begleitet von guten Weinen. Daneben wird durchaus scharf geschossen, und ab und zu bricht die große Politik in das kleine Städtchen im Périgord ein und mischt alle einmal kräftig durch. Bruno ist immer mittendrin im Geschehen, weiß sich zu verteidigen und greift auch an, wenn es sein muss. Ein Mann, wie er im Buche steht (wortwörtlich!).

In Grand Prix geht es neben anderen Dingen auch um eine Oldtimer-Rallye, die von Bruno organisiert wird. Sie bringt zwei besessene junge Sammler nach Saint-Denis, die auf der Jagd nach dem wertvollsten Auto aller Zeiten sind: Dem letzten von nur vier gebauten Bugattis Typ 57 SC Atlantic, dessen Spur sich in den Wirren des Zweiten Weltkriegs im Périgord verlor. Diese Jagd bringt einige Unruhe in die Kleinstadt, alte Rechnungen wollen beglichen werden, neue Hoffnungen machen sich breit. Zwischen allen Parteien versucht Bruno zu vermitteln und Recht und Ordnung zu wahren. Ob es ihm gelingt?

Es ist deutlich spürbar, dass hier ein Mann seine Vorstellungen von einem perfekten französischen Männerleben umgesetzt hat. Gutes Essen, guter Wein, alle Sportarten, die Männer verlockend finden könnten, sind vertreten, und auch alte, robuste Autos tauchen immer mal wieder auf, genauso wie Waffen und gesellschaftspolitische Themen. Das gesellschaftliche Gefüge in der kleinen fiktiven Stadt Saint-Denis mit all seinen Verstrickungen und Vernetzungen spielt eine große Rolle, und über allem strahlt Frankreich verlockend aus jeder Zeile jedes Bruno-Buches. Männer schreiben anders als Frauen, und manchmal merke ich das bei bestimmten Passagen. Nicht alles interessiert mich in den Büchern, aber das Drumherum macht das mehr als wett. Bisher habe ich alle Bücher aus der Reihe gelesen, es gab gute und weniger gute, aber ich bin immer noch dran. Wenn das kein gutes Zeichen ist!  Ich hoffe, dass weder Bruno noch Saint-Denis jemals gezähmt werden. Manchmal werden Happy Ends auch überbewertet.

Ausgelesen: Tragödie auf einem Landfriedhof. Von Maria Lang.

Ein Krimi in der Tradition von Agatha Christie – wie schön! Das musste ich natürlich lesen. Der Klappentext verrät, dass die schwedische Autorin, Maria Lang, von 1949 bis 1990 jedes Jahr ein Buch veröffentlicht hat und als die erste Krimikönigin des skandinavischen Landes gilt. Sechs Bücher davon sind in Schweden neu verfilmt und unter anderem auch auf deutsch übersetzt worden. Dieses hier wurde 1954 veröffentlicht und dann 2013 neu aufgelegt. 2015 erschien es auf deutsch.

Das Buch spielt in einem winzig kleinen Dorf in Schweden zur Weihnachtszeit, es ist kalt und schneit und die Ich-Erzählerin Puck Bure verbringt die Weihnachtsfeiertage mit Mann und Vater bei ihrem Onkel Tord Ekstedt in Västlinge. Tord ist der dortige Pfarrer und lebt mit seiner Tochter und seiner Haushälterin im riesigen Pfarrhaus direkt gegenüber der Kirche. Es könnte alles wunderbar sein (wenn auch vielleicht ein bisschen zu ruhig für den Geschmack von Puck), wenn nicht ausgerechnet am Heiligen Abend der immer gut gelaunte Besitzer des Gemischtwarenladens spurlos verschwunden wäre…

Der Stil des Buches erinnert tatsächlich an typische Agatha Christie-Romane. Dreh- und Angelpunkt ist immer das Verbrechen und die Frage, wer hat es wie getan. Das Buchpersonal dient als Erfüllungsgehilfe auf dem Weg dahin, wer eingehende Charakterstudien erwartet, ist hier fehl am Platz. Nicht einmal von der Ich-Erzählerin bekommt man einen umfassenden Eindruck, und es gibt auch keinen anderen Erzähler, der aus der Innensicht einer Person heraus berichtet. Wir befinden uns dauerhaft in einer äußerst wohlerzogenen, zurückhaltenden Gesellschaft, die uns keinen tieferen Einblick in persönliche Beweggründe gibt. Ab und zu wird berichtet, warum etwas geschah und das Buchpersonal schluckt, errötet, stammelt, wird wütend – aber mehr erfahren wir nicht, die Betriebstemperatur bleibt skandinavisch kühl zwischen den Buchseiten.

Das könnte frustrierend sein, ist es aber nicht. Das Buch will so sein und es hat seine Berechtigung. Hier geht es nicht um Charakterstudien, sondern um einen klassischen „Wer-hat´s-getan“-Plot. Und hier fehlte mir dann doch ein wenig Agatha-Feeling: Der gruselige Aha-Moment, wenn der Mörder enthüllt wird, vor allem, wie er es getan hat und das ungläubige Staunen und das unbedingte noch einmal nachlesen wollen – ab wo hätte ich es wissen können oder eben auch nicht. Dieser Moment blieb im Krimi von Maria Lang aus. Trotzdem – wer solide, nüchterne Krimi-Unterhaltung mag und ein bißchen Vintage in seinen Büchern schätzt, wird hier angenehm altmodisch unterhalten.

Ausgelesen: Der Rache kaltes Schwert. Von Deborah Crombie.

Band acht aus der Reihe um Gemma James und Duncan Kincaid.

Eine junge Frau wird ermordet, als Hauptverdächtiger gilt ihr zwar eleganter, aber zwielichtiger Ehemann. Als er allerdings ebenfalls auf unschöne Art und Weise zu Tode kommt, muss noch einmal ganz neu ermittelt werden.

Dieses Mal spielt die Handlung im Londoner Antiquitätenhandel, Schauplatz ist Notting Hill mit seinen Märkten und Straßenzügen. Die Handlung ist wie in allen Büchern von Deborah Crombie schön ausgefeilt, die handelnden Personen sind inklusive Mordopfern detailliert und schlüssig geschrieben. Die Beziehung zwischen den beiden ermittelnden Polizisten wird stetig weiterentwickelt, dieses Mal liegt der Schwerpunkt bei Gemma.

Alles in allem eine wunderbare Reihe, und ich bin froh, sie nach meiner anfänglichen Ablehnung noch einmal angefangen zu haben und dieses Mal eines besseren belehrt worden zu sein. Empfehlung für Fans englischer Kriminalromane!

Wieder einmal gelesen: Süß ist der Tod. Von Diane Mott Davidson.

Es gibt Zeiten im Leben, die sind nicht schön. Man wird kräftig durchgeschüttelt und ist traurig, und Trost zu finden ist nicht einfach. Neue Bücher kommen gerade nicht in Frage, es gibt keinen Platz für die Geschichten anderer Leute, stattdessen hätte man lieber eine Decke und würde gern das Denken einstellen, wenn das denn möglich wäre. In solchen Zeiten kommen die Herzwärmer-Bücher hervor, die, die man schon lange kennt, mit denen man eine gemeinsame Geschichte hat und bei denen man ganz sicher weiß, dass sie einen trösten werden.

Ein solches Buch ist „Süß wie der Tod“ von Diane Mott Davidson und einige andere Bücher aus dieser Krimireihe. Die Heldin heißt Goldy und ist Partylieferantin, und sie hat die Eigenschaft, in Mordfälle hinein zu stolpern. Außerdem liebt sie das Kochen und Schokolade (wie ich) und ihr Leben ist nicht unbedingt perfekt, aber sie steht immer wieder auf und macht weiter.

Die Bücher sind nicht perfekt geschrieben, es gibt seltsame Handlungslücken, und manchmal scheint die Autorin ein bisschen zu viel Vertrauen in die Kombinationskünste ihrer Leser zu haben, aber trotzdem war sie von 1990 an etwa fünfzehn Jahre lang recht erfolgreich mit dieser Serie. Ich habe damals jede Neuerscheinung von ihr gekauft, weil ich die Atmosphäre in den Büchern geliebt habe. Und das ist heute immer noch so. Die Geschichten spielen in der fiktiven Bergstadt Aspen Meadow, Colorado, USA, und das dortige Wetter könnte man fast als weitere Romanfigur sehen, die im Hintergrund mit Schneestürmen und anderen Extremwetterlagen eifrig mitspielt. Wichtig sind auch die Koch- und Backrezepte, die in der jeweiligen Handlung eine Rolle spielen und durch und durch amerikanisch sind. Einige davon habe ich ausprobiert, mit sehr wechselhaftem Erfolg. Es gibt skurrile Nebenrollen wie die des General Bo oder Marla, die zweite Ex-Frau von Goldys gewalttätigem Exmann, die ihre beste Freundin wird und einen zweifelhaften Modegeschmack hat.

DM-Preise! Lang ist´s her.

Alles in allem gehört diese Reihe zu den wenigen, von der ich fast alle Bücher habe und die ich tatsächlich mehrfach gelesen habe, vermutlich, weil mir Goldy sehr sympathisch ist, ich ihr Umfeld mag und die USA in dieser Zeit eines meiner Lieblingsländer war (ist es immer noch, nur gerade aktuell – nun ja.). Goldy und ich kennen uns jetzt schon seit über zwanzig Jahren und ich denke, sie wird in meinem Buchregal bleiben und niemals aussortiert werden. So was passiert anderen nämlich durchaus von Zeit zu Zeit. Man muss ja auch Platz für Neues schaffen 🙂 .

Man beachte den ausgeblichenen und gebrochenen Buchrücken. Nicht nur Teddys werden abgeliebt.

Ausgelesen: Die unsichtbare Bibliothek, Die maskierte Stadt, Die flammende Welt. Von Genevieve Cogman.

Im riesigen Kosmos der Fantasy-Literatur (jaha, das IST Literatur!) etwas wirklich Neues zu schaffen, ist schwierig. Die meisten Bücher sind Variationen über dieselben Themen und bedienen sie mehr oder weniger gekonnt. Ich lese all die Variationen sehr gerne und beschwere mich nicht, ich bin ja froh, dass die Fantasy-Sparte aller möglichen Verlage in den letzten Jahren zu völlig neuer Blüte gekommen ist. Ob man Edward und Bella und Twilight nun mag oder nicht, das zumindest haben sie dankenswerterweise verändert.

Aber diese drei Bände hier, die haben etwas Neues geschaffen. Ein wagemutiger Genremix aus Krimi, Fantasy, Science Fiction, Steampunk, Actionthriller – alles zusammen ergibt eine neue Welt, nein, viele neue Welten mit einer Bibliothek als Zentrum, die ebenfalls eine eigene, undurchschaubare Welt ist, bewohnt von sehr besonderen Menschen – den Bibliothekaren. Es ist, als hätte jemand die geheimsten Wünsche von unzähligen Lesern genommen, sie mit beiden Händen durchgeknetet, in die Luft geworfen und das hier daraus gemacht: Eine Welt, in der Bücher so wichtig sind, dass Geheimagenten nach ihnen suchen, sich dafür in Lebensgefahr begeben und ihr ganzes Leben diesem bedruckten oder beschriebenen Papier widmen.

Irene Winters, die Hauptfigur in den Büchern, ist ebenfalls besonders. Stark, mutig, unerschrocken, unabhängig. Sie ist Bibliothekarin mit Leib und Seele, und weder Elfen, Werwölfe, Drachen oder Menschen bringen sie davon ab, das zu tun, was das beste für die Bibliothek ist, und das ist, von dort aus immer wieder in verschiedene Parallelwelten zu reisen, um wichtige Bücher zu sichern. Die Bewohner der Welten und die Welten selbst sind erfrischend kantig, oft ist eine große Prise Steampunk eingestreut, was mich immer sehr erfreut, denn ehrlich, wer kann Zeppelinen und Gaslichtlampen schon widerstehen? Auf jeden Fall gibt es keinerlei Blumenwiesen mit glitzernden jungen Männern in diesen Büchern, es herrscht eher raue Realität mit gelegentlichem Werwolfbefall vor, und ich vermute, die Autorin ist Sherlock Holmes-Fan, denn eine alternative Version des Detektivs spielt eine zunehmend größere Rolle in den Fällen der Irene Winters.

Es spricht auch für die Geschichte, dass mich die nicht besonders gelungene Übersetzung des ersten Bandes nicht abschrecken konnte. Seltsame Satzkonstruktionen, holprige Übergänge, es hat mich überrascht, dass ein Buch so in Druck gehen kann. Ab Band zwei gibt es damit keine Probleme mehr, was seltsam ist, denn es ist derselbe Übersetzer. Vielleicht war Band eins im Original wirklich so schlaglochartig geschrieben – wer weiß.

Ich bin sehr gespannt darauf, wie es weitergeht. Band 4 erscheint am 29. März, und ich werde es wohl sofort erwerben. Und das passiert eher selten, Bücher haben ja normalerweise nicht die Eigenschaft, wegzulaufen – irgendwann findet man sie in einem Regal und liest sie dann. Dieses Mal nicht!