heute morgen

Bild

der Himmel heute morgen
ist seltsam gestartet
neun Stunden geschlafen
immer noch müde
ich möchte ETWAS
die Wäsche von letzter Woche
duftet nach Behaglichkeit

Der Dienstag dichtet!  
Katha kritzelt hat diese Aktion ins Leben gerufen: Jeden Dienstag wird ein Gedicht aus eigener Herstellung veröffentlicht.
Auch Wortgeflumselkritzelkram
Mutigerleben
WernerKastens
die Nachtwandlerin
Myriade
Gedankenweberei
Emma Escamilla
Wortverdreher
Lebensbetrunken
der BerlinAutor
Vienna BliaBlaBlub
Heidimarias kleine Welt
Red Skies over Paradies
Your mind is your only limit
Dein Poet
Geschichten mit Gott
Lindasxstories
Findevogel
und Traumspruch sind mit von der Partie.
Viel Freude bei allen Besuchen!

Ausgelesen und inspiriert worden: Verrückt nach Karten. Hrsg. von Huw Lewis-Jones

Heute ist der Tag des Buches, und ich habe das perfekte Buch, um den Tag gebührend zu feiern: Verrückt nach Karten!
Wer kennt sie nicht, die Karten der imaginären Orte und Länder, die sich uns gleich vorstellen werden, wenn wir das Buch zum ersten Mal bei Kapitel 1 aufschlagen. Oft sind sie auf dem Vorsatzblatt gedruckt, manchmal am Ende des Buches (wo sie meiner Meinung nach nicht hingehören) und ganz selten ist dem Buch eine separate Karte beigelegt, die man auffalten kann. Die liebe ich am meisten. Bevor man sich in die Geschichte hineinbegibt, ist die Karte noch eine große Unbekannte, eine Ansammlung seltsamer Namen und Orte, manchmal gibt es ein „X“ mitten in einem Kontinent, und man weiß, aha, da ist etwas passiert oder es wird noch passieren. Im Großen und Ganzen betrachtet man die Karte recht ungerührt, sie hat sich uns noch nicht vertraut gemacht. 😊
Aber dann! Dann fängt man an zu lesen, und auf einmal erschließt sich einem der erste Ort auf der Karte und er ist nicht mehr nur ein Name, er hat jetzt eine Geschichte und Menschen (oder Tiere oder andere Wesen), die da wohnen, man weiß, ob es oft regnet oder ob es heiß dort ist, und wenn dieser Ort sich so hochinteressant füllt, wie mag es dann erst an den anderen Orten auf der Karte zugehen?
So füllt die Karte sich immer mehr mit Leben an und man verfolgt immer wieder die Wege und Strecken, die die Protagonisten in ihren Welten zurücklegen, sie bekommen Konturen und laufen nicht mehr in einem nebulösen Niemandsland herum, denn man hat ja die Karte!

Meine allererste Karte war die Mittelerde-Karte, die dem ersten Band des Herrn der Ringe beigelegt war. Das Auenland schien mir im Buch riesengroß zu sein, auf der Karte war es winzig, und ich bekam eine Ahnung davon, was da noch alles passieren würde. Diese Karte wurde immer und immer wieder ausgebreitet und ich verfolgte genau, wo die Helden sich gerade aufhielten. Meiner Meinung nach hätte die Karte ruhig noch sehr viel detaillierter sein können, manchmal verlor ich die Helden aus den Augen, was mich sehr beunruhigte: Was, wenn sie verloren gegangen waren? Wer würde den Ring weiterbringen? Aber sie fanden immer wieder zurück.

Eine weitere Lieblingskarte war die aus Pu der Bär. Der Hundertmorgenwald, wo die Eule wohnt, die Falle für Heffalumps und wo es zum Nordpol geht – ach! So eine schöne kleine Karte! Auch die Schatzinselkarte von Robert Louis Stevensons Die Schatzinsel hat mich fasziniert. Es wäre so viel schwieriger gewesen, die Wege der Piraten zu verfolgen und all die Dramen richtig einzuordnen, wenn es da keine Karte gegeben hätte. Das könnte ich im Übrigen auch mal wieder lesen, das Buch.

Ich bin also ein Kartenfreak, und ich bin es gerne. Und dann kommt da so ein riesiger Bildband, in dem es nur um Karten geht! Das Paradies (von dem ich auch gern eine Karte hätte, nur so, aus Interesse)! Dieses Buch ist eine Fundgrube für Leser und Kartenliebhaber, so gut wie jede bekannte Klassikerkarte ist vertreten, mit jeder Menge Essays und Texten von Zeichnern und Autoren über Zeichner und Autoren: Mittelerde, Narnia, Nimmerland, Utopia, London, Konstantinopel, die Karte des Rumtreibers und U-Bahn-Pläne.


Man erfährt, wie und warum Karten entstanden sind, wer sie gezeichnet hat und wo sie eingesetzt werden. Das Buch strotzt nur so vor Informationen und vor allem: Karten. Sie sind in Farbe, beiseitig und einseitig gedruckt, und jedes Mal beim Umblättern denkt man vorfreudig: Na? Na? 😊 Und dann ist da schon wieder eine Welt vor einem, die man noch nicht kennt. Der Herausgeber hat vor allem im englischsprachigen Raum gesammelt und daher sind eine Menge Bücher und Klassiker dabei, die im deutschsprachigen Raum nicht sehr verbreitet sind, aber mich hat das nicht gestört. Es ist ein bisschen, wie jemandem zuzuhören, der von etwas schwärmt, das man noch nicht kennt: Es macht sehr neugierig, was ja nicht das schlechteste ist. Das Buch ist ziemlich teuer, daran führt kein Weg vorbei, aber so einen Wälzer kann man auch nicht für 9,99 Euro produzieren, vor allem, weil er vermutlich nur eine begrenzte Leserschaft finden wird. Wer Karten liebt, wird dieses Buch lieben! Und wird inspiriert! Ich bin auf jeden Fall tätig geworden. Mit „Klick-auf-das-Bild“ wird meine ganz persönliche Karte vergrößert. Wer findet den Weg des Marders? 😊

Ausgelesen: Die Rechenkünstlerin. Von Helga Glaesener.

Helga Glaesener hat in allem, was Emotionen betrifft, einen kühlen Schreibstil, ist aber in der Beschreibung historischer Details extrem farbenfroh und einfallsreich. Eine interessante Mischung, die ich sehr mag. Ihre historischen Romane sind eine Erholung nach allzuviel Liebe und Triebe in anderen Büchern, und ich habe immer noch den Verdacht, dass ihr ihre mittelalterlichen Städte und Kleingesellschaften mehr am Herz liegen als ihre Figuren. Aber das ist nur eine unbedeutende Theorie einer Leserin. 😊
Hier also geht es um Carlotta, die im Jahr 1389 in Heidelberg lebt, die Tochter des leicht verwirrten Pedells der Universität ist und viel lieber Rechnen würde anstatt für ihren Vater und seine Scholaren zu kochen und zu putzen. Und schon ist sie mir sympathisch! Als ihre Freundin Zölestine sich frisch verheiratet umgebracht haben soll, reist sie mit ihren Brüdern zur aufgebahrten Leiche. Dort kommen ihr Zweifel am angeblichen Selbstmord und sie beginnt nachzuforschen. Zu Hilfe kommt ihr ein gerade neu zugereister tschechischer Magister für Römisches Recht.
Wir erfahren in Folge einiges über Universitätsstädte im Mittelalter, über Ehen, Judenverfolgung, seltsame Mahlzeiten und Gerichtsbarkeiten von damals, und wie immer nach einer solchen Lektüre bin ich froh, heute zu leben und nicht vor knapp siebenhundert Jahren.
Wer historische Romane mag, nicht ständig von melodramatischen Liebesschwüren umgeben sein will und einen Schreibstil mag, der leicht nach frischen Brezeln duftet (trocken, warm, würzig), sollte ein Buch von Helga Glaesener versuchen – wie wär´s mit der Rechenkünstlerin?

Ausgelesen: Was man von hier aus sehen kann. Von Mariana Leky.

Dieses Buch bekam ich geschenkt; selbst hätte ich es mir vermutlich nicht gekauft. Und dann auch noch als Hardcover! Luxus!
Die Geschichte spielt in einem Dorf im Westerwald, alles ist hier ein klein wenig anders als anderswo, andersartiger, netter, bunter, seltsamer. Die Menschen haben Charakter, manchmal vielleicht ein bisschen zuviel davon. Ein Okapi spielt eine nachdrückliche Rolle, ein Haus entwickelt ebenfalls Charakter und Fußfallen, und eine Liebesgeschichte geht seltsame Wege.
Die Sprache des Buches mochte ich sehr, ein bisschen versponnen, leicht, als ob die Erzählerin das Buch träumt, aber geerdet träumt. Jaja, das ist schwierig zu verstehen, aber beschreiben Sie mal einen Erzählstil! Trotzdem bin ich mit dem Buch nicht komplett eins geworden, da blieb eine kleine Trennung. Warum? Vielleicht war es streckenweise zu seltsam, das alles. Das Ende hat mir dann aber wieder sehr gefallen. Ein nettes Buch aus der Richtung leicht gehobene Literatur.

Vorfreude

Sommer!

– Bienengesumm
– kurze Hosen
– Wassermelonenkerne spucken
– gut gelaunte Kollegen
– warme Sternennächte
– offene Fenster
– Blumengießen am Morgen
– Tauperlen
– Lesen im Wald
– Eiskaffee!
– mit Vanilleeis!!!

Es dauert noch ein wenig, aber er kommt. 🌞😎😊

Der Dienstag dichtet!  
Katha kritzelt hat diese Aktion ins Leben gerufen: Jeden Dienstag wird ein Gedicht aus eigener Herstellung veröffentlicht.
Auch Wortgeflumselkritzelkram
Mutigerleben
WernerKastens
die Nachtwandlerin
Myriade
Gedankenweberei
Emma Escamilla
Wortverdreher
Lebensbetrunken
der BerlinAutor
Vienna BliaBlaBlub
Heidimarias kleine Welt
Red Skies over Paradies
Your mind is your only limit
Dein Poet
Geschichten mit Gott
Lindasxstories
Findevogel
und Traumspruch sind mit von der Partie.
Viel Freude bei allen Besuchen!

Herr Miesling brät Spiegeleier

„Schwabbadabbadu…“ singt Herr Miesling vor sich hin, während er Eier in die Pfanne schlägt und gewürfelten Schinken darüber streut. Ein himmlischer Duft verbreitet sich in seiner kleinen Küche. Sein Engel schiebt unauffällig den Beutel mit aufgetauten Tiefkühlerbsen näher an die Pfanne, aber Herr Miesling bleibt standhaft.
„Erbsen gehören da nich rein, das wird´n astreines Schinkenspiegelei. Du kannst die wieder ins Gefrierfach packen, wenn du willst. Aber als Kühlung war´n se super. Gute Idee!“ Er betastet vorsichtig die dicke Beule auf seiner Stirn.
Der Erbsenbeutel verschwindet geräuschlos im Tiefkühlfach, dann steht Herr Mieslings Engel mit verschränkten Armen da und guckt streng.
Herr Miesling stochert in den Schinkeneiern herum, dann gibt er auf. „Jaja, du hast ja Recht. Bei streitenden Hunden soll man sich nich einmischen. Dabei wollt ich se nur trennen! Dass diese olle Tusnelda mich gleich mit ihrem Stock hauen würde, konnt ich doch nich ahnen!“ Er befühlt wieder die Beule. „So ´ne Schreckschrulle, echt!“ Er verzieht das Gesicht, als er ein klein wenig zu fest drückt. „Meinst du, das gibt´n Veilchen?“
Sein Engel wiegt den Kopf hin und her.
„Könnt schon noch passieren, guck, hier, da kommt schon´n Bluterguß.“ Herr Miesling betrachtet sich in einem Löffel. Sein Gesicht spiegelt sich wie ein ausgelaufenes Ei. „Das wär aber nich toll, was? Schließlich will ich gut aussehen morgen! Was meinste, den blauen Anzug oder die Stoffhose mit dem karierten Hemd?“
Sein Engel reckt bei der Stoffhose den Daumen in die Luft.
„Nachher probiere ich beides mal an. Siehste, da hatte das ganze Hundegetrenne und die Beule doch was Gutes, immerhin hat die Dame mit dem Mops mich auf´n Kaffee eingeladen!“ Herr Miesling schwenkt glücklich die Pfanne mit den Schinkeneiern. „Willste auch welche?“
Sein Engel lächelt und hält die Teller hin.

Das war ein Beitrag zu den abc-Etüden! Die Regeln: Drei Begriffe, maximal 300 Wörter. Die Begriffe lauteten dieses Mal trennen, Pfanne und glücklich und stammen von der Wortspenderin Doro mit ihrer Webseite/Blog DORO|ART. Und organisiert wird alles von Christiane mit ihrem Blog Irgendwas ist immer! Vielen Dank! 😊🌞

Dem Schweinehund ist kalt

Dein Schweinehund steht am Fenster und drückt die Nase gegen die Scheibe, die du gerade frisch geputzt hast. Du unterdrückst ein Seufzen und versuchst, dich wieder auf deinen Text zu konzentrieren.
„Weisst du noch, als du mir letztes Jahr im Urlaub den Sonnenhut aufsetzen wolltest?“ fragt dein Schweinehund und seufzt kellertief.
„Allerdings“, sagst du und streichst das letzte geschriebene Wort. „Du hast dich angestellt, als hätte ich dir die Ohren abschneiden wollen.“
„Und zum Schluß ist er davongeflogen und im Watt gelandet“, sagt dein Schweinehund mit einem verklärten Lächeln. „War das schön!“ Er seufzt noch einmal kellertief.
„Ja, und ich bin im Watt versackt, du hast einen Sonnenbrand auf der Nase bekommen, wolltest nie wieder die Sonne sehen, hast an der Seniorenbar auf Mitleid gemacht und dich von unbekannten Frauen massieren lassen. Ich erinnere mich sehr gut!“ Du starrst ihn bohrend an.
„Ach!“ Dein Schweinehund wedelt abschätzig mit einer Pfote. „Haltlose Vorwürfe. Du bist bloß neidisch.“
Du schnaubst.
Dein Schweinehund drückt wieder die Nase ans Fenster. „Eigentlich sieht es ganz nett aus da draußen“, murmelt er, „aber es ist kalt! Die Ohren erfrieren einem! Niemand sollte da raus gehen müssen.“
Du schreibst den letzten Satz und bist zufrieden. „Trotzdem gehe ich da jetzt raus. Du kannst ja hierbleiben.“
Dein Schweinehund seufzt noch einmal, dann reckt er kraftlos eine Pfote in die Luft. „Niemals! Du und ich, für immer vereint!“
„Du könntest meine Mütze haben.“
Dein Schweinehund guckt entrüstet. „Ich? Eine Mütze? Ich bin ein Schweinehund! Schweinehunde tragen doch keine Mützen!“
„Dir werden die Ohren abfrieren.“
Dein Schweinehund lächelt gönnerhaft. „Im Gegensatz zu dir bin ich Fellträger!“
Du verdrehst die Augen. „Dann nicht.“ Als du die Haustür öffnest, schlägt dir ein eisiger Wind entgegen. Dein Schweinehund keucht entsetzt auf.
„Eiszeit!“ rufst du und stemmst dich dem Wind entgegen.

Das war ein Beitrag zu den abc-Etüden! Die Regeln: Maximal 300 Wörter, darin enthalten sein müssen dieses Mal Sonnenhut, haltlos und massieren. Die Wörter stammen von Ludwig Zeidler (bloggt nicht mehr), und Irgendwas ist immer, dem Blog von Christiane, die das alles auch organisiert – vielen lieben Dank dafür! Der Schweinehund und ich sind übrigens beide der Ansicht, dass dieser Frühling wirklich schweinemässig kalt ist, und deswegen habe ich extra das karibikblaue Etüdenbild gewählt. 😊 🌴

hinhalten

durch eisige Morgenluft
schlängeln sich Sonnententakel
betasten warm mein Gesicht
ich halte mich hin

Anleitung für Alltags-Knusper

Anleitung für Alltags-Knusper

Man nehme:
1 Handvoll Morgenknurrigkeit
2 Eßlöffel Eisluft
fragendes Vogelgezirp nach Belieben
1 Teelöffel „ich-habe-einen-Brief-bekommen“ Freude
1 Prise Winkelgassengedanken
zuletzt streue man großzügig Gedichtbrocken ein (die kantigen!)
rühre kräftig und röste mit Sorgfalt.

Vielseitig anwendbar.
Vorsichtig dosieren!
Kann Glücksreaktionen verursachen.

Für besondere Wirksamkeit wurde von verschiedenen Köchinnen das Einrühren von Katzenschnurren empfohlen. Noch nicht ausreichend getestet, daher ist Vorsicht beim Probieren geboten! 😊

Der Dienstag dichtet!  
Katha kritzelt hat diese Aktion ins Leben gerufen: Jeden Dienstag wird ein Gedicht aus eigener Herstellung veröffentlicht.
Auch Wortgeflumselkritzelkram
Mutigerleben
WernerKastens
die Nachtwandlerin
Myriade
Gedankenweberei
Emma Escamilla
Wortverdreher
Lebensbetrunken
der BerlinAutor
Vienna BliaBlaBlub
Heidimarias kleine Welt
Red Skies over Paradies
Your mind is your only limit
Dein Poet
Geschichten mit Gott
Lindasxstories
Findevogel
und Traumspruch sind mit von der Partie.
Viel Freude bei allen Besuchen!

Der goldene Schnitt

Wie lange suchst du
den goldenen Schnitt?
Leben ist selten golden.
Eher krumm.
Oder blau.
Oft findet es am Montag statt.
Nimm alle Farben!
Verpass sie nicht
während du suchst
nach dem goldenen Schnitt.