13. Advent

Heute morgen gab es ein praktisches Päckchen, dessen Verpackung ich sofort bei der ersten Sichtung für glühweintauglich befunden habe. Außeneinsätze, wir kommen! 🙂

Aber es ging ja nicht (nur) um die Verpackung! Was war denn drin?

Zwei dicke, runde Kekse (hoffentlich Makronen), für die ich heute morgen aufgrund dramatischer Eile (zu spät! zu spät! Ich bin zu spät!) leider keine Zeit mehr hatte. Dass dann mein Zug erst die Türen nicht öffnete, dann nicht losfuhr, ich dann den späteren Bummelzug nehmen musste und schließlich mit 35 Minuten Verspätung ankam, ist eine andere Geschichte, auch voller Dramatik, herzzerreißender Szenen und viel Verwirrung auf diversen Bahnsteigen. Wo war ich? Ach ja, die Makronen. Sehen Sie? Ich habe es schon entschieden. Es können nur Makronen sein. Ich glaube, ich brauche jetzt einen Tee, und dann werden sie geköpft…

Wer heute noch ein neues Märchen lesen möchte, kann das bei Norbert tun: Drei Wünsche im Eiszapfen. Er ist heute die Nr. 13 im Writing Friday Christmas Special.

12. Advent

Heute morgen lächelte mich ein hübsches, grünes Päckchen an, und auf dem Papier waren so etwas wie Tannennadeln – aber vielleicht sehe ich auch einfach nur überall schon die Weihnachtsbäume, egal, wo ich hingucke… dieses Jahr ist es gar nicht so einfach mit dem Baum – schon eine Woche vor dem Fest besorgen? Oder abends? Aber dann ist es so dunkel und man sieht nichts… schwierig, schwierig. Wo war ich stehengeblieben? Ach ja, das grüne Päckchen Nr. 12. 🙂

Der kleine Stern von gestern passt farblich perfekt zu Nr. 12 – aber es hilft nix, die Verpackung muss weg!

Und was war drin?

Zitronensalz! Sowas habe ich noch nie ausprobiert, aber das wird bestimmt gut – es sieht auf jeden Fall schon mal sehr gut aus. Mal kurz googeln… aha! Für Fisch, Salate und Hühnchen… hört sich sehr gut an.

Hab ich schon mal erwähnt, dass ich diesen Adventskalender liebe?

11. Advent

Heute morgen war ich mächtig in Eile, aber das 11. Päckchen musste unbedingt noch sein! Es war ein ganz leichtes, hübsches rotes:

Ich glaube sogar, es war das bisher federleichteste, eine rote Schneeflocke auf meinem Frühstückstisch sozusagen. Und das hier war drin:

Ein Stern! Aus roten Sternen, passend zur Verpackung, wie schön! Ich glaube, der begleitet mich ab morgen zur Arbeit, auf und um meinen Schreibtisch umzu sieht es nämlich alles andere als weihnachtlich aus, da herrscht bisher nüchternes Arbeitsethos und ab und zu Chaos, sonst nichts. Morgen wird sich das ändern!

10. Advent

Heute morgen gab es eines der interessantesten Päckchen zum Öffnen: Die Nummer 10. Am interessantesten deswegen, weil man so gar nicht erkennen konnte, was drin ist, und ziemlich schwer war es auch noch.

Und was war drin?

Schokomandeln, mit Puderschnee bestäubt! Hmmmm… lecker! Ich habe sie heute nachmittag hocherfreut zum Tee verspeist.

Wer heute noch weitere schöne selbstgeschriebene Adventsgeschichten lesen möchten, kann das bei Ida tun: Schneeflocken in der Nacht. Da wird es einem warm ums Herz… oder wer es poetisch mag, im Buchperlenblog, oder sehr herzergreifend bei flaishtaig. Viel Freude beim Lesen!

9. Advent

Die Verpackung für den 9. Advent ist sehr hübsch, ein kleines Häuschen mit Briefkasten und Vogelfutterhäuschen:

Das Engelchen überlegt… Ob es da einziehen könnte?

Das Öffnen war gar nicht so einfach, ich wollte es nicht kaputtmachen, also kam ich schließlich durch den Keller an den Inhalt heran 🙂 . Und was war es?

Ein Mini-Guglhupf! Wie niedlich? Oder? Ich habe ihn testweise angeschnitten, ganz schön fest, der kleine, und irgendwie – knusprig? Knurps, knurps… beim Probieren stellte sich heraus, es war zwar ein Guglhupf, aber einer für Meisen! Naja, Sonnenblumenkerne sollen ja gesund sein, und die paar Schalen… 🙂 meine Balkonvögel werden sich freuen!

 

8. Advent

Wenn man dann mal zwei Tage weg ist, steht man vor der Entscheidung Päckchen mitnehmen oder beim zurückkommen gleich zwei öffnen? Ich habe mich für Variante zwei entschieden und war gestern Abend glückliche Doppelöffnerin. Hier also Nr. 8:

Eine vielversprechende Tüte! Und was war drin?

Ein Milch-in-Kakao-verzauber-Stab! Mit Zuckerperlen und Keksen! Hach. Vielen Dank!

(fast) zu schön zum Essen… aber nur fast.

Ausgelesen (vor laaaanger Zeit): Die kleine Lok, die alles weiß. Vom Bundesministerium für Jugend, Familie und Gesundheit, Bonn-Bad Gödesberg. :)

Und es begab sich vor ein paar Monaten, dass meine Mutter alte Schränke durchforstete und auf zwei dünne Heftchen stieß, die ihre beiden Töchter vor gefühlt ca. 100 Jahren mit Begeisterung gelesen hatten: Die kleine Lok, die alles weiß.

Heißgeliebt: Die dicke, schwarze, kleine Lok.

Damals gab es das Heft meines Wissen beim Lebensmittelhändler unseres Vertrauens kostenlos, um kleine Menschen zu einer vernünftigen Ernährung anzuhalten. Tja. Das hat wohl eher nicht funktioniert. Ich hatte schon im Alter von fünf eine große Vorliebe für alles, was von Schokolade ummantelt ist. Trotzdem. Die Lok hat mich ungeheuer fasziniert, und ich habe meine eigene Vorstellung von Dampfwolken der Illustration hinzugefügt. Sehen Sie hier:

Sehen Sie den gekonnten Federstrich? Großes ward mir vorausgesagt! (Jaja, es muss ja nicht alles eintreffen.)

Die Geschichte der kleinen Lok, die alles weiß, begann für mich mysteriös und geheimnisvoll: Sie sollte eine Zugladung Kinder in ein Ferienlager bringen.

Dieses leicht gruselige Ambiente! Für mich sah es aus, als ob gleich alles zusammenfällt.

Eine ganze Zugladung voll? Konnten die alle sitzen? Da war die Rede davon, dass Kinder im schwarzen Tender sitzen mussten, weil nicht alle im Zug Platz hatten! Grusel! Und was bitteschön war ein „Ferienlager“? Was passierte da? Und warum waren die Eltern nicht mit dabei? Schickten in dieser seltsamen Welt Eltern ihre Kinder tatsächlich ALLEIN (in Großbuchstaben) in ein Lager, von dem niemand wusste, was dort passiert?? Ungeheuerlich!

Sehen Sie die Stoffhaare? Und die kleinen Fitzchelchen, die an dem Sack ganz außen rechts herauspieksen? Sehr seltsam.

Ich fand auch, dass die Kinder sehr, sehr unglücklich aussahen. Und seltsam. So puppig. Und kantig. Wollte man sie vielleicht loswerden? Was war das bloß für ein Ding, dieses Ferienlager? Immerhin wurde dann von Spielen, Schwimmen, Brückenbauen und Indianerspielen gesprochen. Aber dann das: Es gab keine Lebensmittel im Lager! Was war das denn? Wo waren die Erwachsenen, die doch zuständig dafür waren? Sehr, sehr seltsam, das Ganze. Aber die Lok ergriff die Initiative, wenn die Erwachsenen sich schon nicht in der Lage sahen, das zu tun, wozu sie da waren und fuhr einkaufen. Ok. Das kannte ich. Einkaufen war super!

Eiscremewaffeln, ungekühlt – das schmilzt doch! Und was bitteschön ist „Milchpulver“? Milch in Pulverform? Aha. Und dann der Quark, ohne Schüssel, einfach so in den Waggon gekippt – igitt.

Aber nie im Leben wäre ich auf die Idee gekommen, so sonderbare Dinge einzukaufen wie Rote Beete, Pampelmusen, Leber oder Trockenmilch. Trockene Milch? Aha. Und die Eiscreme ganz oben, warum schmolz die nicht? Und die seltsame Stapelung der Pakete und Flaschen, ein Wunder, dass nicht sofort alles wieder herunterfiel, wenn die kleine Lok anfuhr! (Und überhaupt: Wo war der Lokführer? Und wer lud all diese Dinge in die Waggons? Die Lok hatte doch keine Arme und Hände!)

Hier war ich mir nie sicher: Kind oder Erwachsener?

Die Eierfrau schließlich war die Krönung der Seltsamkeiten, denn sie passte überhaupt nicht auf, viele Eier waren ihr heruntergefallen, aber sie lächelte, und das war das Allerseltsamste von allem, denn meine Mutter lachte überhaupt nicht, wenn ihr jemals ein Ei zerbrach, was sehr selten bis nie passierte, weil sie immer sehr aufpasste. Und was sollte diese Holzkiste? Eier gab es in Eierpappen von meiner Oma, und nicht in Kisten.

Auch das hier: Brötchen, die herunterfielen von der Lok. Unfassbar. Verschwendung! Und warum war das Brot nicht verpackt, sondern nur auf einem Geschirrhandtuch abgelegt? Wurde das nicht schmutzig, wenn es einfach so ohne alles durch die Lande gefahren wurde?

Aber es schien ja doch alles einigermaßen gutgegangen zu sein, immerhin war der Salat gut angekommen, und das Mädchen sah am Ende der Geschichte deutlich besser gelaunt aus, wenn auch immer noch etwas kantig. Sie trug Kirschohrringe, das kannte ich, die trug ich auch ab und zu. Das war ok und ein Zeichen für gute Laune. Eventuell war dieses Ferienlager also doch akzeptabel, natürlich nicht für mich, aber wenn andere Kinder das so wollten, bitteschön.

Alles in allem war dieses Buch eine höchst exotische Erfahrung für mich, und ich habe es gefühlt etwa 500mal durchgeblättert und immer wieder über die seltsamen Bilder und Verhaltensweisen der Erwachsenen, der Kinder und der kleinen Lok nachgegrübelt. Als meine Mutter dann Jahrhunderte später beide Bücher an meine Neffen weiterverschenken wollte, musste ich deswegen intervenieren: Eins ist bei mir geblieben, um mich ab und zu daran zu erinnern, wie schön es ist, Neues zu entdecken und das Fremdes nicht fremd bleiben muss. Ob das Bundesministerium für Jugend, Familie und Gesundheit, damals Bonn-Bad Gödesberg, so etwas damals im Sinn hatte, als sie es aus dem Amerikanischen übersetzen ließen? Keine Ahnung. Aber hej, vielen Dank für eine sehr schöne Kindheitserinnerung!