Bedingungen

Was tun

wenn wir Gott einladen
in unsere kleine Welt
und ihn bitten
hereinzukommen
und Platz zu nehmen
und ihm Kuchen und Tee anbieten
um im Gegenzug
Garantien zu erhalten
für
die Erhaltung unserer Welt
sichere Mauern
Geborgenheit für uns
immerwährende Versorgung mit Kuchen und Tee

und er kommt nicht

Büroalltag

Ich sitze hier
mein Hirn läuft rund
Unlust färbt mein Dasein bunt
werkeln sollt ich eigentlich
doch seht! Faul bin ich ganz fürchterlich!
Fantasie treibt all mein Wollen an
öde Zahlen stellt sie hintenan
und so blick ich sinnend aus dem Haus
zupf dem Himmel bunte Wolken aus
laß sie kugeln, schwirrend fliegen
auf zu ungekannten Siegen
mal mir Ritter, Burgen, Elfen,
die den großen Träumen helfen;
voller großer Tatensprünge
Sieg! verkünden und gewinnen
über trocknen Zahlgebinden,
spinnenschwarzen 1-2-3-Kolonnen
die die Seele trüben und verdorren.
Autsch! ein Schatten über mir
und Elfen, Burgen, Ritter
stürzen fliehend im Gewitter
schneller als du schauen kannst
in ein weithin unbekanntes Land
hinter meinen Monitor
denn der Chef ragt hoch empor
wieder ziehen trüb und grau
1-2-3-Kolonnen aus dem Bau
marschieren spinnenbeinig schwarz
in Endlosreihen geradeaus.
Aber! seht doch, dort am Rande
quillt es bunt hervor
der Chef, er ging, und schon sie kamen
zurück aus dem geheimen Rahmen
des entfernten gläsern Landes
und so siegen letzten Endes doch
Wolkentraum und Ritterjoch!

🙂

Kreuzung

Wohin nun
mit all den Erkenntnissen
Gedanken
leichten und schweren Wörtern
den geschriebenen Gedichten
gesammelten Federn
scharfkantigen Steinbrocken
den bunt glänzenden Erinnerungen
geweinten Tränen
und den Weggefährten
die dich geprägt haben?

Trink einen Espresso
oder zwei
bedenke alles wie es war
wirf die Federn
die Erinnerungen
die Wörter
und die scharfkantigen Steinbrocken
hoch in die Luft
(gib acht dass sie dich nicht treffen)
und geh weiter

Wenn du zurück siehst
wirst du deinen Weg
in der Sonne glitzern sehen

Ausgelesen: Das Zirpen der Grillen. Von Charles Martin.

Jaaaa, nun. Da hatte ich wohl etwas anderes erwartet. Das Buch ist ein Liebesroman mit integrierter Vergangenheits-Bewältigungs-Therapie und sehr, sehr vielen Informationen über das menschliche Herz. Also über das Organ an sich und das, was einen Menschen ausmacht, und wie man lieben sollte. An und für sich mag ich den Autor, dieses Mal aber bin ich zwiegespalten – sehr schöne Liebesgeschichte, aber auch sehr viel Moral, unfassbar gute Menschen, die unfassbar schwere Schicksalsschläge erleiden und trotzdem wie Phönix aus der Asche wieder auferstehen. Dazu ein explizit christlicher Grundton mit Bibelzitaten und missionarischer Ausrichtung, die ich in diesem Buch überhaupt nicht erwartet hatte und die mir zu viel waren. Trotzdem (und das ist ein Beleg für die Qualität des Autors) konnte ich mich dem Sog des Buches nicht entziehen. Bei einigen Passagen habe ich großzügig geblättert, aber ich wollte trotzdem wissen, wie es weitergeht. Eine Menge Emotionen, Wogen von Gefühlen, insgesamt von allem etwas zu viel. Mal sehen, ob ich noch ein Buch von diesem Autor lese, oder ob ich mich jetzt für längere Zeit erst mal erholen muss.

Ausgelesen: Das Walmesser. Von C. R. Neilson.

Brrrr. Nach diesem Krimi muss man eigentlich sofort ins nächste Reisebüro gehen und einen Flug auf die Färöer-Inseln buchen. Wenn ich das Buch jetzt, nach dem Lesen, in die Hand nehme, spüre ich Felsen, Gras, drohende Wolken, jähen Sonnenschein und genauso jähen Regen. Und Kälte. Jede Menge davon. Die Menschen sind genauso wie ihre Inseln: Rau. Der Schotte John Callum kommt auf die Färöer, um vor sich und seiner Vergangenheit zu flüchten und erwacht eines Morgens auf einem Steinklotz am Hafen, in seiner Tasche steckt ein blutiges Messer, ein Grindaknívur. Und damit geht es los.

Meiner Meinung nach ist das ein absolut gelungener Thriller, in dem die Natur der Färöer-Inseln das Innenleben seiner Hauptfigur perfekt widerspiegelt. Jähe Abgründe, schroffe Felsen, eisiger Wind, unerwarteter Sonnenschein, endloser Regen. Es war atemberaubend, es zu lesen, sehr spannend, und ich würde es Thriller-Fans wärmstens empfehlen.

Ausgelesen: Irgendwie hatte ich mir das anders vorgestellt. Von Mhairi McFarlane.

Hach. Seufz. Ein Schmöker, eine Liebesschnulze, wie sie im Buche steht. Von Frauen für Frauen. Eine Frau wird geküsst, dann ungerechtfertigt gemobbt, flieht, findet den Mann ihrer Träume, kapiert es erst nicht, aber dann! Dann doch. Immerhin (dieser Satz hier ist für alle mittlerweile zutiefst empörten Feministinnen) verliert sie nie bis selten ihre Denkfähigkeit und gibt sich nicht vollständig für die Liebe auf, Humor hat das Buch auch noch und ich hab es in einem Rutsch durchgelesen. Ich gebe zu, danach habe ich mich gefühlt, als ob ich eine komplette Schoko-Sahne-Creme-Torte alleine gegessen hätte: Mir war ein klein wenig blümerant. Und brauchte erst mal ein klein wenig Abstand zu Liebesromanen aller Art, aber das war es wert.

Hach.

Ausgelesen: Das verlorene Gedicht. Von Deborah Crombie.

Ach ja. Das war wieder schön. Diese Krimis sind einfach ganz wunderbar. So britisch, so gut. Es ist ein gutes Gefühl, ein Buch aus dieser Reihe in die Hand zu nehmen, und es wird noch besser, wenn man es aufschlägt! 🙂 Dieses Mal ging es um Poesie, Romane, schreiben, Ex-Frauen, neue und alte Liebschaften und natürlich um Mord. Die Geschichte war sehr fein ausgesponnen, schön verwickelt und spannend. Ein Buch, um es sich im Sessel bei einer Tasse Tee gemütlich zu machen. Gern mehr davon!