Ausgelesen und geschrieben: Sieben Tage Leichtsinn. Von Susanne Niemeyer.

Jeder, der gerne schreibt, kennt die Zeiten, in denen es einfach nicht von selber flutscht. Das Hirn ist blockiert, gutes Zureden hilft nicht, und die leere Seite vor einem starrt einen vorwurfsvoll an. Dann, liebe Freunde, ist es Zeit für Sieben Tage Leichtsinn!

Dieses kleine Heft begleitet einen sieben Tage lang und macht Vorschläge (die man selbstredend nicht befolgen muss, aber befolgen möchte, nachdem man einmal angefangen hat!) zu Themen wie „Anfangen“, „Das Auja-Prinzip“, „Schönfärben“, „Lustifikation“ und anderen mehr. Dazu gibt es schöne kleine Texte und Gedichte, die mit einem Mal wieder die Lust am eigenen Fabulieren wecken. Und plötzlich sieht man sie auch wieder, die unzähligen Möglichkeiten, Menschen, Gefühle, das große Ganze und das ganz Kleine zu beschreiben. Und wenn wirklich einmal alles feststecken sollte, na, dann ist es eben so – dann reicht es auch, nur die Texte zu lesen, rein zur Stimmungsaufhellung.

Mir hat das Büchlein viel Freude gemacht, und ich nutze es mittlerweile weit über die angestrebten sieben Tage hinaus. Und Leichtsinnig war ich auch gleich: Man betrachte den Frühstücksteller – wenn das kein Leichtsinn ist! 🙂

Was schön ist am Gedichteschreiben

eine Idee haben
sich mit ihr vertraut machen
staksige Versuche
alles verwerfen
neu anfangen
viel zuviel Text haben
streichen
unzufrieden sein
anders beginnen
Aufregung, wenn die Richtung klar wird
umstellen
streichen
Glückseligkeit, wenn (fast) alles stimmt
ruhen lassen
frühmorgens als erstes nach dem Text gucken
sich freuen
noch etwas streichen
vielleicht von vorn beginnen

Was mich gerade glücklich macht

  • ankommen
  • nicht allein ankommen
  • die 4,7 kg schwere Melone mitgenommen zu haben
  • nigelnagelneue Sandalen
  • Schmerztabletten
  • auf dem Land zu sein
  • ein kühler Seminarraum
  • Holzfußboden unter den Füßen
  • nachlassender Rückenschmerz
  • ein neues Schreibheft anfangen
  • langsam aufhören zu schwitzen
  • seltsame Wege meines Navis
  • alles neu gerade!

Was so herauskommt, wenn man mit Freunden gemeinsam schreibt

Und die Ergebnisse sind: Sehr schöne Aprilgedichte!

Neulich überkam es mich spontan und ich habe zwei Freundinnen gezwungen gefragt, ob sie nicht Lust hätten, zusammen mit mir etwas zu schreiben. Nachdem sie mir erst seltsame Blicke zugeworfen haben, waren sie dann aber doch neugierig. Und das sind die wunderbaren Resultate!

Aprilgedicht Nr. 1:

Vogelgezwitscher.
Freude auf den kommenden Sommer
und auf die Ernte der neugesetzten Pflanzen.
Blütenduft überall
und frisches, neues Grün an Bäumen und Sträuchern.
Sonnenwärme.

Aprilgedicht Nr. 2:

überall Farben ohne Ende
frisches grün, zartes rosa, kräftiges pink,
zartes weiß, strahlendes gelb
SONNE
der erste Kaffee im Garten
Lustwandeln
zwischen Tulpen, Perlhyazinthen, Tête-à-Tête´s

Aprilgedicht Nr. 3:

April
Der Lebenszyklus der Schoko-Osterhasen vollendet sich
Wir liegen wach in lauen Regennächten
Lieben das Wetter, wenn es uns zur Weißglut treibt
Hören Frühkonzerte, morgenfrisch und kostenlos
In den Balkonkästen: Auferstehung