dahinter

hinter
den schwarzen Fensterscheiben
der mondlosen Nacht
hinter
dem unüberwindbaren Zaun
den ausdruckslosen Gesichtern
hinter
dem endlosen Nieselregen
den ungesagten Worten
hinter
der Müdigkeit
und der Angst
spielt die Hoffnung
verstecken
mit dem Licht
du bist dran!
fang mich!
und du
fängst an zu suchen

Klick mich an! Ich bin größer schöner. Und es ist mehr grün auf deinem Bildschirm, und grün ist die Hoffnung.

Der Dienstag dichtet!  
Katha kritzelt hat diese Aktion ins Leben gerufen: Jeden Dienstag wird ein Gedicht aus eigener Herstellung veröffentlicht.
Auch Wortgeflumselkritzelkram
Mutigerleben
Werner Kastens
Nachtwandlerin
Gedankenweberei
Wortverdreher
Dein Poet
Geschichten mit Gott
Suses Buchtraum
und Wortmann
sind mit von der Partie.
Viel Freude bei allen Besuchen!

die Nacht ist vorgedrungen

die Nacht ist vorgedrungen
dunkel sind die Fenster
Schatten fallen tief und schwer
flüstern wie Gespenster
ruhig die Straßen
still der Hof
es atmen nur die Winde
zischen hin
und hauchen dort
rascheln im verdorrten Laub
schieben Wolken weiter
in den Lücken blitzen Sterne
strahlen kühl zu uns herab
ich zittre und bin doch nicht bang
über allem liegen Worte:
Fürchte dich nicht
ich bin das Licht

Der Dienstag dichtet!  
Katha kritzelt hat diese Aktion ins Leben gerufen: Jeden Dienstag wird ein Gedicht aus eigener Herstellung veröffentlicht.
Auch Wortgeflumselkritzelkram
Mutigerleben
Werner Kastens
Nachtwandlerin
Gedankenweberei
Wortverdreher
Dein Poet
Geschichten mit Gott
Suses Buchtraum
und Wortmann
sind mit von der Partie.
Viel Freude bei allen Besuchen!

Licht

Licht

der Januar wird älter
langsam kehrt das Licht zurück
bemalt die morgendlichen Wege
rüttelt Spatzen aus schlafenden Zweigen
zündet uns an
nährt kleine Flammen in uns
wir wärmen uns fröstelnd die Seelen
am Abend
wenn das Licht geht
flüstert der Kerzenschein
von morgen
und dem
was sein wird

lasst uns ein Licht tragen

tragt in die Welt nun ein Licht
und warme Schokokaramellkekse
beides zusammen reine Seligkeit
tragt zu den Alten ein Licht
nehmt helle Bienenwachskerzen
sagt allen: Fürchtet euch nicht
Prioritäten sind seltsam gewichtet
geduldig möchte ich sein
tragt zu den Kranken ein Licht
es verändert die Sicht
deine und meine
tragt in die Welt nun ein Licht
und warme Schokokaramellkekse
aus der duftenden Küche
seht auf des Lichtes Schein
es verändert das Sein

Das Gedicht ist aus einem Advents-Schreibimpuls von Susanne Niemeyer entstanden. Nehmt ein Lied, das ihr mögt, nehmt daraus ein paar Zeilen und ergänzt. Ta-daa!

Fräulein Honigohr im Dunkeln

Fräulein Honigohr im Dunkeln

Die Nacht ist dunkel, nur an größeren Kreuzungen leuchten noch Straßenlaternen. Fräulein Honigohr mag das. Versonnen blickt sie zum nächsten Lichtkegel, der ein gelbliches Dreieck ins Schwarz malt, als sie hinter sich Schritte hört. Es ist eine Frau, die so schnell geht, wie ihre Stöckelschuhe es zulassen. Sie wirft mißtrauische Blicke um sich.
Fräulein Honigohr grüßt freundlich.
Die Frau nickt, wird langsamer und bleibt stehen. „Entschuldigen Sie, das klingt jetzt seltsam, aber müssen Sie auch in diese Richtung?“
Fräulein Honigohr nickt.
„Würden Sie mit mir zusammen gehen? Ich hasse es, hier nachts allein zu sein.“
„Gern.“ Fräulein Honigohr lächelt und gemeinsam gehen sie weiter.
„Danke. Ich habe den letzten Bus verpasst. Zuviel lieblichen Wein getrunken. Dumm, was? Ich hätte mir ein Taxi teilen sollen. Ehrlich gesagt, sterbe ich fast vor Angst.“
„Wirklich?“ Fräulein Honigohr sieht die Frau neugierig an. „Ich mag die Nacht. Man sieht die Sterne.“
„Ich hab echt keinen Sinn für Sterne, wenn in jedem Winkel etwas lauern könnte. Haben Sie wirklich keine Angst?“
„Nein.“
„Dann haben Sie es gut.“ Die Frau stolpert über einen Pflasterstein und zischt erschrocken.
Fräulein Honigohr bleibt stehen. „Hier biege ich ab.“
„Oh, schon? Schade.“ Die Frau sieht enttäuscht aus. „Dann gute Nacht.“ Sie nickt und geht weiter.
Fräulein Honigohr sieht ihr nach. Sie blinzelt. Das Laternenlicht hinter ihr schwankt und springt ihr leuchtend vor die Füße. Fräulein Honigohr deutet auf die Frau. „Sei ein Nachtlicht. Leuchte auch die Ecken aus, bis sie zu Hause ist. Und dann hurtig zurück!“ Das Licht schmiegt sich um ihre Beine, dann breitet es sich elegant und unauffällig wie ein Teppich aus und gleitet um die Frau herum, bis die gesamte Straße schimmert wie mit Mondlicht übergossen.
Fräulein Honigohr seufzt. Schade, dass Menschen Angst haben müssen. Sie blickt nach oben. Die Sterne leuchten und zwinkern ihr zu.

Das war ein Beitrag für die abc.etüden: 3 Begriffe, maximal 300 Wörter. Die Worte stammen dieses Mal von Kain Schreiber mit seinem Blog Gedankenflut. Sie lauten: Nachtlicht, lieblich, teilen. Organisiert wie immer von Christiane: Vielen Dank! Und jaaa, lieblicher ist nicht lieblich, aber ich habe mich echt gequält mit dem Wort, nun steht es da mit dem er hinten dran. Et is wie et is. 🙂

Wie die ersten Lichtstrahlen

Der Herr
streut seine Worte wie die ersten Lichtstrahlen am Morgen
schenkt uns Gegenwart
birgt uns mit seinen Worten
wie unter einem Blätterdach im Regen.
Er erhellt unsere Wünsche mit seinen Blicken.
Wenn wir stolpern und fallen
tief hinab
spannt er ein Netz
setzt uns zurück mit schlagendem Herzen.
Über allem Land scheint hell sein Angesicht.
Wir schlafen tief und friedlich
dem neuen Tag entgegen.
So wird es sein.

(nach 4. Mose, 22-27)

Zum Reformationstag eine kleine Neuinterpretation. 🙂

16. Dezember, 16. Päckchen

Heute morgen bin ich aufgewacht und hatte schlecht geträumt. Brrrrr. Gar nicht schön, ich musste erstmal eine Stunde vergehen lassen, bevor ich soweit wieder hergestellt war, um zum Frühstück und Päckchen öffnen bereit zu sein. Danach war ich ganz glücklich, es war genau das richtige für mich heute morgen. Aber der Reihe nach. Was haben wir heute?

Ein buntes, flaches, leichtes. Mit etwas mehr Gewicht in der Mitte. Was könnte das denn nur sein?

Ein Stern! Und so ging mir ein Licht auf heute morgen, und leuchtete mir beim Frühstück den Weg in einen Tag, der schöner weiterging als er begonnen hatte. Danke!