Veränderungen

Aus weihnachtlichem Anlass: Ein Text, den ich vor zwei Jahren geschrieben habe, immer noch gültig.

Jedes Jahr kommt Weihnachten, egal, ob du das möchtest oder nicht. Es ist unausweichlich, du kannst ihm nicht aus dem Weg gehen. Selbst, wenn du beschließt, das Fest zu ignorieren und so zu tun, als ob du es gar nicht wahrnimmst, triffst du doch eine Entscheidung, die mit Weihnachten zu tun hat – und schon hast du dich mit ihm beschäftigt.
Im Laufe der Jahre verändert sich das Fest für alle, nicht nur für dich. Vom behüteten Kinderfest, an dem du nichts anderes zu tun hattest als dich auf die Geschenke zu freuen und als Schaf beim Krippenspiel möglichst wollig auszusehen, wechselst du nach und nach die Rollen. Du wirst zum Teenie und willst deine Freunde an Weihnachten sehen, dann bist du plötzlich Teil eines Paares, du wirst vielleicht Mama oder Papa, dann durchlebst du eine Trennung und gehst neue Wege. Die eigenen Eltern werden älter und eines Tages bist du selber alt und wirst wegen eines weißen Bartes von Kindern argwöhnisch beäugt (ist das der Weihnachtsmann, Mama?).
Während all dieser Veränderungen kann es passieren, dass dir der Weihnachtszauber abhanden kommt. Die Dinge, die du an Weihnachten früher geliebt hast, sind nicht mehr da. Das ist ok. Du darfst um diese wichtigen Dinge trauern. Es nützt auch gar nichts, wenn du sie unter einer dicken Schale versteckst und so tust, als ob alles in bester Ordnung sei. Dann könnten sie nämlich anfangen, unter der dicken Schale zu gären und im unpassensten Moment explodieren, über der gefüllten Gans und dem Rotkohl zum Beispiel.
Aber wenn es möglich ist, solltest du die Trauer nicht endlos andauern lassen. Veränderungen passieren. Jeder von uns wechselt die Rollen. In jeder neuen Rolle gibt es nicht nur Verluste, sondern immer auch neue Möglichkeiten. Du magst dieses Jahr keinen Baum? Dann lass ihn. Aber hol dir vom Markt Tannenzweige, schöne, weiche, biegsame, und häng ein paar von den alten Weihnachtskugeln daran auf. Du hast keine? Dann nimm Ausstechförmchen und Schokoladenschmuck – erinnere dich an Petterson und Findus. Stell Kerzen auf. Es müssen keine roten sein. Lies Gedichte. Oder etwas anderes. Maria und Josef hatten auch keine Adventskerzen oder Lebkuchen, es erklang kein „Driving Home for Christmas“ auf ihrem Weg, die Leute waren nicht freundlich zu ihnen und trotzdem wurde es Weihnachten. Wie bei dir. Das Kind im Stall hat dafür gesorgt. Und vielleicht ist es gar nicht das Schlechteste, wenn du anfängst, dir Fragen zu stellen, denen du sonst immer ausgewichen bist. Wer weiß – vielleicht ist das ja sogar ein Sinn von Weihnachten, neben all den anderen.
Und wenn du trotzdem mit Weihnachten absolut nichts zu tun haben willst dieses Jahr, hast du immerhin diesen Text bis fast zu Ende gelesen. Deswegen hier ein ganz spezieller Gruß, nur für dich: Frohe, nachdenkliche Weihnachten, vielleicht nur mit einer Kerze und einem Glas Wein. Der Weihnachtsfriede gilt – ganz besonders für dich.

schneemannekstase

20. Advent

Heute morgen hatte ich wundersamerweise Zeit. Manchmal läuft einfach alles, man ist hier zwei Minuten schneller als sonst, dort eine Minute und auf einmal sitzt man am Frühstückstisch und hat Zeit. Das heutige Päckchen ist also ein achtsam angesehenes und geruhsam ausgepacktes. Und ein knisterndes, leichtes.

Und was war drin?

Ein Schlüsselanhänger und Schokolade!

Und wieder stehe ich fasziniert davor und stelle mir vor, wie jemand das 24mal bastelt… einmal, ok, zweimal vielleicht, dreimal auf keinen Fall – und dann 24mal??? Wahnsinn. Vielen Dank!

 

Adventsfrühstück mit Schweinehund

„Ich will ein Schwei-heiiiiinsko-hotelett, uh-uh-uh, ich will ein Schweiiiiiinsko-hotelett, uh-uh-uh!“ Dein Schweinehund singt aus voller Kehle und mit tiefer Überzeugung, und zwar auf die Melodie „Ich will ´nen Cowboy als Mann“.
Du seufzt. „Ich hab dir schon tausendmal gesagt, zum Frühstück gibt´s keine Koteletts!“ versuchst du es in sanftem Ton, schließlich ist es noch unmenschlich früh, und andere Leute in diesem Haus schlafen noch oder versuchen es zumindest.
„Ich will ein Schweiiiiiinsko-hotelett, uh-uh-uh…!“ Zur Bekräftigung seiner Aussage legt dein Schweinehund feierlich eine Pfote auf seine Brust, während er weitersingt. Du gibst auf. „Halt die Klappe!“ brüllst du, so laut du kannst. Dein Schweinehund verstummt mitten im schönsten Tremolo und guckt dich beleidigt an.
„Was denn? Gefällt´s dir nicht? Hab ich extra für dich umgetextet!“
Du rollst mit den Augen. „Ganz wunderbar, jaja. Aber zum einen wohnen wir hier nicht alleine, und zum anderen weisst du ganz genau, dass wir zum Frühstück KEINE Koteletts essen!“
„Manno.“ Dein Schweinehund verschränkt die Arme und schmollt. „Nichts darf man. Immer muss man rücksichtsvoll sein. Und nie gibt es was Leckeres zum Frühstück! Dabei weisst du ganz genau, wie wichtig ein gutes Frühstück mit allen Mineralien und Spurenelementen für mein Fell ist! Guck, hier, und hier, lauter dünne Stellen, und hier, da bilden sich dauernd Knötchen! Und das, wo doch bald Weihnachten ist, da muss ich gut aussehen!“ Er zupft an sich herum, und du musst dich zusammenreißen. Jetzt bloß nicht lachen, sonst hast du verloren.
„Du hattest gestern abend vier Koteletts mit Kartoffelbrei und Rosenkohl, und hinterher Eis und zwei Stücke Kuchen mit Sahne und drei Vitamalz. Ich glaube, dein Mineralhaushalt ist ausreichend gedeckt.“
„Na und? Ich hab halt einen schnellen Stoffwechsel. ICH kann mich an gestern abend schon kaum noch erinnern, und du sagst doch auch dauernd, ich soll nicht immer in der Vergangenheit leben“, gibt dein Schweinehund zurück.
„Na wunderbar, dann lebst du eben in der Gegenwart, und in der gibt es keine Koteletts zum Frühstück. Außerdem ist zuviel Fleisch ungesund“, antwortest du und brühst in aller Ruhe deinen Tee auf.
„Phffrrrr… ungesund…“ macht dein Schweinehund und betrachtet kritisch deinen Teller. „So ein labbriger Toast kann doch wohl nicht alles gewesen sein, oder? Da kriegt man ja Depressionen. Und dann noch nicht mal Kaffee!“
Du stützt dich mit den Händen auf die Spüle, straffst die Schultern und atmest tief durch. Dann drehst du dich mit einem Lächeln um. „Nein, natürlich nicht, mein Lieber! Ich hab da eine Kleinigkeit vorbereitet, extra für dich!“
„Für mich? Extra für mich?“ Dein Schweinehund setzt sich auf und guckt erwartungsvoll.
„Jepp. Mein Spezial-Adventsmüsli.“
„Müsli.“ Mehr Enttäuschung kann nicht mal der Schweinehund in seine Stimme legen.
„Jetzt guck nicht so. Probiers erstmal! Ich hab extra viel Honig reingetan, und Schokorosinen, und Gewürze, damit es nicht nur süß, sondern auch würzig ist. Mit Sahnejoghurt, so…“ du schiebst ihm die Schale voller Joghurt und Müsli hin.
Dein Schweinehund guckt die Schale an, seufzt schwer und dramatisch, taucht seinen Löffel ein und kostet vorsichtig. Er kaut lange und gründlich. Dann nimmt er einen zweiten Löffel und nuschelt undeutlich: „Ja, doch. Gar nicht so übel. Kann man essen. Ist da Pfefferkuchen drin?“ Er schmatzt vor sich hin und zerbeisst krachend eine Gewürzmandel. „Doch, doch. Besser als Toast auf jeden Fall.“
Du betrachtest den schnell sinkenden Pegelstand der Müslischale, während du deinen Tee trinkst. Als die Schale fast leer ist, stützt dein Schweinehund seine Ellenbogen auf den Tisch und piekst mit dem Löffel in die Luft. „Aber heute mittag, da essen wir was Schönes, ja? Rouladen vielleicht? Oder Brathähnchen? Gulasch wäre auch nicht schlecht. Oder wir gehen zum Griechen!“
„Wir schaun mal“, sagst du und denkst an dein Käsebrot, das schon fertig in deiner Tasche liegt. „Willst du einen Nachschlag?“
„Wenn du mich so fragst…“ er hält dir seine Schale hin.
„Gerne!“ antwortest du und lächelst sanft.

19. Advent

Und es begab sich zu der Zeit, dass ich zum zweiten Mal an der Adventsaktion „24 Frauen – 24 Adventskalender“ teilnahm und verzweifelt überlegte, was um alles in der Welt ich wohl dazu beisteuern könnte… eine kleine Geschichte, klar, aber erst mal musste eine Idee her, denn ohne Kalenderidee gibt´s auch keine Geschichte… und dann kam mir beim ziellosen Gestöbere im großen weiten Netz DIE Idee!

Nein, nein, keine Marmelade dieses Jahr, obwohl ich die immer gern selber mache, gern geschenkt bekomme und auch gern esse, aber dieses Jahr war mir nach etwas anderem.

Selbst gemachtes Adventsgewürzmüsli! Mit Pfefferkuchengewürz und Schokomandeln! Der Duft beim Backen war schon himmlisch, aber das schönste war zum Schluss das Unterheben der Gewürzmandeln und der Schokorosinen.

Dann noch schnell Aufkleber ausgedruckt, umgefüllt und verpackt.

Die kleine Geschichte dazu und überall die Nr. 19 dran – fertig! Und da ich ja ein vorausschauender Mensch bin, hab ich gleich ein bißchen mehr gemacht und erfreue mich im Moment jeden Tag mittags an Sahnejoghurt mit Adventsmüsli…

18. Advent

Heute gab es ein ausgesprochen niedliches Päckchen, wie ich finde. Diese kleinen Wichtel gibt es auch auf Geschenkpapier, und ich habe schon ersthaft überlegt, ob ich Ausschnitte davon als Weihnachtspostkarten verwende…

Und nicht nur die Vorderseite sah sehr ansprechend aus, auf der Rückseite gab es auch noch ein kleines funkelndes Highlight:

Und was war drin?

Erbeer-Aperol-Konfitüre, und damit wurde mir ein kleiner persönlicher Wunsch erfüllt: In so einem Adventskalender MUSS ein Gelee oder eine Marmelade sein, ich meine, das geht doch einfach nicht ohne! Wie soll ich die Adventszeit überstehen ohne Adventsmarmelade??? Jetzt kann´s losgehen! Und ich hoffe auf einen hohen Aperol-Gehalt, da startet der Morgen doch viel beschwingter, hicks!

Wer heute außerdem noch lesen möchte, warum man auf jeden Fall einen Weihnachtsbaum haben sollte, kann das bei Welt aus Tinte und Papier tun!

17. Advent

Heute morgen gab es ein langes, dünnes Päckchen, und scheinbar war es draußen besonders dunkel und ungemütlich, denn meine Kamera hat beschlossen, den Rotanteil im ersten Bild drastisch zu erhöhen. Sieht eigentlich ganz hübsch aus,  vielleicht sollte ich meine Küche mal neu streichen…

Und was war drin?

Weihnachtsglück!

In Form von Bratapfelgewürz! Hah! Ich weiß, ich weiß, Bratäpfel sind sehr schön und sehr lecker und so weiter und so fort, aber ich werde dieses kostbare Gewürz nicht daran verschwenden! Ich werde es mit Genuß über meinen Applecrumble streuen, oder in den heißen Rotwein tun, oder (wenn ich ganz dringend Adventsmomente brauche) ein Ideechen davon auf meinem morgendlichen Marmeladentoast verteilen… und mir fallen bestimmt noch mehr Einsatzgebiete ein. Sorry, all ihr Bratäpfel da draußen, ich kann nicht anders…

Und wenn jemand heute noch etwas sehr ans Herz gehendes lesen möchte, kann er das auf Sakuyasblog tun!

16. Advent

Heute morgen gab es noch im Halbdunkeln ein knallrotes Päckchen, wieder sehr leicht, mit völlig undefinierbarem Inhalt. Manchmal kann man ja schon beim Hochheben etwas erfühlen, aber hier: Fehlanzeige.

Ein höchst filigraner Weihnachtsmann und etwas weniger filigranes Tesafilm hielten das ganze verschlossen, hatten aber auch vereint gegen mich keine Chance.

Aha. Bohnen in einem Säckchen. Das Engelchen sah genauso verwirrt aus wie ich, aber da gab es ja ZWEI Säckchen…

Und auf einmal war das heute schon wieder ein geniales Päckchen!

Auf dem roten Zettel steht die Erklärung für die Bohnen, und auf einmal sind sie die schönsten Bohnen der Welt… wer mehr wissen will, lese entweder mit einer Lupe die Geschichte auf dem Zettel oder füge bei Google „Bohne, Glück, weise Frau“ ein. Manchmal ist das hier halt ein Aktions-Blog. 🙂