Ausgelesen: Tinte und Siegel. Die Chronik des Siegelmachers. Von Kevin Hearne.

Magie ist seit Harry Potter allgemein bekannt und überraschenderweise immer noch einigermaßen gesellschaftsfähig, auch, wenn die Akzeptanz seit dem letzten Potter-Band wieder etwas nachgelassen hat. Im Genre gab es seitdem ein paar Perlen, viele Trittbrettfahrer und leider auch eine Menge Ausschuss, aber dieses Buch gehört für mich eindeutig zu den Perlen.
Al MacBharrais ist Schotte, Schnurrbartträger, weiß, was er tut, ist über sechzig und Siegelmagier. Er schreibt mit sehr spezieller Tinte sehr spezielle Siegel, die einiges können, unter anderem auch bereits etwas ältere, knackende Gelenke vorübergehend wieder jung und elastisch machen. Damit lässt sich eine Menge anstellen, und so nimmt die erste Geschichte um den Schotten ihren Lauf, der mit dem Tod seines siebten Lehrlings beginnt. Dummerweise gab es davor schon sechs andere Lehrlinge, die ebenfalls alle ein unglückliches Ende genommen haben – gibt es da Zusammenhänge? Dazu hat BacBharrais ein schon etwas älteres Problem: Jeder, der seine Stimme länger hört, fängt an, ihn abgrundtief zu hassen. Deswegen kommuniziert er per Handy mit der Welt, und falls das jetzt verrückt klingt: Ja, das ist es, aber es ist so elegant im Text untergebracht, dass es weder stört noch zu dick aufgetragen ist.
Ganz ehrlich, ich habe mich sofort in MacBharrais verliebt. Die Welt aus den Augen eines älteren Mannes zu sehen, der schon eine Menge schöne und weniger schöne Dinge erlebt hat, dermaßen entspannt ist, sich wie ein Fisch im Wasser in seinem Schottland bewegt und sich dazu so gut mit Gin und Whiskey auskennt, wer würde den nicht mögen? Dazu kommen weitere Personen und äh, andere Wesen, die sehr einnehmend und gelungen sind und die das Lesen zu einem großen Vergnügen machen. Ich wollte kein anderes Buch lesen während ich dieses gelesen habe, und das ist immer ein großes Kompliment. Wie die Geschichte sich entwickelt, macht große Lust auf weitere Bücher aus der Reihe (die ja wohl hoffentlich erscheinen werden!). Außerdem gab es einen diskreten Hinweis auf eine andere Reihe von Kevin Hearne, die mich sehr neugierig gemacht hat und die ich mir auf jeden Fall näher ansehen werde. Wer die Bücher von Ben Aaronovitch mit Peter Grant mag, ist hier auf jeden Fall richtig. Aber sowas von!

Auch Oink war begeistert, er hat mitgelesen. Selbst das Foto strahlt etwas überbelichtet. 😁

8 Gedanken zu „Ausgelesen: Tinte und Siegel. Die Chronik des Siegelmachers. Von Kevin Hearne.

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