Heiß.

Es ist so heiß.

So heiß. Heiß, heiß, heiß.

22.30 Uhr, draußen 29,5 Grad, drinnen leider auch.
Naja, immerhin etwas: Es ist egal, ob ich draußen oder drinnen bin.
Normalerweise rasten alle sofort aus, wenn auch nur ein einziger Sonnenstrahl draußen den Bürgersteig küsst und befinden sich am Rande der Hysterie, wenn sie nicht sofort rausgehen und sich diesen Sonnenstrahl ins Gesicht scheinen lassen können. Ich bin da ja eher zurückhaltend. Sonne ist schön, durchaus, aber Regen finde ich auch ganz nett. Und Wolken können so hübsch sein. Ich persönlich schätze es ja auch, wenn es draußen grün ist. Dieses bräunlich-beige Etwas, was im Moment anstelle des Rasens den Boden bedeckt, ist eher nicht so meins.

Auffällig heute: Große Zurückhaltung beim Flanieren über die Bürgersteige. Selten war es so unbelebt wie heute. Und so heiß wie heute auch nicht. Ich habe freiwillig dreimal die Wohnung verlassen (wie schon gesagt – drinnen ist es ähnlich heiß wie draußen), und hab es überlebt. Knapp überlebt, aber immerhin. Nun sitze ich hier und hoffe auf Abkühlung, die Luft draußen lacht hämisch und weht heiß durch alle Zimmer.

Es ist so heiß. Mein Hirn weicht auf. Schneller als ich schwitzt hier niemand.

Bis es wieder kühler wird, habe ich beschlossen, dass das hier mein neues Grundnahrungsmittel ist. Ein kühler Lichtblick!

Anfangen

Gerade bin ich von einer Schreibreise zurückgekommen. Zusammen mit sehr netten Menschen aus ganz Deutschland habe ich einen alten Hof in der Nähe von Münster bewohnt, der heute ein Stille- und Meditationszentrum ist. Vermutlich haben wir die Stillesuchenden nachhaltig verstört, denn still waren wir ganz bestimmt nicht – nur in den Schreibstunden, da konnte man uns nicht hören. Geschrieben haben wir in einer designpreisgekrönten, umgebauten großen Scheune mit eindrucksvollen Betonwänden, sehr schönen Holzfußböden und riesigen Fenstern nach draußen auf die Felder. Es war heiß. Es war sogar sehr heiß an den ersten drei Tagen. Die Kreativität hat das nicht gestört, vielleicht hat die Hitze unsere Köpfe auch erst richtig rund laufen lassen. Das Ergebnis waren viele wirklich schöne Texte in der Runde, und wer weiß, vielleicht bekommt man künftig hier ein paar davon zu Lesen. Das hier war mein erster Dreiteiler:

Der Nordpool weht kühl durch meine Gedanken
Hitze hämmert von außen an die Fensterscheiben
Mückenstiche jucken auf heißer Haut

Es hat viel Spaß gemacht. Und das wichtigste war wie immer : Anfangen.

Den kleinen Katamaransegler bekamen wir alle von einer Teilnehmerin geschenkt. Vielleicht, um auf der Buchstabensee zu segeln?