Kleines Sommer-Expeditionsintermezzo IV

Samstag, 7. Augustus 2021

Wurde heute im Schilfwald fast von Schlingwicken erdrosselt. Diese Spezies ist aggressiv, es umwickelt selbst das scharfkantige Seegras und ringt es zu Boden. Ein paar kräftige Machetenhiebe zeigten den Wicken, wo sie hingehören.
Gejammer in der Mannschaft. Oink gab mir zu verstehen, dass sie Essen bräuchten, immer nur Seetang wäre nicht ausreichend. Jammerlappen! Gab den Befehl, aus meinen Privatvorräten Heidelbeerpfannkuchen zu verteilen, anschließend friedliche Stille. Glücklicherweise befindet sich hinter dem Hügel das Ziel der Expedition. Morgen sage ich es ihnen.
Expeditionsergebnisse: Diese Insel ist wehrhaft. Die Einheimischen pflegen seltsame Bräuche, die Pflanzen- und Tierwelt ist gefährlich und exotisch. Besiedelung ausgeschlossen. Meine tapferen Männer und Oink haben tadellos gedient. Ein bisschen Schwund ist überall. Glück auf!

Kleines Sommer-Expeditionsintermezzo III

Freitag, 5. Augustus 2021

Beobachtete ein Drama. Ein Drache hatte einen der Einheimischen gefangen und mit langen, scheinbar klebigen Fäden an sich gefesselt. Das Opfer versuchte, dem Drachen zu entkommen, aber die Fäden waren zu stark. Der Drache (schlangenförmig, schwarz mit gelben Augen) zog ihn erbarmungslos über das Wasser, bekam ihn aber nicht in die Luft. So führten sie einen unerträglich langen Kampf. Ich war erschüttert, konnte dem bedauernswerten Opfer aber nicht helfen.

Kleines Sommer-Expeditionsintermezzo II

Donnerstag, 4. Augustus 2021

Wetter heute sonnig. Moderater Wind. Wurde beim Muschelsuchen von Fischen gejagt. Verlor Haut an den Zehen, gewann aber den Kampf. Seltsam gewandete Einheimische stürzten sich fast nackt in die Fluten. Fand nicht heraus, was der Grund für dieses selbstmörderische Verhalten war. Mit Fell bedeckte Verfüssler jagten kleinen, bunten Dingen hinterher, die die Einheimischen ins Wasser warfen. Da sie sie danach wieder an die Einheimischen abgeben mussten, sehe ich keinen Sinn in diesem Verhalten. Vielleicht hoffen die Einheimischen, die Verfüssler würden beim Versuch, die Dinge aus dem Wasser zu holen, von den Fischen gefressen.
Verlor einen Matrosen im scharfkantigen Seegras. Hörte ihn noch schreien, aber das Seegras hatte ihn bereits verschluckt. Glücklicherweise blieb seine Uniform bei uns, aus mir unerfindlichen Gründen hatte er sich bis auf das Untergewand ausgezogen.

Suchbild mit Oink

Kleines Sommer-Expeditionsintermezzo I

Beginn der Expedition am Mittwoch, 4. Augustus 2021.

Verstaute Wasservorräte und sorgte für gutes Schuhwerk, unerlässlich bei schwierigem, sandigem Untergrund. Aufgrund der Gewichtsüberlastung sparte ich an Proviant. Bin sicher, von Fisch, Krabben und Möweneiern überleben zu können. Mein treuer Begleiter Oink sorgte sich um mich. Beruhigte ihn. Sollte ich umkommen, könne er meine Haut als Pergament verwenden, um letzte Botschaften zu hinterlassen. Bin etwas besorgt wegen momentanem Sonnenbrand. Könnte Botschaften unleserlich machen.
In der Ferne heult der Wind, die Möwen kreischen, als ob es um ihr Leben ginge. Am Himmel dräuen schwarze Wolken. Bin guter Dinge. Das Wiesengras stand hoch heute morgen. Möge Gott mit uns sein.