Schuhe, Träume und Chaos

Heute Nacht habe ich geträumt. Es gab ein Schuhangebot, Schuhe für ganz günstig und sogar umsonst, und plötzlich hatte ich Schuhe, viele, sehr viele, sie bedeckten den Boden, die Tische, sie lagen übereinander in mehreren Schichten, und ich? Ich fand sie alle seltsam unschön und wollte sie gar nicht haben. Bis auf ein paar Ausnahmen, aber die verhielten sich wie die Nadel im Heuhaufen, ich fand sie nicht wieder. Dann waren plötzlich Menschen zu Besuch, die ich nicht kannte oder lange nicht gesehen hatte, und die sollten sich Schuhe aussuchen und mitnehmen, aber sie hatten keine Lust dazu. Dann fingen alle an, aufzuräumen, aber das Chaos wurde nur größer, der Ausfluss verstopfte, weil sie die Suppe da hineingossen (wo kam die Suppe her? Warum Suppe?) und der Kuchen (Kuchen??) stand überall zwischen den Schuhen herum und alles war vollgekrümelt und dann bin ich wach geworden und musste mich vergewissern, dass ich keinem nächtlichen Schuhkaufwahn erlegen bin und nur meine üblichen paar Paare herumstehen und auch ansonsten kein Chaos herrscht. Bin leicht verwirrt in den Tag gegangen. Frage mich, ob ich heute Suppe essen und Schuhe kaufen gehen soll, oder was mein Unterbewusstsein mir sonst damit sagen will.

Eisschuhe

Heute Morgen sah ich auf dem zugefrorenen Wallgraben zwei Stiefel liegen. Einer mitten auf der Eisfläche, der andere mehr am Rand, aber um ihn wiederzukommen, hätte man sich auf sehr brüchiges Eis begeben müssen.

Es waren gute Stiefel – orangenes Innenfutter, solide Laufsohle, schneetauglich, nicht zerfleddert wie die üblichen einzelnen Schuhe, die ihren Partner verloren haben und traurig an Wegesrändern vor sich hin modern.

Es war ein seltsamer Anblick. Ich meine, da stellt man sich doch Fragen! Wer war das? Und warum? Ging es um eine Wette? Musste der Stiefelwerfer danach auf bestrumpften Füßen nach Hause gehen und erstmal ein heißes Fußbad nehmen? Oder wurden die Schuhe gewaltsam entfernt und als statuiertes Exempel aufs Eis geworfen? Wollte jemand prüfen, ob das Eis schon trägt? Aber ehrlich, da gibt’s genug Papierkörbe oder Bänke, die hätten es auch getan (und ich hab das alles schon im Wallgraben gesehen, das funktioniert also).

Und dann: Können Stiefel eigentlich schwimmen? Wie lange braucht so ein Schuh, bis er biologisch abgebaut ist? Was werden die Karpfen denken? Fragen über Fragen in diesem kalten Januar. Und keine Antworten weit und breit.