du stellst dich auf deine Füße und gehst

du stellst dich auf deine Füße und gehst

hinter dir:
Lieblingswege
Frühstückstischgelächter
gemütliches Vertrautsein
bekannte Geschichten
Familienrituale
Herzensfreundinnen
die ein oder andere Träne
vermisst werden
liebevolle Gedanken
gute Wünsche, ungezählt

vor dir:
aufregende Wege
andere Gesichter am Frühstückstisch
langsames vertraut werden
unbekannte Geschichten
Heimweh in allen Facetten
das Zähmen von neuen Freunden (sagte der Fuchs)
lose Enden
bunte Welten
frische Aufgaben
Entdeckungen in dir
erwachsen werden
das Aroma von Freiheit

bei dir:
das Wissen um die Einmaligkeit all dessen
außerdem
alle guten Wünsche
und der,
der immer bei dir ist
und dessen Hände
dich halten

(für Anne)

Los!

Du fährst los.

Dein Schweinehund jammert und ächzt. „Was soll denn das? Wozu denn diese ganze Mühe? Hätten wir nicht einfach zu Hause bleiben können? All das Planen und Packen und Schleppen! Und jetzt regnet es auch noch! Fehlt nur noch, dass wir diese blöde Fähre verpassen, auf die du ja so unbedingt wolltest! Wenn wir schon all diese Unbequemlichkeiten auf uns nehmen müssen, hättest du doch wenigstens die normale Strecke fahren können, aber nein, es muss ja die Fähre sein! Und wozu? Guck doch! Hier sieht´s aus wie zuhause, auch nur Felder, Bäume und dieselben Regenwolken wie immer. Hab ich´s dir nicht gesagt?“

„Halt die Klappe“, antwortest du. „Es sind andere Felder, Bäume und Wolken als zuhause.“

Und dann freust du dich, weil der Wind über Silberpappeln weht, du die Straße nicht kennst, dich verfährst und dann doch noch rechtzeitig am Meer ankommst.

Dein Schweinehund schmollt. Aber du könntest schwören, dass er interessiert in der salzigen Luft herum schnuppert, wenn du gerade nicht hinguckst.

Aufbruch

Aufbruch

Neues wagen

Unbekannte Wege gehen

Mit wenig Gepäck reisen

Neuland erobern

GottVertrauen