Ausgelesen: Blinde Vögel. Von Ursula Poznanski.

Ich mag die Bücher von Ursula Poznanski. Immer gut geschrieben, spannend, dicht dran an der Geschichte, ohne die Charaktere der Darsteller zu vernachlässigen. Dieses Mal geht es bei den beiden Ermittlern Beatrice Kaspary und Florin Wenninger um zwei Tote in der Nähe eines Campingplatzes, die scheinbar keinerlei Verbindung zueinander hatten. Dann taucht ein hauchfeiner Faden auf – beide waren Mitglied in einem Internetforum für Gedicht-Liebhaber. Beatrice beschließt, sich dort unter Pseudonym anzumelden, um mehr herauszufinden.

Frühstück mit Krimi

Wie die Geschichte sich dann weiterentwickelt, ist extrem spannend zu lesen, lange tappt man als Leser (also ich zumindest) im Dunkeln und fragt sich, was zum Geier da vor sich geht, aber es ist einfach zu spannend, also liest man weiter, bis das Dunkel sich zum höchst überraschenden Ende aufhellt. Wirklich gut. Und für mich ein besonders schönes Geschenk: Die gut verteilten Gedichte, die ab und an in der Geschichte wie kleine strahlende Punkte auftauchen. Das könnte meinetwegen gern noch viel mehr in Mode kommen: Autoren, die Gedichte in ihren Büchern unterbringen.

… und irgendwann wurde der Tee kalt.

Abgesehen davon entwickelt sich in diesem Buch auch das Privatleben der beiden Ermittler weiter. Beide sind mir höchst sympathisch und lebensnah geschrieben. Band drei steht schon in meinem Bücherregal, aber ein bißchen spare ich es mir noch auf. Man weiß ja nie, wann man mal was wirklich gutes zum Lesen braucht.

Die Buchstaben sehen ein bißchen aus wie Blut – oder wie Erdbeermarmelade 🙂 . Interaktives Frühstücken nenne ich das.

Ausgelesen: Aquila. Von Ursula Poznanski.

Ab und an braucht man einen guten Psychothriller, und nun war es Zeit für einen: Aquila. Die Studentin Nika erwacht ohne Erinnerung an die letzten zwei Tage, auf dem Spiegel in ihrem Badezimmer stehen die Worte: „Letzte Chance“, ihre Mitbewohnerin ist verschwunden und in ihrer Tasche findet sie einen Zettel, auf dem rätselhafte Sätze stehen: “ Das Blut ist nicht deines. Du weisst, wo das Wasser am dunkelsten ist. Halte dich fern von Adler und Einhorn…“ Die Sätze sind in ihrer Handschrift verfasst, aber sie kann sich an nichts erinnern…

Ein gut geschriebener, solider Thriller, der seine Hauptdarstellerin durch Siena irren lässt und in dem nach und nach eine unglaubliche Geschichte an die Oberfläche kommt. Sehr spannend, eine wirklich gute Idee, und ich habe es mehr oder weniger in einem Rutsch durchgelesen – durchgerast trifft es besser. Perfekt wäre das Buch, wenn man selber gerade im Urlaub in Siena ist, dann könnte man die Wege, die Nika mal gehend, mal rennend oder fahrend zurücklegt, nachverfolgen. Ich glaube, das würde sich sehr lohnen. Also – eine Urlaublektürenempfehlung!