Ausgelesen: Ein unmoralisches Sonderangebot. Von Kerstin Gier.

Wenn der vermögende, aber geizige Schwiegervater der Meinung ist, seine Söhne und vor allem seine Schwiegertöchter seien einfach nicht in der Lage, ihr Leben so zu leben, wie er es für richtig hält und mit sehr viel Geld lockt, damit sie es so ändern, wie er möchte – wer würde das tun? Oder besser: Wer würde das wohl nicht tun? Olivia und Evelyn, die Schwiegertöchter, sind anfangs empört, aber was tut man nicht alles für eine Entschuldung oder die Erfüllung seiner Träume? Und so tauschen sie für ein halbes Jahr die Ehepartner…

Ein Buch, so luftig wie eine leichte Brise, humorvoll geschrieben, es tanzt mit Wonne über den zahllosen Was-war-das-denn-Momenten, die der Leser unweigerlich bei der Lektüre haben wird, und wer hier dramatischen Ernst, riesige Gefühle oder lückenlose Beweisführungen in der Geschichte erwartet, ist definitiv fehl am Platz. Dafür wird man sehr amüsant unterhalten, es bietet auf jeden Fall bessere Ablenkung als einer der Sonntagsabend-Cornwall–Filme im ZDF und es passt perfekt in den Sommer. Ein hübsches Buch für zwischendurch – und nach dem Lesen sollte es sofort entweder an die beste Freundin verliehen werden oder in eine der zahlreich vorhandenen öffentlichen Regalbibliotheken wandern! Es ist nämlich zu schade, um im Regal zu versauern.

Ausgelesen: Die kleine Bäckerei am Strandweg. Von Jenny Colgan.

Das war eines der Bücher, die in wirklich jeder Buchhandlung liegen, außerdem im Supermarkt, am Bahnhofskiosk und an teils seltsamen Stellen in den Kaufhäusern, die ich von Zeit zu Zeit besuche. Man entkam ihm einfach nicht, und so bin ich weich geworden. Das Resultat: Najaaaa.

Ich möchte nicht unfair sein, es ist ganz nett geschrieben, und (eigentlich) sind alle Zutaten drin, die das Buch zu einem schönen Sommerschmöker machen könnten: Eine Insel, ein Neuanfang, widrige Umstände am Anfang, ein Talent – wirf alles zusammen, rühr kräftig um und heraus kommt ein Bestseller. Hat ja auch geklappt, das Buch ist ein Bestseller, aber mich konnte es nicht überzeugen. Polly hat mich genervt, die Insel war ein überbelichtetes Klischee und der Papageientaucher zu süß. Die Männer waren seltsam, ihre beste Freundin ein noch viel schlimmeres Klischee und das gebackene Brot schien magische Kräfte zu haben. Polly konnte sich nicht entscheiden und war abwechselnd weinerlich und euphorisch. Es war einfach von allem viel zuviel. Ich habe nach der ersten Hälfte entnervt aufgegeben und sehr rasch geblättert, bis ich das Ende wusste und es dann beiseite gelegt. Schade eigentlich. Aber es kann einem ja auch nicht jedes Buch gefallen.