Ode an die saure Gurke

O saure Gurke, du grüne Lebenswürze!
Jedes langweilige Abendbrot peppst du auf mit deiner aromatischen Säure, und wo sich die Brotscheiben langweilig gerade auf den Teller legen, bist du das Ausrufezeichen zwischen Butter und Käse. Mit dir gewinnt die Leberwurst an Charakter, und wer sich noch nie um die letzte saure Gurke gestritten hat, hat nicht gelebt.
Auch vornehm kannst du; wenn es muss, streifst du dir ein französisches Cape über und wirst zur Cornichon, auf dass man dich mit abgespreiztem kleinen Finger äße, ein selbstbewusstes Komma zwischen den Gängen, überall zu Hause und überall willkommen.
O saure Gurke, du bist die Retterin in dunklen Nächten! Wenn Verzweiflung uns zum Kühlschrank treibt, bist du zur Stelle und bietest dich an, grün und knackig und kalt zwischen den Zähnen.
Dich muss man nicht schärfen und schneiden, allzeit bereit wartest du im Glas auf deinen fabelhaften Auftritt. Und wenn gar nichts mehr geht, dann hängst du dich auch in den Tannenbaum, grün schillernd wie der Apfel im Paradies.

Tja, wie es immer so ist: Weit und breit keine sauren Gurken im Kühlschrank. Deswegen fährt hier das kleine rote Auto die notwendige Schärfe ins Bild ein. 😁

Heute war leider absolut kein Gedicht in mir. Dafür aber eine Ode, die raus wollte. Ich muss deswegen dem Dichtenden Dienstag vorübergehend untreu werden, empfehle aber die Gedichte aller anderen wärmstens weiter! Katha kritzelt hat diese Aktion ins Leben gerufen: Jeden Dienstag wird ein Gedicht aus eigener Herstellung veröffentlicht.
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