Dein Schweinehund backt Kekse

Dein Schweinehund backt Kekse

Dein Schweinehund läuft in deiner Küche auf und ab und schimpft vor sich hin. „Nie darf man hier ausruhen! Immer muss man irgendwas machen! Dauernd wird man gestört! Da will ich nur einmal eine Sendung sehen, und was ist? Du musst backen! Jetzt! Warum denn ausgerechnet jetzt? Kann das nicht warten?“
Du schlägst das Ei in den Teig und schaltest den Mixer ein. Das Zetermordio deines Schweinehunds verschwindet halb zwischen den Rührgeräuschen.
„… unfähr ist das! … dir dabei gedacht… Streik! … wirst schon sehen…“
Der Teig ist schokoladig dunkel, als du den Mixer ausschaltest. Jetzt kommt das Beste: Kugeln rollen. Du wirfst einen Blick auf deinen Schweinehund. Er läuft kleine Kreise und sticht mit einer Pfote Löcher in die Luft.
„Hatten wir nicht genug Kekse? Hatten wir! Haben wir nicht ein Kilo zugenommen über die Feiertage? Haben wir! Wollten wir uns nicht vorsehen im neuen Jahr? Wollten wir!“ Er stemmt die Pfoten in die Hüften und wirft anklagende Blicke in deine Richtung. „Du bist schuld, wenn ich meine Idealfigur verliere!“
„Wieso?“ Du schubst die Schokokugeln auf das Blech. „Du kannst doch auch einen Apfel essen.“
„Äpfel!“ Dein Schweinehund guckt entrüstet. „Jetzt machst du mir auch noch Schuldgefühle? Es ist eine bodenlose Ungerechtigkeit…“ Er wandert wieder auf und ab und ringt die Pfoten. Schokoladenduft wabert durch die Küche. Die Kekse sind fertig, ein bisschen Karamell ist ausgelaufen. Dein Schweinehund verstummt und guckt aufs Blech. „Oh. Die sehen aber gut aus.“
„Willst du einen?“
Dein Schweinehund windet sich, aber der Schokokaramellduft ist zuviel für ihn. „Ja, bitte.“ Vorsichtig legst du ihm einen heißen Keks auf die Pfote. Er schnuppert daran und beißt hinein. „Die schind gut. Wirklisch. Der Zucker wird misch umbringen, aber egal.“
Du rollst mit den Augen. Du bist einfach zu weichmütig. Aber die Kekse, die sind wirklich gut.

Das war ein Beitrag für die abc.etüden, für die Wochen 01/02.2021: 3 Begriffe, maximal 300 Wörter. Die Worte stammen dieses Mal von Ludwig Zeidler, dem Etüdenerfinder. Sie lauten: Zetermordio, weichmütig, backen. Organisiert wird das ganze dankenswerterweise auch in diesem Jahr von Christiane! 😊

19. Dezember, 19. Päckchen

Herrje. Wir nähern uns langsam dem Ende. Das geht ja gar nicht. Ich hab jetzt schon Abschiedsschmerz. Snief.

Aber vorher haben wir noch das nächste Päckchen, ein langes, hohes, schweres heute. Sieht sehr vielversprechend aus!

Und was ist drin??

Wow. Wie cool ist das denn. Moment, da ist noch ein Zettelchen dabei:

Schokolade für die Seele, noch warm vom Blech. Ja, genau das mache ich – aufbewahren für schlechte Tage, an denen Plätzchen die einzige Rettung sind…

17. Dezember, 17. Päckchen

Heute morgen gab es ein knisterndes, butterbrottütenumhülltes Päckchen, verheißungsvoll schwer:

Lauter Köstlichkeiten! Diese Adventszeit ist ziemlich kalorienlastig, das muss ich mal erwähnen, aber wen stört´s? Mich nicht! 🙂

8. Dezember, 8. Päckchen

Heute ist mein Lieblingspäckchen dran – was für eine Verpackung, unglaublich.

Und was ist drin? Kekse! Sofort habe ich Bilder vor Augen, wie ich gemütlich Kekse essend im Zug sitze und meiner Arbeit entgegen fahre. Gedacht, ausgeführt, nur, dass ich dann im Zug eingenickt bin und die kleinen Teilchen mich im Büro bei langwierigen Schreibarbeiten unterstützt haben. Ich bin sicher, dass das nächste Meeting nur wegen ihnen wie geschmiert laufen wird.

Subjektive Weihnachtsliste

Was ich an Weihnachten mag

den Moment, nachdem man sich für einen Weihnachtsbaum entschieden hat
wenn die Wohnung nach Karamellkeksen duftet
ein Geschenk finden, bei dem man sich nicht sicher ist, ob man es nicht doch lieber selbst behält
durch fremde Fenster spicken und geschmückte Tannenbäume suchen
alte Geschichten
neue Geschichten
Kerzen jeder Art
im Dunkeln auf dem Land Auto fahren und Lichter gucken
sich auf Menschen freuen

Was ich an Weihnachten nicht mag

zuviele hektische Menschen auf einem Fleck
lieblose Gaben
wenn schon vor den Weihnachtstagen von Silvester gesprochen wird
Jahresrückblicke im November
Einsamkeit
dunkle Fenster an Heiligabend

Was ich mir an Weihnachten wünsche

weniger Erwartungen
mehr Erwartungen (aber andere)
Zeitstillstand für ein oder zwei Tage. Besser drei Tage.
überfüllte Kirchen
Weihnachtslieder im Gottesdienst, die jeder kennt
Weltfrieden

weihnachtswichtel