tick-tack

tick-tack

das fremde Haus tickt vieluhrig
die Zeiger laufen schräg in Wellen
Zeit wird hier in Eiern vermessen
noch siebenunddreißig Dotter
bis zur Rückkehr der Lebendigmacher
ich werde geduldet
das Haus schüttelt die Messerschubladen
raschelt mit trockenem Laub
schickt den eingeborenen Krallenkater
das wlan schnurrt flackernd
ich warte in einem Glas Weißwein
das Haus tickt fremd
tack-tick tick-tack
noch sechsunddreißig Dotter

Noch einmal bin ich für eine Woche ganz woanders… Dieser Beitrag ist vorbereitet, und ich antworte und gucke bei euch, wenn ich wieder da bin. Einen schönen Start in den Spätsommer/Frühherbst wünsche ich euch!

Der Dienstag dichtet! 🙂  Katha kritzelt hat diese Aktion ins Leben gerufen: Jeden Dienstag wird ein Gedicht aus eigener Herstellung veröffentlicht. Auch WortgeflumselkritzelkramMutigerlebenWerner KastensFindevogel, die WortverzauberteLyrikfederEin Blog von einem Freund,  NachtwandlerinLindas x Stories, Myriade, Gedankenweberei  und Myna Kaltschnee sind mit von der Partie. Schaut doch mal bei ihnen vorbei, der Dienstag fängt besser an mit ein bisschen Wortzauberei!

Ausweglose Fragen

Als die Ente durch die Tür watschelte, wusste ich, dass die Dinge sich ändern würden. Sie zog unter ihrem linken Flügel eine Schachtel Zigaretten hervor, steckte sich eine in den Schnabel und fragte mit heiserer Stimme: „He, Mensch, haste mal Feuer?“
Eilig erhob ich mich und ließ mein Feuerzeug aufflammen. In diesen Zeiten sollte man immer gerüstet sein. Die Ente inhalierte gierig, ohne mich aus den Augen zu lassen, dann ließ sie sich auf dem Boden nieder.
„So, Mensch“, sagte sie, die Stimme nun noch heiserer als zuvor, „dann sag mal: Wo sind die Eier?“
Ich zuckte zusammen. Diese Frage hatte ich befürchtet. Was sollte ich tun? Was konnte ich tun? Gab es überhaupt noch einen Ausweg?

🙂

 

Was kann ein Huhn besser als ich?

  • völlig eins mit sich und der Welt im Sand scharren
  • beruhigend vor sich hin glucksen
  • Eier legen
  • Würmer suchen, finden und fressen (ok, das könnte ich auch, aber… nein.)
  • Nester an unmöglichen Stellen bauen
  • rechtssichere Verträge mit dem Osterhasen abschließen (zwecks Eierhandel)
  • entspannt auf einer Stange sitzen und dann auch noch darauf schlafen
  • es weiß immer ganz genau, wer es ist
  • Sandbäder nehmen
  • Feder verlieren und damit Kinder glücklich machen

Kein Hühnereiversteck, aber trotzdem sehr hübsch, oder?