Ausgelesen: Die kleine Patisserie in Paris. Von Julie Caplin.

Es gibt Tage, an denen brauche ich solche Bücher: Liebesromane ohne Weltpolitik, ohne grabentiefe Ethikfragen und ohne gesellschaftliche Relevanz. Es gibt bessere und schlechtere Liebesromane dieser Art. Bei den schlechteren muss ich meist Absätze oder Seiten überspringen und innerlich die Augen verschließen vor Logiklücken oder überkonstruierten Handlungen. Dieser gehört zu den besseren, obwohl es auch hier Stellen gab, an denen ich mit den Augen gerollt habe – aber was soll´s, seinen Zweck hat er auf jeden Fall hervorragend erfüllt!

Hier die kurze Inhaltsangabe vom Verlag:

Eine charmante Liebesgeschichte für Romantiker, Paris-Liebhaber und alle, denen Schokolade zum Frühstück nicht genug ist: sympathische Figuren, warmherziger Humor und viel Lokalkolorit.
Schon immer wurde Nina von ihren vier großen Brüdern bevormundet. Deshalb zögert die junge Kellnerin nicht, als sie die Chance erhält, für einen Job nach Paris zu ziehen. In einer Patisserie in der Nähe von Sacré-Cœur soll sie dem Besitzer zur Hand gehen. Sebastians köstliche Macarons sind legendär. Sein Charme leider auch, wobei Nina von diesem nicht allzu viel mitbekommt. Die beiden kennen sich, Sebastian ist der beste Freund ihres Bruders Nick. Und er macht ihr das Leben ganz schön schwer. Zu dumm nur, dass Nina in seiner Gegenwart immer noch weiche Knie bekommt …

Und genauso kommt der Roman auch daher, was für Klappentext-Hasser eine Überraschung ist – manchmal ist man sich nach dem Lesen des Buches nicht sicher, ob der Verfasser des Klappentextes das Buch überhaupt gelesen hat. In diesem Fall also stimmt er mit dem Buch überein, man bekommt, was man haben wollte: Einen flüssig geschriebenen, zuckersüßen Liebesroman mit einer Menge Herz/Schmerz, einer tapferen Heldin, unglaublich liebenswürdigen Nebenfiguren, den männlichen Helden, der vom Fiesling zum Liebhaber werden darf und nebenbei eine ganze Portion Paris für Romantiker. Es hätten ein paar Seiten weniger sein dürfen, mittendrin zieht es sich an manchen Stellen ganz schön, und ab und zu war ich etwas genervt, wenn der Handlungsstrang sich zu unglaubwürdig hin und her gedreht hat. Aber im Großen und Ganzen ein wirklich netter Liebesroman mit viel Zucker für Kuchen- und Parisbegeisterte.