Ausgelesen: Sophia, der Tod und ich. Von Thees Uhlmann.

Dieses Buch habe ich geschenkt bekommen, weil ich mal erwähnt habe, es würde mich extrem interessieren, und zwar weil ich Thees Uhlmann und seine Musik mag. Zack! Und schon hatte ich es. Manchmal funktioniert sowas! 🙂

Und es hat mir gefallen. Die Geschichte ist abgefahren, da gibt es kein anderes Wort für. Der Tod klingelt beim Ich – Erzähler (dessen Name mir absolut nicht einfällt und den ich auch gerade beim Nachblättern nirgendwo gefunden habe – vielleicht hat er gar keinen Namen in dieser Geschichte!?) und will eigentlich nur seinen Job machen, von dem er ein wenig gelangweilt ist, als etwas Unerhörtes passiert: Es klingelt. Sophia, die Ex-Freundin des Erzählers steht vor der Tür. Wenn der Tod gerade bei der Arbeit ist, dürfte das nicht passieren, aber das tut es. Und so kommt es, dass der namenlose Ich-Erzähler (ich hoffe, er ist wirklich namenlos, sonst wäre das gerade ein bisschen peinlich), Sophia und der Tod die Gelegenheit nutzen und sich auf eine kleine Reise begeben. Oberflächlich gesehen, besuchen sie eine Kneipe, eine Mutter und einen Sohn, unter der Oberfläche reflektieren sie das bisherige Leben des Erzählers. Und das tun sie auf eine Art und Weise, die eine grandiose Mischung aus Witz, Tragik und Weisheit ist und große Lust aufs Leben macht, ganz egal, ob es gerade gut oder schlecht läuft. Belanglosigkeiten, Kleinigkeiten und abstruse Gedankengänge setzen sich perfekt ausbalanciert zum Leben eines Mittdreissigers zusammen, der allem Anschein nach gescheitert zu sein scheint. Bei näherem Hinsehen wird aber immer klarer, dass Scheitern eine Frage der Definition ist, und selbst, wenn vieles nicht optimal gelaufen ist, trotzdem noch eine Menge übrig bleibt, für die es sich zu leben lohnt.

Die Geschichte pendelt zwischen großen realistischen Teilen und kleinen magischen Abschnitten hin und her, mir gefielen am besten die Momente, in denen die verrückten, so gut nachvollziehbaren Gedankensprünge des Erzählers die Hauptrolle spielen. Ich habe mich manches Mal wiederentdeckt. Die Figuren sind ausgesprochen liebevoll und realistisch gezeichnet, selbst der Tod hat sehr menschliche Züge und wird einem im Laufe des Buches immer sympathischer, so seltsam das klingt. Auch das Ende hat mir gefallen, was ja längst nicht immer der Fall ist. Bei aller Komik und allem schwarzen Humor ist es eine kluge und zutiefst menschliche Geschichte, die von einem kleinen Leben erzählt, das im Angesicht des Todes (wörtlich gesehen!) alle Kleinheit verliert und das wird, was es sein soll: Kostbar und einzigartig.