New York!

Ich bin angekommen.
Und müde, so müde. Und wach, hellwach!
Unglaublich, ich bin tatsächlich hier. Auf New Yorker Boden, ich laufe auf den Bürgersteigen der Fifth Avenue, der 52sten Straße und bin plötzlich in der Central Station, kaufe mir wie in Trance ein Metro Ticket, betrachte die riesige Kuppel mit den Sternenbildern, stelle fest, dass die Subway 7 am Wochenende nicht fährt, verfahre mich prompt und laufe in dieser seltsamen Mischung aus Müdigkeit und Wachheit am Central Park entlang auf dem Weg zur nächsten Subway. Links von mir dampfen müde Pferde vor seltsam kitschigen Kutschen, von überall her rauscht und dröhnt und strahlt es, hier ist mehr Licht als am Tag unterwegs, Pelzmäntel neben Joggern, gelbe Taxis in Massen, ich könnte natürlich ein Taxi nehmen, aber ich will nicht, das wäre zu einfach. Und tatsächlich, es dampft aus dem Untergrund, überall steigt weißer Rauch auf als ob die Unterwelt gerade einen neuen Mafiaboss gewählt hätte. Endlich, meine Subway-Station, ich ziehe meine Karte das erste Mal von vielen Malen durch den Metallschlitz, passiere das Drehkreuz, steige ein und fahre zu meinem Hotel.
Ich bin da. Unglaublich.

Angekommen

am Morgen
vor dem Frühstück
grüne Papageien vor dem offenen Fenster
sie schreien sich an in den Baumwipfeln
während ich nach ihnen Ausschau halte
den Oberkörper nach draußen gelehnt
merke ich:
Angekommen

irgendwo sind sie da draußen, die Kleinen Alexandersittiche

Hinterher

Bremen-Frankfurt-Rom
zack-zack!
zwei große Luftsprünge
schon atmet meine Lunge italienische Luft
mein Ich allerdings
hängt tief verwirrt über Münster
während das Taxi durch Roms chaotische Straßen rast
zerre ich mich an langen Schnüren hinterher
heute Nacht fliege ich über die Alpen
hoffentlich finde ich den Weg
zum Café con Leche  wäre ich gern wieder komplett

Was mich gerade glücklich macht

  • ankommen
  • nicht allein ankommen
  • die 4,7 kg schwere Melone mitgenommen zu haben
  • nigelnagelneue Sandalen
  • Schmerztabletten
  • auf dem Land zu sein
  • ein kühler Seminarraum
  • Holzfußboden unter den Füßen
  • nachlassender Rückenschmerz
  • ein neues Schreibheft anfangen
  • langsam aufhören zu schwitzen
  • seltsame Wege meines Navis
  • alles neu gerade!