Ausgelesen und geschrieben: Sieben Tage Leichtsinn. Von Susanne Niemeyer.

Jeder, der gerne schreibt, kennt die Zeiten, in denen es einfach nicht von selber flutscht. Das Hirn ist blockiert, gutes Zureden hilft nicht, und die leere Seite vor einem starrt einen vorwurfsvoll an. Dann, liebe Freunde, ist es Zeit für Sieben Tage Leichtsinn!

Dieses kleine Heft begleitet einen sieben Tage lang und macht Vorschläge (die man selbstredend nicht befolgen muss, aber befolgen möchte, nachdem man einmal angefangen hat!) zu Themen wie „Anfangen“, „Das Auja-Prinzip“, „Schönfärben“, „Lustifikation“ und anderen mehr. Dazu gibt es schöne kleine Texte und Gedichte, die mit einem Mal wieder die Lust am eigenen Fabulieren wecken. Und plötzlich sieht man sie auch wieder, die unzähligen Möglichkeiten, Menschen, Gefühle, das große Ganze und das ganz Kleine zu beschreiben. Und wenn wirklich einmal alles feststecken sollte, na, dann ist es eben so – dann reicht es auch, nur die Texte zu lesen, rein zur Stimmungsaufhellung.

Mir hat das Büchlein viel Freude gemacht, und ich nutze es mittlerweile weit über die angestrebten sieben Tage hinaus. Und Leichtsinnig war ich auch gleich: Man betrachte den Frühstücksteller – wenn das kein Leichtsinn ist! 🙂

Anfangen

Gerade bin ich von einer Schreibreise zurückgekommen. Zusammen mit sehr netten Menschen aus ganz Deutschland habe ich einen alten Hof in der Nähe von Münster bewohnt, der heute ein Stille- und Meditationszentrum ist. Vermutlich haben wir die Stillesuchenden nachhaltig verstört, denn still waren wir ganz bestimmt nicht – nur in den Schreibstunden, da konnte man uns nicht hören. Geschrieben haben wir in einer designpreisgekrönten, umgebauten großen Scheune mit eindrucksvollen Betonwänden, sehr schönen Holzfußböden und riesigen Fenstern nach draußen auf die Felder. Es war heiß. Es war sogar sehr heiß an den ersten drei Tagen. Die Kreativität hat das nicht gestört, vielleicht hat die Hitze unsere Köpfe auch erst richtig rund laufen lassen. Das Ergebnis waren viele wirklich schöne Texte in der Runde, und wer weiß, vielleicht bekommt man künftig hier ein paar davon zu Lesen. Das hier war mein erster Dreiteiler:

Der Nordpool weht kühl durch meine Gedanken
Hitze hämmert von außen an die Fensterscheiben
Mückenstiche jucken auf heißer Haut

Es hat viel Spaß gemacht. Und das wichtigste war wie immer : Anfangen.

Den kleinen Katamaransegler bekamen wir alle von einer Teilnehmerin geschenkt. Vielleicht, um auf der Buchstabensee zu segeln?