Und was sonst noch?

und was sonst noch: suchen, entdecken, mögen, anders langweilen. Lächeln, da sein, Es werde Licht. umsonst.

Ein kleines Collagenexperiment. Dieses Mal hat es mir gefallen, obwohl Collagen und ich sonst eher keine Freude sind. Ich hab es sogar aufgehängt! 🙂 Mal gucken, wie lange es bleiben darf.

Der Dienstag dichtet!  Katha kritzelt hat diese Aktion ins Leben gerufen: Jeden Dienstag wird ein Gedicht aus eigener Herstellung veröffentlicht. Auch Wortgeflumselkritzelkram und  Mutigerleben sind mit von der Partie. Wer den Dienstag also mit Gedichten beginnen will: Herzlich willkommen!

Was es alles braucht zum Paradies

Was alles braucht es in meinem Paradies?

Auf jeden Fall braucht es Bücher. In Mehrzahl. Und verschiedene Arten. Eigene Gedanken können mit der Zeit so unendlich gleichförmig werden ohne äußere Einflüsse! Bücher. Ja. Andere Menschen auch, aber in Maßen. Mit Pausen und langen, einsamen Spaziergängen zwischen den Begegnungen. Ein eigenes Zimmer. Mit Ausblick. Ein Fenster, das ich öffnen kann, um die Luft zu streicheln und mich streicheln zu lassen. Zum Paradies braucht es auch gemeinsame Mahlzeiten, Frühstück und Abendbrot mindestens, und ab und zu einen gemeinsamen Tee. Oder Kaffee, da bin ich nicht dogmatisch. Ein paar Katzen wären nett, und Vögel. Viele Vögel. Überhaupt alles, was flattert und summt und brummt. Das Paradies liegt selbstverständlich in einem großen Garten mit Obstbäumen, das muss ich eigentlich gar nicht erst erwähnen. Ein kleiner Bach wäre nett, aber eine Seligkeit wäre ein See, in dem ich schwimmen kann. Mit Steg. Vielleicht ein Boot? Ach ja. Und das Meer sollte nebenan sein, gleich, wenn man aus dem Gartentor tritt. Tee und heißes Wasser muss es geben, und Schokoladenkekse. Einen bequemen Stuhl, in dem man die Beine hochlegen kann. Vermutlich sollte es wohl auch Arbeit geben, ein Paradies ganz ohne ist unvollständig. Oder? Ist Zwetschgenpflücken und Marmelade kochen Arbeit? Unkraut jäten ist auf jeden Fall Arbeit und muss wohl sein. Aber man muss ja vielleicht nicht überall jäten. Und frische Brötchen mit Honig zum Frühstück. Die sollte es auch geben.

Und deins?

höchster Sommer

höchster Sommer

Blätter berascheln sich
es leuchtet gelb und grünbirnig
der Kirschbaum hat sich erschöpft zur Ruhe gesetzt
die Wiese schwitzt in der Sonne
allererste Herbsthaare hängen in fruchtigen Zweigen
wir hängen erdschwer auf Stühlen
Schatten kitzeln den Boden
von rechts spricht eine Taube
von Leben, Licht und Liebe

Der Dienstag dichtet!  Katha kritzelt hat diese Aktion ins Leben gerufen: Jeden Dienstag wird ein Gedicht aus eigener Herstellung veröffentlicht. Auch Wortgeflumselkritzelkram und  Mutigerleben sind mit von der Partie. Wer den Dienstag also mit Gedichten beginnen will: Herzlich willkommen!

Zehn Glücklichkeiten beim Frühstück

  1. Wach sein
  2. Gesellschaft
  3. Schokocreme
  4. Milchtee
  5. Wortballungen
  6. Sonnennebel
  7. warme Brötchen
  8. Johannisbeergelee
  9. Gelächter
  10. Vorfreude

Gartenfragmente

Gartenfragmente

  1. Es ist hochgradig erstaunlich, wie wenig Lust ich verspüre, etwas über den Garten zu schreiben.
  2. Noch erstaunlicher, dass ich es trotzdem tue.
  3. Es ist kühl und nass nach dem Regen am Morgen, und plötzlich wird mir bewusst, dass der Garten mich viel weniger braucht als ich ihn.
  4. Die Farbe Rosa ist lauwarm und unentschieden. Sie weiß nicht, was sie will: Rot sein oder weiß? Und so bleibt sie in der Mitte stecken. Trotzdem: Der rosa Oleander ist hübsch.
  5. Bei im Sommer abgefallenen Laub bin ich mir nie ganz sicher: Lebenszweck erfüllt oder verfehlt?
  6. Ich weiß die Wärme der Sonne immer erst dann zu schätzen, wenn mir vorher sehr kalt war.
  7. Wenn die Sonne auf geschlossene Augenlider scheint, kann ich die innere Farbe meiner Lider sehen: Ein sagenhaftes Rot-Orange.
  8. Ob die Ameise, die gerade das Innere meiner Hand und dann meinen Daumen auskundschaftet, auch nur die leiseste Ahnung hat, welches Risiko sie gerade eingeht? Eine Weile spiele ich mit ihr wie ein übermächtiger Gott (Göttin?), indem ich das Labyrinth meiner Finger immer wieder verändere, dann komme ich mir schäbig vor und puste sie in die Luft.
  9. Das Schweigen des Gartens ist endlos.
  10. Es gibt unendliche Formen des Lebens außerhalb des menschlichen, aber keines davon erscheint mir so erstrebenswert wie unseres.
  11. Gespräche sind wunderbar. Gartengeräusche sind sehr anders. Sehr beruhigend, aber sehr anders. Anders.
  12. Das Beobachten von Wolkenformationen im Flug ist das Netflix des Paradieses.
  13. Obwohl ich nicht die leiseste Ahnung von Gartenpflege habe, fühle ich mich im Grün immer zuhause. Sagt das etwas über mich aus?
  14. Manchmal muss man aufhören zu philosophieren und einfach nur dasein. Dankbar sein.

Das hier war der Vorläufer des Gedichtes/Rondells vom Dienstag. In der Regel tauchen die Vorläufer für Gedichte bei mir nie wieder irgendwo auf, aber dieses Mal gefielen mir die Vorläufer besser als das fertige Gedicht. Vielleicht, weil das Gefühl beim Schreiben so unglaublich war – alles hat gepasst. Als ob die Zeit kurz angehalten hätte. Eine goldene Stunde.

Das Schweigen des Gartens

das Schweigen des Gartens ist endlos
Rosa ist eine lauwarme Farbe
Wolkenformationen fliegen hoch
Gartengeräusche sind anders
das Schweigen des Gartens ist endlos
manchmal muss man einfach nur da sein
leise atmen
unter hochfliegenden Wolkenformationen
das Schweigen des Gartens ist endlos

Im Urlaub haben wir Rondelle geschrieben, und ich kann mich mit der Form einfach nicht anfreunden. Irgendetwas in mir mosert, wenn ich Sätze nach einem festen Muster wiederholen soll, und sofort suche ich nach einem kleinen, versteckten Ausweg. Seht selbst, das war das ursprüngliche Rondell:

das Schweigen des Gartens ist endlos
Rosa ist eine lauwarme Farbe
manchmal muss man einfach nur da sein
das Schweigen des Gartens ist endlos
Gartengeräusche sind beruhigend, aber anders
Wolkenformationen fliegen hoch
das Schweigen des Gartens ist endlos
manchmal muss man einfach nur da sein

Ist ja auch nicht verkehrt, aber irgendwas passt mir daran nicht. Egal, nun gibt es halt beide Varianten 🙂 .

Der Dienstag dichtet!  Katha kritzelt hat diese Aktion ins Leben gerufen: Jeden Dienstag wird ein Gedicht aus eigener Herstellung veröffentlicht. Auch Wortgeflumselkritzelkram und  Mutigerleben sind mit von der Partie. Wer den Dienstag also mit Gedichten beginnen will: Herzlich willkommen!

 

Was ich mag

Was ich mag:

  • ungemähte Rasenstücke mit gelben Butterblumen und Gänseblümchen
  • in einem stillen Zugabteil sitzen und nur das leise Zischen der Fahrt ist zu hören
  • abfahren
  • ankommen
  • das Gewicht von drei neuen Büchern in der Einkaufstasche
  • freundliche Verkäuferinnen und Verkäufer aller Art
  • das Einsortieren meines unglaublichen Krimskrams in ein neues Portemonnaie
  • das Gefühl, wenn nasse Haare nach dem Duschen anfangen zu trocknen
  • vertraute Gespräche zu dritt bei einem Glas Wein
  • schöne Hände
  • und Füße

Was ich nicht mag:

  • Gespräche aller Art vor acht Uhr morgens
  • totgeschlagene Fliegen aufsammeln
  • gebratene Auberginen
  • schwitzen
  • zu enge Schuhe (auch, wenn sie schön sind)
  • pürierte Auberginen
  • schwarze, große Spinnen, wenn sie auf meinem Teppich sitzen und auf mich warten
  • Pläne, die nicht funktionieren
  • eingelegte Auberginen