Wer?

Wer hat eigentlich verfügt

dass der mit dem vollsten Terminkalender

dem eiligsten Schritt

den meisten Kontakten

derjenige ist

der dir, Gott

am meisten dient?

Was ist mit denen

die dich in der Stille suchen

denen die Zeit mit dir so wichtig ist

dass sie ihren Tagesablauf

ihren Gebetszeiten unterordnen

nicht umgekehrt?

Und wer hat daraus

aus dem Tun und Sein vor dir

einen Wettbewerb gemacht

statt sie als

einatmen und ausatmen zu verstehen?

 

Ein Gastbeitrag von himmelgraublau – dankeschön!

Heute morgen

Heute morgen um halb acht
– Nase gekraust
weil von Kälte gepiekt –
hüpft eine Schneeflocke
eben auf diese.
Während ich nach oben seh
stirnrunzelnd und prüfend
betrachtend den Himmel
springt sie mir ins Gesicht!
ins finstre.
Spricht kein Wort
liegt einfach da
und ich steh still
und schaue
muß meine Augen verdrehn
um sie zu sehn.
In diesem Moment
kommt ein Kind
sieht mich und lacht.
Gegen meinen Willen
ehrlich! ganz ohne mein Tun
biegen nach oben
meine Mundwinkel sich sacht
(in Richtung der Flocke).
Der Himmel lacht
ich kann es hören
an diesem Morgen
durch graue Wolken hindurch.
Und ich, ich laß die Flocke schmelzen
auf meiner Nase
geh lächelnd meiner Wege
halb acht Uhr morgens
von Kälte umhüllt
mit Sonne gefüllt.

winter

Im Ozean des Alltags

durchkreuze ich Schönwetterperioden und Brackwasser,

wilde Stürme und fliegende Fische,

erleide Schiffbruch und finde Rettungsinseln.

Das Wasser: Tintenschwarz oder durchsichtig glitzernd,

hohe Wogen lassen mich zittern, zähe Flauten machen mich träge.

Manchmal kommt Nebel auf und ich weiß nicht mehr, wo ich bin.

Dann rufe ich und höre nur meine eigene Stimme und fürchte mich.

Ich finde dich nicht, denn ich vermute dich im Sonnenschein, im Hellen, auf den Inseln.

Du aber bist das Wasser.

Wilder Sturm, tintenschwarz oder durchsichtig glitzernd.

Angsteinflößend wogend oder friedlich und ruhig.

Du bist der Nebel, tausend feine Tröpfchen berühren mein Gesicht.

Auf dir segle und kämpfe ich, du schenkst Erfrischung und Herausforderung.

Manchmal fürchte ich dich.

Du bist nicht im Sonnenschein, du bist das unbezähmbare Wasser,

wild und atemspendend,

immer da, größer als ich,

du, Herr meines Lebensozeans.

ozean