Juni

Juni

der Halbstarke
jede Minute unbändige Kraft
er treibt uns an
in lange helle Tage
erdbeersüß
durch kurze Nächte
sternschnuppengesäumt
ungestüm jagt er auf das Ziel zu:

Sommer

Mai

Mai

der Schöne
Grün dehnt sich
Bäume explodieren
Fliederwolken rauschen
verlassene Innenräume
alle Türen offen
verschwunden die gläsernen Trennwände
wir suchen Liegestühle
seufzen leise
farbbetrunken
duftberauscht

Was so herauskommt, wenn man mit Freunden gemeinsam schreibt

Und die Ergebnisse sind: Sehr schöne Aprilgedichte!

Neulich überkam es mich spontan und ich habe zwei Freundinnen gezwungen gefragt, ob sie nicht Lust hätten, zusammen mit mir etwas zu schreiben. Nachdem sie mir erst seltsame Blicke zugeworfen haben, waren sie dann aber doch neugierig. Und das sind die wunderbaren Resultate!

Aprilgedicht Nr. 1:

Vogelgezwitscher.
Freude auf den kommenden Sommer
und auf die Ernte der neugesetzten Pflanzen.
Blütenduft überall
und frisches, neues Grün an Bäumen und Sträuchern.
Sonnenwärme.

Aprilgedicht Nr. 2:

überall Farben ohne Ende
frisches grün, zartes rosa, kräftiges pink,
zartes weiß, strahlendes gelb
SONNE
der erste Kaffee im Garten
Lustwandeln
zwischen Tulpen, Perlhyazinthen, Tête-à-Tête´s

Aprilgedicht Nr. 3:

April
Der Lebenszyklus der Schoko-Osterhasen vollendet sich
Wir liegen wach in lauen Regennächten
Lieben das Wetter, wenn es uns zur Weißglut treibt
Hören Frühkonzerte, morgenfrisch und kostenlos
In den Balkonkästen: Auferstehung

April

April

kapriziöser Star
ein Schritt vor zwei zurück
kostet die Tage voll aus
spielt mit uns
wir kennen die Regeln
und werden betrogen
fügen uns offenen Auges
in den Pupillen
spiegeln sich Sommerversprechen

März

Tauwetter
auf der Fensterbank
narzissengelbe Hoffung
zerbrechlicher Frühling
wir schütteln die Winterstarre ab
ahnen das Jahr
ducken uns zwischen letzten Schneeflocken
die Augen unbeirrt auf erste Knospen gerichtet

Februar

der Unsichtbare
zwischen allen Stühlen
nicht mehr und noch nicht
Niemandsland
verborgen hinter Narrenmasken
wir wechseln die Rollen
testen andere Leben
noch ist nichts entschieden

Januar

Januar

der Nüchterne
die Fenster schlafen
verkatert vom durchfeierten Lichtermonat
Frost kratzt an den Autodächern
kühler Schnee in vielen Kehlen
im Ersten schweben Neu-Anfänge
die Anker noch im Alten
jeder dunkle Morgen flüstert:
setz die Segel

komm