Januar

Januar

der Nüchterne
die Fenster schlafen
verkatert vom durchfeierten Lichtermonat
Frost kratzt an den Autodächern
kühler Schnee in vielen Kehlen
im Ersten schweben Neu-Anfänge
die Anker noch im Alten
jeder dunkle Morgen flüstert:
setz die Segel

komm

 

Dezember

Dezember

der zwölfte Monat
wie bittere Schokolade
Alltagsgerümpel hinterm Tannengrün
ein Sehnen liegt über den Keksblechen
die Punschbecher zur Hälfte mit Hoffnung gefüllt
nur der zwölfte legt die Seelen blank
verströmt Bittermandelaroma
lässt uns Orangen schälend bang nach oben schauen:

Kommst du?

 

Himbeermond

Himbeermond

zwischen unseren Gedanken
unter all dem täglichen Gewühl
verbirgt sich eine fremde schöne Welt
dunkle Quellen wispern dort vom Meer
im Mondschein singt der Silbervogel
aus gewirktem blassen Morgennebel
baun die blauen Feen ihr Nest
sie warten auf die purpurrote Sonne
heiße Feuerdrachen spieln darin
ziehen gleißend helle Feuerbögen
auf weichen Feldern ruht der Nachtwind
träumt von kühlen Nächten
unterm schweren Himbeermond

Möglichkeiten

Aufstehen oder liegenbleiben?

Entdecken oder hierbleiben?

Café oder Holzbank?

Cappuccino oder Latte Macchiato?

Kirsch- oder Kaktuseis?

Promenade oder Wassersaum?

Schuhe aus oder Schuhe an?

Einkaufen oder Bootshafen?

Matjes oder Butterfisch?

Bon riskieren oder zurückgehen?

Direkt nach Haus oder am See entlang?

In der Sonne sitzen oder kochen?

Schlafen oder …

Entschieden!

 

Herr Wirt! Frau Wirtin!

Betten, Bad und Luft sind hier vorzüglich.

Ganz grandios das Spiegelei zum Frühstück!

Aber eins muss ich bemängeln:

(Und ich will hier niemand gängeln)

Eure Mücken lasst ihr hungern,

ich seh sie ganztags lungern

mit großem Appetit,

und ich fürchte, es gibt mich

im Frühstücks-, Mittags-, Abendlicht!

Bedingungen

Was tun

wenn wir Gott einladen
in unsere kleine Welt
und ihn bitten
hereinzukommen
und Platz zu nehmen
und ihm Kuchen und Tee anbieten
um im Gegenzug
Garantien zu erhalten
für
die Erhaltung unserer Welt
sichere Mauern
Geborgenheit für uns
immerwährende Versorgung mit Kuchen und Tee

und er kommt nicht

Reisepoesie

Gemächlich trank ich den Spezialkaffee, ungeduldig flackerte das Leuchten in der Ferne.