Mai

Mai

der Schöne
Grün dehnt sich
Bäume explodieren
Fliederwolken rauschen
verlassene Innenräume
alle Türen offen
verschwunden die gläsernen Trennwände
wir suchen Liegestühle
seufzen leise
farbbetrunken
duftberauscht

Was so herauskommt, wenn man mit Freunden gemeinsam schreibt

Und die Ergebnisse sind: Sehr schöne Aprilgedichte!

Neulich überkam es mich spontan und ich habe zwei Freundinnen gezwungen gefragt, ob sie nicht Lust hätten, zusammen mit mir etwas zu schreiben. Nachdem sie mir erst seltsame Blicke zugeworfen haben, waren sie dann aber doch neugierig. Und das sind die wunderbaren Resultate!

Aprilgedicht Nr. 1:

Vogelgezwitscher.
Freude auf den kommenden Sommer
und auf die Ernte der neugesetzten Pflanzen.
Blütenduft überall
und frisches, neues Grün an Bäumen und Sträuchern.
Sonnenwärme.

Aprilgedicht Nr. 2:

überall Farben ohne Ende
frisches grün, zartes rosa, kräftiges pink,
zartes weiß, strahlendes gelb
SONNE
der erste Kaffee im Garten
Lustwandeln
zwischen Tulpen, Perlhyazinthen, Tête-à-Tête´s

Aprilgedicht Nr. 3:

April
Der Lebenszyklus der Schoko-Osterhasen vollendet sich
Wir liegen wach in lauen Regennächten
Lieben das Wetter, wenn es uns zur Weißglut treibt
Hören Frühkonzerte, morgenfrisch und kostenlos
In den Balkonkästen: Auferstehung

Falsche Frage

Du fragst: War´s das wert?
Oder lebten wir verkehrt?
Aus neu wird immer alt.
Vergangenheit verhallt.
Ich lächle. Ist das wichtig?
Das Jetzt zählt. Und das ist richtig.

April

April

kapriziöser Star
ein Schritt vor zwei zurück
kostet die Tage voll aus
spielt mit uns
wir kennen die Regeln
und werden betrogen
fügen uns offenen Auges
in den Pupillen
spiegeln sich Sommerversprechen

Sing!

Sing!

Deine Stimme
nicht schöner
nicht lauter
nicht wichtiger
als andere
aber nötig

wenn du singst
weht ein Faden
aus rosa Pastell
durch die Luft
verschlingt
verzwirbelt
verwebt sich
mit anderen
zu einem vielfarbigen Akkord

das Geschenk
das du bekamst
nutze es
gib nicht auf
nur du
hast den Faden
aus rosa Pastell

Sing!

Neffen-Telefonat (4 Jahre)

Du erzählst mir deinen Tag
nichts ist selbstverständlich
aber das ist normal
alles ist ein Wunder
aber Wunder sind selbstverständlich
du lachst über meinen Unverstand
ich bin glücklich

März

Tauwetter
auf der Fensterbank
narzissengelbe Hoffung
zerbrechlicher Frühling
wir schütteln die Winterstarre ab
ahnen das Jahr
ducken uns zwischen letzten Schneeflocken
die Augen unbeirrt auf erste Knospen gerichtet