Was mir am Teencamp gefiel (sehr)

willkommen geheißen zu werden

rasend schnelle Helfer beim Zeltaufbau

bei sintflutartigem Regen im Zelt liegen und sich keinen Deut um das Loch kümmern, durch das es hineinregnet

singende (und Häufchen produzierende) Vögel auf meinem Zeltdach als die Sonne aufgeht

morgens  um sechs die Kaffeemaschine für die Mitarbeiter anstellen

der friedliche und einsame Tee um sieben bevor die Meute einfällt

den schattigen, grünbelaubten, weinbergschneckengesäumten Pfad zur Veranstaltungshalle

Morgenandacht im alten Stall auf Sofas inmitten schläfriger Gesichter

in der Sonne kiloweise Kartoffeln schrabben, zuerst zu zweit, dann zu dritt, dann zu viert

Bruno, der Riesenhund, der problemlos einhundert Leute auf einmal lieben kann

Kakao mit Zimt

knallrote Apfelspalten

die experimentelle Tomaten-Rote-Beete-Suppe

Rock´n Roll

das Kühlmoped

die Familie, auf deren Hof wir Chaos veranstalten durften

das Küchenteam

Dankeschön Ü-Eier

Urlaub, was ist das eigentlich?

Vielleicht so:

morgens aufstehen und keine Aufgaben haben
barfuß laufen, auch wenn es regnet
Ameisen beobachten
lesen – mehr lesen – noch mehr lesen
sich auf einen Fleck setzen und da so lange bleiben, bis einem die Beine einschlafen
neue Sommerkleider ausführen
seltsame Eissorten probieren
Seewasser zwischen den Zehen
Sommergedichte auf Postkarten schreiben
viel lachen
sehr viel schlafen
in fremde Kirchen gehen
dankbar sein
sich auf den vertrauten Alltag freuen

Sommer

Es ist hell
Die Sonne scheint tief
Knallblau leuchtet der Himmel
Amselgesang auf der anderen Hausseite
Zwei Querstraßen weiter rauscht der Verkehr
Getunte Auspüffe röhren vom Sommer
Unter meinem Balkon wird türkisch gespielt
Drei kleine Mädchen tauschen sich aus
Ihr Papa ist lauter
Blätter rascheln im Baum neben mir
Schatten fällt auf meinen Bildschirm
Deutscher Slang fährt Fahrrad
Eine Wespe summt vorbei
Krähengeschrei vorm Schlafengehen
Lebendiger Balkon

Nützlich

mache – plane – baue – verwirf es wieder – wüte – verzweifle – lache – konzipiere neu – führe durch – triumphiere – verausgabe dich – wisch die Müdigkeit beiseite – freue dich – feiere – arbeite so hart du kannst

tu das alles
es ist gut und nützlich
nur wertvoll
macht es dich nicht

wertvoll
bist du allein
weil du atmest

Heute morgen

Heute morgen um halb acht
– Nase gekraust
weil von Kälte gepiekt –
hüpft eine Schneeflocke
eben auf diese.
Während ich nach oben seh
stirnrunzelnd und prüfend
betrachtend den Himmel
springt sie mir ins Gesicht!
ins finstre.
Spricht kein Wort
liegt einfach da
und ich steh still
und schaue
muß meine Augen verdrehn
um sie zu sehn.
In diesem Moment
kommt ein Kind
sieht mich und lacht.
Gegen meinen Willen
ehrlich! ganz ohne mein Tun
biegen nach oben
meine Mundwinkel sich sacht
(in Richtung der Flocke).
Der Himmel lacht
ich kann es hören
an diesem Morgen
durch graue Wolken hindurch.
Und ich, ich laß die Flocke schmelzen
auf meiner Nase
geh lächelnd meiner Wege
halb acht Uhr morgens
von Kälte umhüllt
mit Sonne gefüllt.

winter

Neujahrsgeschenk

Das hier habe ich geschenkt bekommen, und ich weiß nicht, was schöner ist: Die Aussicht auf Frühling im kalten, trüben, ernüchternden Januar, das Gedicht auf der Blumentüte (beidseitig!!) oder die liebevolle Geste? Oder vielleicht doch die zwei Wunderkerzen, die ich beliebig bei schönen Gelegenheiten funkeln lassen kann?

Herrje. Ich kann mich einfach nicht entscheiden.

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Geschenke

Erhaltene Weihnachtsgeschenke:

zwei Flaschen Rotwein
eine Packung Spaghetti
ein Fläschen extra natives Olivenöl (sehr fruchtig)
ein Glas Orangen-Vanille-Konfitüre
ein Glas Bratapfelmus (sehr lecker, schon probiert)
ein Glas Weingelee
Fischerhuder Zaubersalz
ein Gläschen Glühweinmix (inkl. Rezept)
ein Ring Baumkuchen
ein Weihnachtsmann (Schoko, leider nicht lebendig)
eine Packung Wintertee
ein goldenes Päckchen Schokoladentrüffel

Ich würde sagen, ich bin gut versorgt für die nächsten Tage. 🙂

geschenke

Subjektive Weihnachtsliste

Was ich an Weihnachten mag

den Moment, nachdem man sich für einen Weihnachtsbaum entschieden hat
wenn die Wohnung nach Karamellkeksen duftet
ein Geschenk finden, bei dem man sich nicht sicher ist, ob man es nicht doch lieber selbst behält
durch fremde Fenster spicken und geschmückte Tannenbäume suchen
alte Geschichten
neue Geschichten
Kerzen jeder Art
im Dunkeln auf dem Land Auto fahren und Lichter gucken
sich auf Menschen freuen

Was ich an Weihnachten nicht mag

zuviele hektische Menschen auf einem Fleck
lieblose Gaben
wenn schon vor den Weihnachtstagen von Silvester gesprochen wird
Jahresrückblicke im November
Einsamkeit
dunkle Fenster an Heiligabend

Was ich mir an Weihnachten wünsche

weniger Erwartungen
mehr Erwartungen (aber andere)
Zeitstillstand für ein oder zwei Tage. Besser drei Tage.
überfüllte Kirchen
Weihnachtslieder im Gottesdienst, die jeder kennt
Weltfrieden

weihnachtswichtel

Glück

Es ist kühl draußen, am Himmel leuchtet eine schmale Mondsichel hinter kahlen Bäumen. Ruhig ziehe ich meine Bahnen durch das fast leere Becken, das Wasser dampft in weißen Schwaden in den dunklen Nachthimmel. Von unten leuchten türkisgrüne und blaue Lampen, das Licht zersplittert in kleinen, farbigen Wellen, die sich vor mir her schieben.
Neben mir schwimmt ein älterer Herr, weißes Haar schmiegt sich an seinen schmalen Kopf. Er war schon vor mir hier draußen, er sieht aus, als wüßte er, was er tut. Unablässig kreuzt er das Becken, lässt sich weder von mir noch von anderen Badegästen irritieren, auch die johlenden Jugendlichen, die nur kurz das Wasser testen, es für zu kalt befinden und schnell wieder verschwinden, ignoriert er, genauso wie die warmen Quellen und das Sprudelbecken.
Ich hingegen bin nach getaner Schwimmarbeit sehr für die warmen Quellen und probiere sie kurz aus. Als ich mich umdrehe, ist eine ältere Dame neu im Becken. Sie trägt eine Badekappe, ihr Haar verschwindet darunter, und mit langsamen Zügen bewegt sie sich auf den Mann zu. Kurz unterhalten sie sich, dann nimmt er sie auf die Arme, sie hält sich an seinen Schultern fest und sie tanzen lächelnd und redend durch das Becken, zu einer Musik, die nur sie beide hören.
Ich bleibe bei meiner warmen Quelle und atme ganz unauffällig, damit ich sie nicht störe. Sachte bewegen sich die beiden, vor, zurück, im Kreis und sie sind so eins miteinander, dass niemand anderes dort Platz hätte. Zuletzt verschwinden sie im Ausgang, ich bleibe versonnen noch ein oder zwei Minuten an meinem warmen Plätzchen. Glück hat viele Gesichter, und eines davon habe ich gerade eben gesehen.

glueck