an einem Tag im Februar

an einem Tag im Februar
schnippst die Phantasie mit den Fingern
Milliarden goldener Tagträume machen sich auf den Weg
es regnet Sterne
Hängematten
rote Ferraris
glitzernde Vampire
Erdbeeren
Fußmassagen
marinierte Rippchen
und weil ihr danach ist
schickt sie
ein paar Herden grüner Drachen
und Schokoschmetterlinge hinterher
Aufschreie und Juchzer
aus Büros und Fabriken
dann wird es still in den Städten
Träume überall
zufrieden nickt die Phantasie
so soll es sein
im Februar

Der Dienstag dichtet! 🙂  Katha kritzelt hat diese Aktion ins Leben gerufen: Jeden Dienstag wird ein Gedicht aus eigener Herstellung veröffentlicht. Auch Wortgeflumselkritzelkram, Mutigerleben, Werner KastensFindevogel, die Wortverzauberte und  Ein Blog von einem Freund sind mit von der Partie. Schaut doch mal bei ihnen vorbei, der Dienstag fängt besser an mit ein bisschen Wortzauberei!

Schabernack

Schabernack

im farblosen Februar
blüht der flammende Schabernack
schiebt sich breit zwischen die Zeit
jagt roten Sturm
durch schwarze Gedanken
lässt Nixen und Feen sich erheben
küsst wild ihr weißes Haar
lockt aus müden Augen
dunkle Koboldprinzen
bläst Wunschkonfetti
in blasse Gesichter
tanzt lila Reigen
ins Silbermorgengrauen
beim Sprung über den Mond
verblasst er
verweht in kühler Morgensonne
von weit entfernt
ein Hall
aus blaugrünem Lachen

Das war ein Beitrag zu den Etüden, immer noch dankenswerterweise von Christiane organisiert – vielen Dank dafür! Grundregeln sind maximal 300 Wörter, enthalten sein mussten dieses Mal die Worte Schabernack, breit und erheben. Die Wortspende kam von René und seinem Blog BerlinAutor. Und ich finde, für eine Norddeutsche habe ich ganz schön viel Karneval in meinem Text. 🙂

Jahresringe

„Lass das Jahr ziehen!“
wie soll das gehen
ich trage es in mir
ein neuer Jahresring
aus zartbitteren Gedanken
Sommerpoesie
wortlosen Abschieden
nervöser Verantwortung
alten Freundschaften
die schon selber Jahresringe haben
keines meiner Jahre lasse ich ziehen
ich wachse mit ihnen
werde ein Baum
der blüht
im Kernholz
noch immer das staunende Kind
neugierig
auf den nächsten Jahresring

Der Silvester-Dienstag dichtet! 🙂  Katha kritzelt hat diese Aktion ins Leben gerufen: Jeden Dienstag wird ein Gedicht aus eigener Herstellung veröffentlicht. Auch Wortgeflumselkritzelkram, Mutigerleben, Werner Kastens und Findevogel sind mit von der Partie.

Liebe Katha, an dieser Stelle vielen lieben Dank für deine Idee mit dem Dienstagsgedicht: So viele schöne Texte zum Nachdenken, gern haben und zum neue Gedanken denken habe ich seitdem bei euch gelesen. Sie machen meinen Dienstag regelmässig schöner. Ich freue mich auf ein neues Jahr mit euch!

Weihnachten

Weihnachten

Was schön wäre:
weißes Erwachen
Apfelsinenduft
durchsungene Gottesdienste
Punsch und Feuer am Ausgang
selbstverständlich zuhause sein
die Gesellschaftsjagd ruhen lassen
frostigstille Nächte durchwandern
dem Stern folgen

Was machbar ist:
Sterne basteln
abends schöne Filme gucken
stille Momente feiern
Gastsein genießen
jedes Lied laut mitsingen
den Nachbarn Kekse anbieten
Apfelsinenduft
Regenwolken willkommen heißen

Der Dienstag dichtet! Also auch der Heiligabend-Dienstag :).  Katha kritzelt hat diese Aktion ins Leben gerufen: Jeden Dienstag wird ein Gedicht aus eigener Herstellung veröffentlicht. Auch Wortgeflumselkritzelkram, Mutigerleben, Werner Kastens und Findevogel sind mit von der Partie. Wer den Dienstag also mit Gedichten beginnen will: Herzlich willkommen! Und frohe Weihnachten allen Gedichtelesern!

Kastanienherbst

Kastanienherbst

zwischen Steinen
in glattgespiegelten Pfützen
voll geronnener Zeit
suche ich
das Anfangsende
es sticht kühlstachelig
in meine Sommerhaut
glänzender Kern
in offener Hand
zieht sanft ins Ende
zurück zum Anfang

Hier wäre eine Kastanie jetzt natürlich nett gewesen, aber gerade stelle ich fest: Nicht ein einziges Kastanienfoto in meinem Fundus! Tsss. Das wird geändert. Nächstes Jahr.

Der Dienstag dichtet!  Katha kritzelt hat diese Aktion ins Leben gerufen: Jeden Dienstag wird ein Gedicht aus eigener Herstellung veröffentlicht. Auch Wortgeflumselkritzelkram, Mutigerleben, Werner Kastens und (ganz neu!) Findevogel sind mit von der Partie. Wer den Dienstag also mit Gedichten beginnen will: Herzlich willkommen!

Letzter November

der November schließt die Fensterläden
schleicht sich davon
Richtung Süden
vertrieben vom helleren Bruder
der laut sein Recht fordert
tannenzweigwedelnd

30. November

der November ist zufrieden
hat seine Pufferpflicht getan
zwischen Herbstsommer und Eisblumen
wir sind bereit
für Apfel, Nuss und Mandelkern

Novemberwind

der Novemberwind kennt Unbehaustheit
raschelt schwermütig
durch blätterkühle Kellerschächte
lauscht in dunkle Stillen
wartet vor den hellen Fenstern
schaut uns zu
beim Haschen nach Heimat

Das war ein Beitrag zu den Etüden: Drei Begriffe in maximal 300 Worten (dieses Mal völlig problemlos unterschritten 🙂 ) Vielen Dank, Christiane, für das Organisieren und alles andere! Die Wortspende kommt dieses Mal von Bernd mit seinem Blog Red Skies over Paradise. Die Begriffe lauteten:

Unbehaustheit
schwermütig
haschen

Und das war ´ne ganz schön steile Vorlage, mein lieber Schwan…

Sonnenwärme

Sonnenwärme
fliegende Wolken
schwarzer Tee mit Milch
Vogelgesang
Blätter zwängen sich aus ihren Verpackungen
Waldameisen auf Patrouille
Vorjahreslaub knistert
Taubenbalz
Joggerinvasion
zart rauscht die Autobahn
April

Neujahr

Neujahr

neue Zeiten
noch unbekannt
schlechte Sicht
verschwommene Konturen im trüben Licht
weit entfernt undeutliche Stimmen
ansonsten: Stille
ich atme und warte
unschlüssig
zweifle am festen Grund
hinter den Konturen leises Gelächter
zaghaftes Leuchten
jemand flüstert: Komm
und ich
hebe den Fuß