Über stachelbeermond

Ich mag Geschichten, die spannend sind und irgendwo hin wollen, sammle seltene Worte und lasse sie wie Drachen steigen... mein Blogzuhause: stachelbeeermond.com

Was schön war. Dienstag, 13.7.21

– früh aufwachen
– herumtrödeln (und fast zu spät zum Zug kommen)
– Mittagspause mit den Füßen im Gras
– sehr hoch fliegende Schwalben am Abend mit Freunden

Was schön war. Montag, 12.7.21

– Biscuiteis
– Schwesterntelefonat
– früh schlafen gehen

Wolkenkinder

über Weizenfeldern
im Himmelblau
spielen fusselige Wolkenkinder verstecken
rennen über den Horizont
kitzeln sich mit krausen Nebelfingern
schlafen müde sinkend ein
auf Sonnenblumenfeldern
im Abendrot

Der Dienstag dichtet!  
Katha kritzelt hat diese Aktion ins Leben gerufen: Jeden Dienstag wird ein Gedicht aus eigener Herstellung veröffentlicht.
Auch Wortgeflumselkritzelkram
Mutigerleben
WernerKastens
die Nachtwandlerin
Myriade
Gedankenweberei
Emma Escamilla
Wortverdreher
Lebensbetrunken
der BerlinAutor
Vienna BliaBlaBlub
Heidimarias kleine Welt
Red Skies over Paradies
Your mind is your only limit
Dein Poet
Geschichten mit Gott
Lindasxstories
Findevogel
und Traumspruch sind mit von der Partie.
Viel Freude bei allen Besuchen!

Ausrufezeichen

neben goldenen Feldern
vergessene Ausrufeähren
schöne Unperfektheit
Fingerzeige himmelwärts

Was schön war. Sonntag, 11.7.21

– der Moment, als der rosa Luftballon an meinem Fenster vorbeiflog
– Stachelbeerernte (es war ein Gemetzel mit unentschiedenem Ausgang: Die Stachelbeere darf alle Kinder behalten, die tief in ihr drin wachsen, aber alles am Rand bekomme ich. Immerhin gieße ich sie täglich!)
– Grace VanderWaal gehört

Stachelbeerenkinder und die erste Tomate!!

Was schön war. Samstag, 10.7.21

– den Sommer eingekauft: Pfirsiche, Mairübchen, Kirschen, eine Melone. Und zwei Zwiebeln.
– den zeltenden Schweinehund überarbeiten
– ein kleiner Abendschnack auf einer weißen Bank

Der Schweinehund zeltet

Neugierig guckt dein Schweinehund dir über die Schulter, während du eine Liste schreibst. „Was machst du da?“ fragt er.
„Ich schreibe eine Liste. Fürs Zelten“, sagst du.
Dein Schweinehund nickt abwesend. Auf dem Weg zur Küche hält er ruckartig an. „Wofür?“ fragt er.
„Für´s Zelten“, sagst du und wappnest dich.
„Aber… aber…“, dein Schweinehund fährt sich mit den Pfoten über das Gesicht, „ich weiß gar nicht, wo ich anfangen soll!“ ruft er schließlich.
„Aha“, sagst du und schreibst ‚Sturmheringe‘ auf deine Liste.
„Zelten? Weisst du, dass es dieses Wochenende Sturm geben soll?“ Die Stimme des Schweinehunds kiekst bei dem Wort ‚Sturm‘.
„Nur bis 80 kmh. Das schaffen wir“, sagst du fröhlich und schreibst ‚Fleecejacke‘ und ‚dicke Socken‘ auf deine Liste.
„Aber… neulich hatten wir noch Bodenfrost! Selbst die Hühner sind länger im Stall geblieben! Und du weisst doch, wie empfindlich meine Nase ist!“
„Ach was, die Hühner sind Memmen und dir packen wir einen Nasenwärmer ein.“ Du schreibst ‚Nasenwärmer Schweinehund‘ auf die Liste.
Dein Schweinehund jault auf. „Das ist entwürdigend! Zelten! Wie kommst du überhaupt auf so eine dumme Idee!“
„Freunde“, sagst du ausweichend.
„Was sind denn das für Freunde!“ ruft dein Schweinehund. „Da müssen wir ja wieder den halben Hausstand einpacken! Und einkaufen! Moment! Freunde? Wir fahren nicht alleine?“
„Es könnte sein, dass da noch der ein oder andere dabei sein wird“, sagst du vorsichtig.
„Neiiiiiiin!“ schreit dein Schweinehund, „Duschen teilen! Gemeinsame Toiletten! Du kaufst viel mehr ein als sonst und wir müssen alles kilometerweit schleppen!“
„Naja“, sagst du, „ich werde schleppen und du wirst meckern.“
Dein Schweinehund rauft sich die Ohren. „Wie kannst du auf solchen Lappalien herumreiten, wenn mein Leben gerade den Bach runtergeht! Ich hasse Zelten! Es wird ins Zelt regnen! Da gibt es Spinnen! Und Ohrenkneifer!“
„Beim letzten Mal hast du ein Labyrinth für die Ohrenkneifer gebaut und Wetten darauf abgeschlossen, welcher als erster herausfindet. Du erinnerst dich vielleicht?“
„Das bildest du dir bloß ein.“ Dein Schweinehund wedelt abschätzig mit einer Pfote, dann lehnt er sich an dich und sieht dir tief in die Augen. „Du meinst das nicht ernst, oder? Wir fahren doch nicht wirklich zelten, oder?“
Du wartest einen Moment. „Doch“, sagst du dann und schreibst ‚Labyrinthmaterial‘ auf deine Liste.
„Aaaaargh!!!“ schreit dein Schweinehund, sinkt in sich zusammen und steht ganz still da.
Du befürchtest das Schlimmste.
Dein Schweinehund öffnet erst ein Auge, dann das andere. „Na gut.“ Er verschränkt die Arme. „Aber dann will ich mein Kissen und zwei Extradecken und Schokoriegel und mein eigenes Wasser. Keine geteilten Flaschen, das ist e-kel-haft! Du stehst Schmiere, wenn ich dusche, du weisst, mein Fell braucht jeden Tag Biershampoo, und du föhnst mich trocken.“ Er verstummt und überlegt. „Meinen eigenen Stuhl will ich auch. Deal?“ Er hält dir die Pfote hin.
„Deal“, sagst du und schlägst ein. „Willst du auch einen eigenen Regenschirm haben?“
„Wieso?“ Dein Schweinehund sieht dich misstrauisch an.
Du guckst auf deine Liste. „Es könnte sein, dass es ein bisschen regnet“, sagst du.
„Wieviel ist ein bisschen?“ fragt dein Schweinehund. Seine Stimme kiekst schon wieder.
„Och“, sagst du, „unser Vorzelt hält einiges aus, du erinnerst dich? Vielleicht werden die Pfützen dieses Mal etwas größer.“
„Aaaaarghh!“ schreit dein Schweinehund.

Augenblick

Vor mir auf der Wiese kicken sechs engagierte Fußballer, zwei Jungs, drei erwachsene Jungs und ein Mädchen.
Auf dem Scheinwerfer sitzen elf Fliegen und wärmen sich.
Mir wird ein Kinderriegel gebracht und ein Gespräch.
Billy Idol beschallt den Bolzplatz. Die Wolken fliegen weiß und grau über den Himmel. Es ist mittelwarm.
Wind streicht über meine Unterarme.
In meinem Magen wärmt ein Ananascurry.

Was schön war. Freitag, 9.7.21

– uralte Arbeitsrückstände angehen
– ein Kleid gekauft
– jemandem amüsiert beim hemmungslosen Flirten zugucken

Was ich am Campen mag

  • die Vögel hören
  • den Wind sehen und hören
  • es ist fast egal, was ich anhabe
  • die Sonne zu schätzen wissen
  • nasse Socken im Baum trocknen lassen
  • morgens Brötchen für alle holen
  • als Erste aufwachen
  • als Erste aufstehen
  • Regentropfen auf dem Zeltdach
  • mich in den Schlafsack einkuscheln
  • den Geruch von Wiese im Zelt
  • mit wenig Dingen auszukommen
  • mittendrin sein in der Draußenluft
  • Improvisation
  • grillen im Regen
  • alle zusammen mit sehr losem Tagesplan
  • unperfekt zu sein
  • das kleine Wasserunglück im Vorzelt
  • Schätze wie das Abendlied
  • jemanden zu Spielen haben