Vor einem Jahr

Vor einem Jahr saß ich an meinem Schreibtisch und dachte, ich komme hier nie raus. Die Nachbarn stritten wie die Kesselflicker (ist das eigentlich diskriminierend?) und die weggelaufenen Kinder wurden mit Taschenlampen und Geschrei gesucht. Begegnungen im Treppenhaus waren mühsam.
Ich sitze wieder am Schreibtisch. Es ist ruhig. Ich habe den Nachbarn Schokoladenkuchenpäckchen vor die Türen gestellt. Auf dem neuen Balkon leuchten die Osterglocken in den Tag.
Ich werde weiter für alle backen. In der Vormieterblumenschale sind die Tulpenknospen kurz vorm Platzen. Gestern war meine Nachbarin zu Besuch. Ich habe die Christrose in den Vorgarten gepflanzt, und niemand wird sie abmähen. Es wird eine Dankeschön-Umzugsparty geben und wir werden viele sein. Der Sommer wird ein Balkonsommer werden.

2 Gedanken zu „Vor einem Jahr

  1. Schön, wenn die Entscheidung richtig war 🙂
    Wir sind leider auch furchtbar laute Nachbarn, besonders die Leute unter uns tun mir leid. Wenigstens habe ich gerade ganz geniale Türstopper im Baumarkt gefunden, die OBEN auf die Türen gesteckt werden und da kommt unsere kleine Türenknallkrawallschachtel nicht an.
    Ich wünsche dir wunderbare Ostern in der neuen Wohnung
    PS: ohne jeden Vorwurf, ja ich glaube das kann unter Umständen als diskriminierend empfunden werden, bezieht es sich doch auf Roma, die ja früher häufig diesem Gewerbe nachgingen (mir hat sogar mal jemand erzählt, das sein Nachname Kalderas, der bei Roma häufig ist, Kesselflicker bedeutet)

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