Die Angst ist vergesslich

Die Angst ist vergesslich. Ihr entgleitet so viel, nichts scheint kontrollierbar, und es ist von allem entweder viel zuviel da oder viel zuwenig. Die Angst ist nie im Gleichgewicht. Sie sehnt sich nach Gleichgewicht, sie möchte in der Balance sein, aber sie fällt ständig links oder rechts in den Abgrund. Dabei ist die Angst davon überzeugt, die wichtigste von allen Zuständen zu sein. Bewahrt sie allein die Menschen nicht vor unüberlegten Schritten und Wagnissen? Was würde passieren, wenn es sie nicht gäbe?
Aber gedankt wird ihr nicht. Im Gegenteil: Jeder scheint sich zu wünschen, dass es sie nicht gäbe. Manchmal fühlt die Angst sich sehr allein und beginnt sich zu fürchten, dann denkt sie an alles, was es heute noch zu tun gibt, und das ist viel zuviel und dann gerät sie wieder aus dem Gleichgewicht und vergisst alles. Ach. Das Leben ist schwer für die Angst. Sie hat es nicht leicht. Irgendwas wollte sie noch tun, aber sie hat es vergessen.

2 Gedanken zu „Die Angst ist vergesslich

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