21. Februar

Oink sieht nachdenklich aus heute morgen. Ich trinke meinen Tee und warte.

„Wusstest du, dass Wildlederschuhe besonders anfällig für Schneeränder sind?“ fragt er schließlich nach einer langen Pause. Ich schüttele den Kopf. „Und das Stiefel meistens zuerst am Reissverschluss kaputt gehen?“ Ich nicke. Oink seufzt. „Ich trage nicht mal Schuhe,“ sagt er, „und sie hat nur über Schuhe geredet.“ Er blickt hoch zu mir. „Ich höre mir gern was über Schuhe an, echt, aber den ganzen Abend?“ Ich nicke. „Nicht einfach, das, was?“ frage ich. Oink wackelt mit den Ohren und beugt sich in meine Richtung. „Es war… langweilig!“ Das letzte Wort flüstert er. „Dabei hat sie so schöne Borsten!“ „Vielleicht solltest du berücksichtigen, dass sie meine Schuhbürste ist,“ sage ich, „da liegt das Thema Schuhe nicht weit.“ „Hm,“ macht Oink. Dann grinst er. „Ich weiß jetzt, dass dein Schuhgeschmack in den letzten Jahren nachgelassen hat, und das du früher experimentierfreudiger warst. Stimmt das?“ „Was?“ frage ich entrüstet, „hat sie das echt gesagt?“ Oink nickt. „Hm. Naja,“ sage ich, „möglicherweise war ich früher öfter in der Stadt… da sieht man mehr…“ ich gucke hoch. Oink sieht mich mit großen Augen an. „Ok, ok,“ sage ich, „beim nächsten Mal nehme ich dich mit.“ Oink grinst und hüpft auf das Frühstücksei.

„Also,“ sage ich und schneide mein Brötchen auf, „das mit dir und deiner Verabredung wird also nichts ernstes?“ „Doch!“ sagt Oink mit Nachdruck, „wir sind jetzt befreundet, und ich kann sie immer fragen, wenn ich etwas über Schuhe wissen muss. Meine erste Freundin!“ sagt er andächtig. „Nur abends Sterne gucken, das machen wir nicht mehr, das passt irgendwie nicht.“ Ich nicke. „Meine Wohnung ist groß“, sage ich, „wer weiß, wer sich hier noch alles herumtreibt.“ Und dann frühstücken wir.

6 Gedanken zu „21. Februar

  1. Vielleicht nimmst Du Oink dieses Jahr mal mit auf Reisen, wenn das wieder möglich ist und dann hätte ich auf dem Dach zum Pelztier eine zauberhafte Oinkinessa anzubieten – aber dann garantiere ich für nichts -:))
    Das Kind in mir hat Oinks Elternkoben besucht und konnte nicht widerstehen und für die zwei Enkelfratze zwei entzückende Tweetyküken zusätzlich erstanden.-:)))
    Sternegucken hier oben – er wird hin und weg sein.
    Von einem wunderbaren Frühlingssonntag liebe Grüße zu Dir, Karin

    Gefällt 3 Personen

    • Oink kommt jetzt ziemlich oft mit auf Tour, er wäre auch sehr geknickt, wenn ich ihn zu Hause lassen würde. 🙂
      Oinks Elternkoben??? Ich habe ihn nie gefragt, wo er herkommt, er kam als rosa Geschenk… aber ich nehme an, er hat viele Geschwister! 🙂 Und kommt ja vielleicht vom Bauernhof, was die Küken erklären würde.
      Sonnige Grüße aufs Dach von Tanja 🙂

      Gefällt 1 Person

      • Etsy heißt sein Koben und er hat einen Migrationshintergrund; meiner war der letzte aus seinem Wurf -:))) auch die Küken werden rar. Hier der Text zum Geburtsland
        „Wir arbeiten mit traditionellen Kunsthandwerkerinnen in Kathmandu (Nepal) zusammen und verbringen mehrere Wochen im Jahr vor Ort, um gemeinsam mit kleinen Familienunternehmen ihre aktuellen Designs zu verwirklichen. Die langjährige Bindung gewährleistet den Frauen einen sicheren Arbeitsplatz bei guter Bezahlung.“
        Verschleiertsonnige Grüße zurück , morgen soll der Himmel aber wieder klarer werden,
        Karin

        Gefällt 1 Person

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