Ausgelesen: Die Nacht in der der Kater sang und MacTiger: Ein Highlander auf Samtpfoten. Von Andrea Schacht.

Krimis, in denen Tiere ermitteln, sind immer so eine Sache. Ich habe schon Bücher gelesen, in denen zugunsten der tierischen Detektive sehr an der Handlung gespart wurde oder in denen allzu sehr auf den Wohlfühlcharakter gesetzt wurde. Manchmal ist das dann trotzdem ganz nett, aber manchmal leider auch nur langweilig. Unvergessen und unerreicht ist da Felidae von Akif Pirincci, dem ich sofort fünf von fünf Sternen geben würde, aber über das Buch sprechen wir ja gerade nicht. Gut. Zurück zu Andrea Schacht.

Bei MacTiger, dem Highlander, war meine Langeweile leider ziemlich groß. Die Geschichte schwankte unentschlossen zwischen Schauerroman, Kitschromanze und (magerer) Krimihandlung hin und her. Die Personen waren allesamt nicht meins, viel zu schablonenhaft und voller Klischees, selbst Schottland war ein einziges, kariertes Stereotyp mit Burg. Ich fand das sehr seltsam, denn andere gelesene Bücher von dieser Autorin waren ganz und gar nicht so „missgeraten“, irgendwie drängte sich mir der Eindruck auf, dass die Autorin hier genauso unentschlossen geschrieben hat wie ihr Handlungspersonal dann auch handelt. Mir hat es nicht gefallen, ich habe es mit Müh und Not bis zur Hälfte geschafft und dann das Ende gelesen.

Ganz anders Die Nacht, in der der Kater sang. Dieselbe Autorin, aber dieses Mal hatte ich den Eindruck, das Schreiben hat ihr Spaß gemacht. Ghizmo, der Kater, ist wirklich eine Katze mit allen Eigenarten ihrer Spezies, unabhängig, durchsetzungsfähig und loyal zu seinen Reviermitbewohnern, solange sie sich so verhalten, wie er das möchte. Die Krimihandlung zieht sich manchmal etwas, aber das verzeiht man dem Buch aufgrund seiner gut geschilderten menschlichen und tierischen Bewohner. Die menschliche Hauptfigur Jenny hat eine schöne mysteriöse Hintergrundgeschichte und ist angenehm widersprüchlich. Menschlich eben. Dieses Buch habe ich gern gelesen. Seltsam. Wenn ich nun beide Bücher so nebeneinander liegen sehe, kann ich mir kaum vorstellen, dass beide von derselben Autorin sind. Sind sie aber. So bleibt also nur eins: Wenn man einen Autor oder eine Autorin mag, muss man neue Bücher von ihnen einfach mutig ausprobieren, selbst, wenn ab und zu eins dabei ist, das seltsam geraten ist und einem nicht gefällt. Ich meine: Wer weiß, was man sonst verpasst! Und Autoren, die man mag, wachsen ja schließlich nicht massenhaft auf Bäumen, im Gegenteil, sie sind kostbar und rar! Da muss man ab und zu einen Apfel mit Wurm tolerieren (ok, hier hinkt die Metapher etwas, aber sie war so schön, dass ihr bitte ein Auge zudrücken möget. Wir sind ja gerade in Übung 🙂 ).

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