Ausgelesen: Das Lied der Krähen. Von Leigh Bardugo.

Sensationell. Grandios. Ein perfektes Buch. Ich hatte schon kaum noch daran geglaubt, dass es das überhaupt noch gibt, und dann bekam ich das hier in die Finger. Wer Fantasygeschichten liebt, muss dieses Buch einfach lesen, da gibt´s überhaupt kein Wenn und Aber! Ran an die Seiten, Freunde!

Und dann ist auch noch die Buchgestaltung extrem gelungen…

So. Und nun zu den Gründen für meine übersprudelnde Begeisterung. Die Welt, in der Das Lied der Krähen spielt, ist eine überaus gut geschriebene Mischung aus Holland, Russland und einer Spur Skandinavien, wobei die Übergänge fließend sind und es schon nach kürzester Zeit keine Rolle mehr spielt, woran die Autorin sich eventuell orientiert haben könnte. Zu gut ist die Hafenstadt Ketterdam mit ihren dunklen Straßen, schmutzigen Gassen, ihren Gaunern, Abgründen und Bewohnern geschaffen, als Leser taucht man auf der ersten Seite des Buches ein, holt noch einmal tief Atem und schwimmt – bis zum Ende. Jedes verwinkelte Haus, jedes rutschige Dach, jedes parfümierte Zimmer ist fühlbar und spürbar, und die Protagonisten sind lebendig von Kopf bis zu den unbeschuhten Füßen – nein, Schuhe tragen sie meist ja doch, die Bewohner von Ketterdam.

Diese Karte hat mich durch das Buch begleitet.

Genau. Die Helden. Sechs an der Zahl, fünf davon kommen zu Wort, den sechsten lernen wir nur durch die Sicht der anderen fünf auf ihn kennen und bedauern das im Lauf des Buches immer mehr. Wäre doch nur mehr Platz gewesen auf den 585 Seiten! Der Dieb, die Spionin, der Verurteilte, die Magierin, der Scharfschütze, der Ausreißer. Selten habe ich in Fantasy-Büchern lebendigere und vielschichtigere Figuren kennengelernt. Dazu kommt eine wirklich gute, spannende Geschichte, die durch die Beziehungen der Hauptfiguren untereinander nie langatmig wird und die geschriebene Welt in allen Details glänzen lässt. Gemeinsam machen sie sich auf eine halsbrecherische Mission, bei der das Ende nie sicher ist, genauso wenig wie die Entwicklung der einzelnen Personen. Muss ich noch erwähnen, dass Gut und Böse hier eine Unzahl von Zwischentönen haben? Und dass das scheinbar Richtige sich schnell ins Gegenteil verkehren kann?

Kein Kitsch, keine Langeweile, keine künstliche Spannung, keine schlecht geschriebenen Dialoge, keine seltsamen Brüche in der Handlung – hach. Es gibt sie doch noch, die perfekten Bücher. Selbstverständlich werde ich Band zwei lesen, wenn er im September herauskommt, überhaupt keine Frage. Große Empfehlung an alle Fantasy-Fans und auch an alle, die gut geschriebene, spannende Diebesgeschichten lieben.

Schöner Klappentext – er verrät nicht zuviel. Ich mag es gar nicht, wenn man schon auf der Rückseite zuviele Infos bekommt!

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