Ausgelesen: Shadowmarch – Die Grenze (Band 1). Von Tad Williams

Wer richtige, echte Fantasy mit allem drum und dran liebt, kommt um Tad Williams nicht herum. Menschen, Elfen, Zwerge, groß angelegte Welten mit komplizierten Beziehungsgeflechten, epische Landschaften, magische Wälder – alles ist da und mit großer Könnerschaft geschrieben.

So auch Shadowmarch, eine Reihe aus vier Bänden. Die Menschen beherrschen Eion, den nördlichen Kontinent, nachdem sie in einem mehrere Generationen zurückliegenden Krieg die Qar besiegt haben. Die Qar sind ein Elbenvolk, das aus sehr unterschiedlichen Stämmen besteht, alle verschieden in Aussehen, Verhalten und Konsistenz (ja, das ist kein Schreibfehler). Nach ihrer Niederlage haben sie sich in die Zwielichtlande zurückgezogen, sehr weit oben im Norden, und sich hinter einer undurchdringlichen Wand aus Nebel verborgen. Die Sonne scheint niemals in den Zwielichtlanden.

In Südmark, einem Staat Eions, herrscht die Familie Eddon. Das Königreich liegt direkt neben der Zwielichtgrenze, was den Menschen zwar bewusst ist, sie in ihrem Leben aber wenig beeinflusst. Der Krieg liegt so lange zurück, dass sich Legenden darum gebildet haben, die Realität und Fantasie verschwimmen lassen. Allerdings wird die Grenze respektiert, vor allem, weil Menschen sie nicht übertreten können, ohne entweder zu verschwinden oder mit zerstörtem Verstand zurück zu kommen. Die Zwillinge Briony und Barrick Eddon sind die Kinder von König Olin Eddon, der seit Monaten in Gefangenschaft ist, und das Buch beginnt mit einer Jagd auf einen Lindwurm in der Nähe der Schattengrenze, an der die zwei teilnehmen. Ebenfalls dort unterwegs sind Chert und seine Frau Opalia, zwei Funderlinge aus dem Volk der Kleinwüchsigen (wir würden sie Zwerge nennen). Sie bemerken, dass die Grenze sich verschoben hat, auf Südmark zu, etwas, das es noch nie gegeben hat, und damit beginnt die Geschichte.

Es ist schwierig, die Handlung oder Personen dieser Reihe mit wenigen Worten zusammenzufassen, zum einen, weil man dauern spoilern würde, zum anderen, weil es einfach so unglaublich viele Personen, Orte, Namen und Handlungsstränge gibt. Genau – die Handlung. Das Buch ist unterteilt in verschiedene Handlungsstränge, die mit jedem Kapitel wechseln. Es gibt insgesamt zehn (oder waren es elf?) Hauptfiguren, die sich ständig hin- und herbewegen: Briony und Barrick Eddon, Ferras Vansen, der Hauptmann der königlichen Garde, Chert Blauquarz, der Funderling aus Funderlingsstadt unter der Südmarksburg, Matthias „Matty“ Kettelsmith, Yasammez, eine Adlige der Qar, außerdem Qinnitan aus dem Kontinent Xand, deren Rolle lange ein Geheimnis bleibt, um nur einige davon namentlich zu erwähnen. Auf der einen Seite hat es mich wahnsinnig gemacht, mit jedem Kapitel in einen anderen Handlungsstrang zu wechseln, vor allem dann, wenn es gerade spannend wurde, andererseits hat es großen Reiz, auf diese Weise immer wieder neue Blickrichtungen auf dieselben Ereignisse zu erhalten. Manchmal scheinen sie auch wenig bis gar nichts miteinander zu tun zu haben, aber unter der Oberfläche ahnt man, dass hier alles miteinander zu tun hat.

Eine besondere Erwähnung verdienen die Orte, an denen die Handlung spielt. Selten habe ich so detailliert und liebevoll ausgestattete Welten gelesen. Es stimmt alles, von den Namen über die Religion, von der Sagenwelt bis zu der Beschreibung der Tier- und Pflanzenwelt, und es ist niemals langweilig oder langatmig. Ich habe zum Beispiel kein einziges Mal über irgendetwas hinweg gelesen, um schnell zum nächsten spannenden Punkt zu gelangen – es war einfach nicht notwendig, weil es so, so gut geschrieben ist.

Das war meine Rezension zu Band 1 der Reihe – die weiteren folgen. Ach ja, gelesen auf dem e-book Reader!

5 Gedanken zu „Ausgelesen: Shadowmarch – Die Grenze (Band 1). Von Tad Williams

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