Ausgelesen: Aquamarin. Von Andreas Eschbach.

Geschichten, die im, am oder unter Wasser spielen, haben mich schon immer fasziniert. Geheimnisvolle Welten, ganz nah und doch unerreichbar, dazu sieht alles anders aus, wenn man unter Wasser die Augen öffnet – unbezahlbar. Meine Faszination ging so weit, dass ich als Kind beim Abwaschen (wir hatten keine Spülmaschine! Ich fürchte, ich bin alt) gerne ein Glas mit flacher Unterseite ins Spülwasser gehalten und damit unter dem Schaum verborgene Löffel gejagt habe.

Hier ist nun ein Buch, in dem alles mit Wasser zu tun hat. Wir schreiben das Jahr 2151, die Klimaerwärmung hat die Küsten tiefgehend verändert und damit auch Wirtschaft und Staaten. Die sechzehnjährige Saha lebt in Nord-Australien an der Küste, in einem Städtchen namens Seahaven, und während alle Einwohner rings um sie umzu selbstverständlich segeln, tauchen oder schwimmen, darf sie aufgrund einer seltsamen Verletzung nicht ins Wasser. Das macht sie zur Außenseiterin. Als sie sich schon fast damit abgefunden hat, niemals irgendwo dazuzugehören, verändert ein schreckliches Ereignis alles, und sie beschließt, sich trotz aller Warnungen ins Wasser zu wagen…

… was die Geschichte überhaupt erst ins Rollen bringt. Ein All-Age-Roman von Andreas Eschbach, wie alles von ihm perfekt recherchiert, hervorragend geschrieben, voller Daten und Fakten, die bis ins kleinste zusammenpassen und ein schlüssiges Bild der Zukunft zeichnen, wie sie sein könnte, wenn die Klimaveränderung kommt. Das alles, ohne dabei ein überzogenes Horrorszenario zu zeichnen, sondern eine recht realistische So-könnte-es-sein-Zukunft zu malen. Dabei wirft er viele Fragen auf, die ganz nebenbei beim Lesen auftauchen: Wie wird sich die Genforschung weiterentwickeln? Was darf man dabei und was nicht? Wie leben wir mit den Konsequenzen, die unausweichlich folgen? Die Figuren sind gut geschrieben, die Hauptperson, Saha, ist schlüssig dargestellt, und ich könnte mir durchaus vorstellen, in Seahaven zu leben. Ein paar Stellen gibt es, bei denen ich gedacht habe, naja, DAS ist jetzt doch eher unrealistisch, aber es passte gut in die Geschichte, also habe ich nicht weiter drüber nachgedacht. Eine rundum gelungene, solide Zukunftsversion mit sympathischer Heldin und Anstößen zum weiter und selber denken. Band zwei ist schon veröffentlicht, und ich bin gespannt, wie es weitergeht.

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