Ausgelesen: Grau. Von Jasper Fforde.

Nachdem ich an den beiden vorherigen Büchern die unperfekte Welt bemängelt habe, ist sie in diesem Buch hier ab-so-lut perfekt. Ich habe lange keine so detailversessene Dystopie mehr gelesen, es ist wirklich alles geregelt, warum, wieso, weshalb die Menschen so handeln und nicht anders, warum Farben in dieser Welt wirklich alles bedeuten und wo sie sich hin entwickelt – sagenhaft.

In dieser Welt lange nach uns werden Menschen in Farbkategorien eingeteilt, sie können auch nur jeweils eine Farbe sehen, und die eine dann in unterschiedlicher Stärke. Je mehr Farbe du siehst, desto höher steigst du im gesellschaftlichen Rang, aber wehe, du verliebst dich in jemanden, der deine Komplementärfarbe sieht! Dann hast du ein Problem.

Alle Entwicklungen in diesem Buch sind möglich, aber so weit von unserer Welt entfernt, dass ich manchmal Schwierigkeiten hatte, überhaupt irgendetwas zu verstehen. Man benötigt eine Menge Leseausdauer, um einigermaßen zu verstehen, was gerade passiert, und weil es so fremd ist, habe ich dazu geneigt, ab und an vorzublättern – furchtbar, ich weiß. Es lohnt sich aber, durchzuhalten, das Finale ist wirklich gut.

Ein großes Lob an den Autor – es ist alles durchdacht, es gibt keine Logikfehler, zumindest habe ich keine entdeckt. Manchmal hätte ich der Hauptfigur gerne in den Hintern getreten, aber he, wir sind, was wir sind, und sich zu verändern, dauert auch im wirklichen Leben manchmal unerträglich lange, selbst dann, wenn man sich selber verändern will. Ich schätze mal, Herr Fforde hat nach diesem Buch einige graue Haare mehr, passend zum Titel…

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