Curling-Koma

Wenn aus der gewöhnlichen Erkältung dann eine echte Grippe wird, verschwimmt die normale Welt etwas. Das, was man sonst so tut, geht zwischen Bergen von Decken unter, und während man leise ächzt und jammert, wechselt auch der Soundtrack.

Niemals würde ich mir freiwillig Wintersport ansehen, aber in den letzten Tagen lief in Dauerschleife Olympia mit fast ganz ausgestelltem Ton. Seltsamerweise konnte ich trotzdem nach einiger Zeit die Sportarten allein am Tonfall des Reporters erkennen: Von leicht hysterisch (Bobfahren) über kenntnisreich mit zu viel Information (Springen große Schanze) über absolut unerträglich (Eishockey und Biathlon) bin ich bei meinem neuen Olympia-Lieblingssport gelandet: Curling.

Die Bewegungen in Zeitlupe. Das sanfte Gleiten auf dem Eis. Die Ruhe. Selbst die Reporter schalten da einen Gang runter. Man öffnet tatsächlich die schweren Lider, schwebt auf Fieberwolken milde lächelnd über der Curling-Bahn und dirigiert die Curlingsteine zu lautloser Musik ins Haus. Ja, ich kenne mich jetzt aus!

Das einzig Hektische ist dieses Geschrubbe auf dem Eis, um die Steine schneller oder langsamer zu machen. Ich finde, die Organisatoren könnten ruhig mal darüber nachdenken, ob das wirklich sein muss. Alle Sofa-Rekonvaleszenten würden mir danken, da bin ich mir sicher. Dafür dürften sie die Übertragungszeit dieses wunderbaren Sportes ruhig verdoppeln. Ich wäre dafür!

 

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