Ausgelesen: Das Lavendelzimmer. Von Nina George.

Und dann kam eines Tages ein Päckchen, einfach so, ohne Grund, und der Inhalt war dieses Buch mit einer Leseempfehlung – falls ich Lust hätte, könnte ich es ja mal versuchen.

Ich habe es versucht und bin ihm verfallen. Ich habe gelächelt und genickt, geweint und über unglaublich schöne Sätze nachgedacht, habe ein wenig Kitsch gerne ertragen für noch ein klein wenig mehr von dieser poetischen Sprache, die das Herz wärmt und einen überall Sonne sehen lässt, selbst dann, wenn man mitten in einem dicken, grauen Novembertag feststeckt. Hilde, ich liebe deine Bücherpäckchen!

Monsieur Perdu lebt seit Jahren in einem trostlosen, selbstgewählten Rythmus und hat sich weit von der Person entfernt, die er einmal war. Freude schenken ihm allein die Bücher auf seinem Bücherschiff Lulu, das am Champs-Élyseés-Hafen in Paris vertäut ist, die schwimmende Literarische Apotheke. Er kennt seine Kunden und errät, was sie brauchen, wenn sie Liebeskummer haben, zu schnell leben, es verlernt haben, sich selbst zu mögen. Nur sich selbst kann er nicht kurieren. Aber dann, eines Tages, passieren mehrere Dinge und alles kommt in Bewegung – im wahrsten Sinne des Wortes.

Auf Seite 30 des Lavendelzimmers gibt es diesen Satz: „Je weiter das Leben voranschritt, desto vorsichtiger hüteten die Alten die guten Tage. Nichts sollte die Restzeit in Gefahr bringen. Deswegen fuhren sie nicht mehr fort, fällten die alten Bäume vor ihren Häusern, damit die ihnen nicht aufs Dach kippten, und taperten nicht mehr über den Fünf-Millimeter-Stahl einer Gangway über einen Fluss.“ Und da hatte mich das Buch endgültig. Und was selten vorkommt: Ich habe es ganz langsam gelesen, immer nur ein paar Seiten auf einmal, um es länger bei mir zu haben. Und nun bleibt mir nur noch, es weiterzuempfehlen – was ich hiermit gerne tue!

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