Nina Blazon ist eine meiner Lieblingsautorinnen. Sie kann historische Romane, Fantasy, Jugendbuch, Erwachsenenroman – und alles ist gleich gut, immer hervorragend recherchiert, klug, nie belanglos, mit differenzierten Figuren. Ihre weiblichen Protagonisten sind starke Frauen mit Fehlern, nie perfekt, aber immer berührend. Dabei schont sie weder ihre Figuren noch den Leser – ein Happy End im herkömmlichen Sinn gibt es nicht immer. Und, was mir wichtig ist, sie gehört zu den wenigen Autorinnen, die überwiegend Einzelbände schreiben, was mir sehr gut gefällt. Natürlich mag ich auch die Serien, aber wenn die Geschichte wirklich gut erzählt ist, die Details stimmen, braucht es keine drei oder vier Bände. Einer spricht für sich, und beim nächsten Band von ihr kann man aufs Neue gespannt sein, was da wohl kommen wird.

„Feuerrot“ stand bei mir untypischerweise recht lange im Regal der ungelesenen Bücher. Es geht um Hexenverfolgungen im Mittelalter, und dieses Thema finde ich fürchterlich und grausam. Es gibt so viele Bücher darüber, und ich habe schon so viel darüber gelesen, dass es eigentlich für den Rest meines Lebens reicht. Die Ungerechtigkeit, all die schlechten Seiten der Menschen, die in diesem Themenbereich zum Vorschein kommen: Schrecklich. Und, wie oben schon erwähnt, Nina Blazon schont weder ihre Figuren noch ihre Leser, also kann alles passieren. Und so stand das Buch, und stand, und stand… bis ich es jetzt im Urlaub endlich angegangen bin.

Das Buch ist als Jugendbuch konzipiert, wirkt aber sehr erwachsen. Es ist spannend, gut geschrieben, die Figuren authentisch. Der Leser taucht kopfüber in die Zeit ein und lernt recht schnell, dass Menschen sich in den letzten fünfhundert Jahren wenig verändert haben, nur die Umstände sind besser geworden. Erzählt wird unter anderem auch die Entstehungsgeschichte des Hexenhammers, das Buch, das in den folgenden Jahrhunderten verhängnisvoll zum Tod unzähliger Frauen auf Scheiterhaufen beigetragen hat. Die Sprache ist schön, nicht ganz so komplex wie bei ihren Büchern für Erwachsene, aber trotzdem immer treffend. Mir fiel das Lesen trotzdem nicht leicht, denn, wie gesagt, ich finde dieses ganze Thema schrecklich, und natürlich geht es auch hier nicht ohne Opfer ab. Und da man weiß, wie es in den nächsten Jahrhunderten weitergeht, ist auch das vergleichsweise versöhnliche Ende im Buch für mich keine Erleichterung.

Mein Fazit: Ein gut geschriebenes, spannendes, informatives Buch von einer großartigen Autorin. Empfehlenswert für alle, die gerne historische Themen lesen.

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