Perry Rhodan

Ausgelesen (zum dritten oder vierten Mal): Perry Rhodan. Die Dritte Macht. (Band 1 von 100 (!) )

perryLegendärer Science-Fiction-Zyklus. Jeder Sammelband ist zusammengesetzt aus verschiedenen Heften von sehr unterschiedlichen Autoren, die redigiert und umgeschrieben werden, so dass sie ein harmonisches Ganzes ergeben und den Zyklus ohne große Widersprüche oder Brüche fortführen.

Meinen ersten Perry Rhodan Band habe ich mit 14 oder 15 Jahren gelesen. Die silbernen Bände standen alle zusammen in der Schulbücherei, und irgendwann war ich neugierig genug, Band 1 einfach mal auszuleihen, auch, wenn er sehr seltsam aussah – silbern eben und mit 3D-Cover im Einband. Damals war es 1986 oder 1987, der Kalte Krieg war auf dem Höhepunkt, Tschernobyl war hochaktuell und da war es, das Buch, das versprach, es ist alles möglich, Technologie ist gleichzeitig faszinierend und ein Mittel zum Zweck und letztendlich ist die Menschheit in der Lage, sich zu einigen und geschlossen und friedlich zu agieren. Aber eben auch trickreich und entschlossen genug für das Überleben im unendlichen All mit seinen ebenfalls unendlichen Möglichkeiten.

Klar, das war alles auch naiv, fortschrittsgläubig und je nach Autor höchst unterschiedlich in Szene gesetzt: Da ein trockener, holzschnittartiger Abschnitt mit viel Technik und wenig Charakterzeichnung, aber eben auch Abschnitte mit Witz, Ironie und Spannung, dann wieder psychologisch ausgefeilte Charakterstudien oder Phantasieausbrüche a la Dali. Und dann wieder Technik wie aus Star Wars, Raumschiffquerschnitte aller Arten – es war ein gutenbergscher Delikatessenladen, vor mir taten sich wie auf dem Buffet Welten aller Arten auf, ich musste einfach nur immer weiterlesen – die kleine Bücherei hatte zwischen 30 und 40 Bänden, und ich habe sie alle verschlungen. Es war herrlich. Ein oder zwei Jahre habe ich parallel im Perry Rhodan Universum gelebt, dann klang der Rausch allmählich ab, und anstelle der Raumschiffe traten Liebesromane – eine andere Geschichte.

Zwischen meinem letzten Blick in die Serie und heute liegen etwa 20 Jahre und nachdem meine Schwester (die auch großer Fan ist) ihre Sammlung nun in ein neues Regal umgebettet hat, habe ich mir von ihr den ersten Band noch einmal ausgeliehen. Es ist der Original-Büchereiband, der irgendwann aussortiert werden musste, weil er auseinanderfiel. Und was soll ich sagen: Es war herrlich. Die gleiche Faszination, dasselbe großzügige Wegsehen bei zuviel Naivität, dieselben Versuche, die Autoren an ihrer Schreibweise zu erkennen, obwohl weder Anfang noch Ende eines Heftes im Buch zu erkennen sind. Sie reißen mich immer noch mit, die Silbernen. Ich werde wohl Band 2 von meiner Schwester ausleihen müssen.

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